YouTuber ApoRed zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt

YouTuber ApoRed zu Haftstrafe verurteilt

ApoRed wollte auf YouTube mit einem „Bomben-Prank“ für Lacher sorgen. Dieser üble Scherz brachte ihm nun aber eine Strafe ein.

ApoRed wollte auf YouTube mit einem „Bomben-Prank“ für Lacher sorgen. Dieser üble Scherz brachte ihm nun aber eine Strafe ein.

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ApoRed wollte auf YouTube mit einem „Bomben-Prank“ für Lacher sorgen. Der schlechte Scherz brachte ihm jetzt aber eine Strafe ein.

Hamburg.  Wegen eines so genannten „Bomben-Pranks“ wurde der YouTuber ApoRed in Hamburg zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. „Diese wurde zur Bewährung ausgesetzt“, sagt André Buchholz von der Gerichtspressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichts.

Ahmad Ahadi, wie der Videoproduzent bürgerlich heißt, hatte im Sommer 2016 eine Tasche mit einer vermeintlichen Bombe in der Hamburger Innenstadt platziert und die Reaktion von Passanten gefilmt.

ApoRed war wegen Nötigung, Störung des öffentlichen Friedens und Körperverletzung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von acht Monaten und eine Entschädigung von 1000 Euro pro Opfer gefordert. Eine Zeugin, die in dem betreffenden Video zu sehen war, hatte ausgesagt, dass sie nicht darüber aufgeklärt worden sei, dass es sich dabei um einen Scherz gehandelt habe. Nach dem Vorfall habe sie unter Schock gestanden. Selbst Zeugen, die aufgeklärt wurden, sagten aus, längere Zeit unter den Vorfällen gelitten zu haben.

ApoRed entschuldigte sich für „sehr kindische“ Aktion

Der YouTuber ApoRed hatte im Juli 2016 ein Video gedreht, bei dem er Passanten mit einer angeblichen Bombe schockte. Ahmad Ahadi trug dabei eine Sporttasche und telefonierte auffallend laut. Dann warf er die Tasche von sich und rannte davon. Die Opfer mussten so fürchten, durch eine Bombe oder einen anderen Gegenstand in der Tasche gefährdet zu sein.

Neben ApoRed war in dem Verfahren auch Jan H. angeklagt. H. hatte die Szenen in der Hamburger Innenstadt gefilmt. Dem Filmer wurde deshalb Beihilfe zu der Tat vorgeworfen. H. wurde zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt.

YouTuber saß vor Prozessbeginn in Untersuchungshaft

Im Laufe der Verhandlung entschuldigte sich ApoRed bei einem der Opfer, einer 51-jährigen Frau, wie Tomasz Niemiec berichtet. Der Videojournalist begleitete den Prozesstag in Hamburg. Der Angeklagte habe sein Vorgehen in der Entschuldigung als „sehr kindische“ Aktion bezeichnet.

ApoRed hatte mehrere Wochen vor der Verhandlung in Untersuchungshaft gesessen. Anfang Oktober war er verhaftet worden, weil er zu einem Gerichtstermin am 12. September nicht erschienen war.

Mit „Pranks“ lassen sich Millionen Klicks erzielen

Mit so genannten „Pranks“ – also Scherzen – erzielen YouTuber Millionen von Klicks. Zwar sind längst nicht alle so gefährlich oder rücksichtslos wie das nun vor Gericht verhandelte Beispiel. In den meisten Fällen geht es eher um Jugenstreiche wie Zahnpasta an Türklinken oder harmlose Scherzanrufe.

Das Streben nach mehr Klicks, mit denen sich Geld verdienen lässt, führt aber auch zu immer wieder auftretenden Extremen. Diese extremen „Pranks“ waren im Juni Thema eines „Tatorts“ in der ARD. In dem Krimi war ein Video-Sternchen ermordet worden.

 
 

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