Wo das neue Jahr mit Randalen begann

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Berlin. Der Start in ein friedliches Jahr 2009 ist in einigen deutschen Städten misslungen. In Hamburg und Leipzig lieferten sich Randalierer zum Teil heftige Kämpfe mit der Polizei. Das Ergebnis: Verletzte und Festnahmen. NRW blieb aber von größeren Unglücken verschont.

Der Start in ein friedliches Jahr 2009 ist in einigen deutschen Städten danebengegangen. In Hamburg und Leipzig gab es zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mit Verletzten und Dutzenden Festnahmen endeten. Auch aus Hessen und Bayern wurden kleinere Randale gemeldet. In Berlin hingegen, wo auf Deutschlands «größter Partymeile» am Brandenburger Tor rund eine Million Menschen ins neue Jahr feierten, gab es keine größeren Zwischenfälle.

Die Krawalle in Leipzig endeten mit 64 Festnahmen. Aus einer Gruppe von etwa 150 Jugendlichen waren die Polizisten mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern attackiert worden. Am Connewitzer Kreuz, einem alternativ geprägten Stadtteil Leipzigs, war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Randalen gekommen, die diesmal aber aufgrund eines massiven Polizeiaufgebots rasch beendet werden konnten. Neben Polizisten aus Leipzig waren auch Beamte aus Nordrhein-Westfalen und der Bundespolizei im Einsatz.

Am Tor der JVA gerüttelt

In Hamburg brachten die Ausschreitungen in der Silvesternacht zwei Festnahmen. Angehörigen der linksautonomen Szene hatten im Schanzenviertel Böller und Flaschen auf Polizeibeamte geworfen. Auch in der Hafenstraße im Stadtteil St. Pauli flogen Feuerwerkskörper und Flaschen auf Polizisten. Drei Beamte wurden den Angaben zufolge leicht verletzt und mindestens zwei Polizeiautos erheblich beschädigt.

Auch in Frankfurt am Main lieferten sich Jugendliche in der Nacht kleinere Scharmützel mit der Polizei. Bei Mülltonnenbränden wurden Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen. Eine größere Gruppe Jugendlicher versammelte sich an der Justizvollzugsanstalt und rüttelte dort für kurze Zeit am Eingangstor.

In der Augsburger Innenstadt rückten 14 Funkstreifen zu einer eskalierenden Punkerparty aus. Rund 50 aggressiven Partygästen wurden Platzverweise erteilt. Eine 24-jährige Österreicherin ging dabei auf Polizeibeamte los und wurde festgenommen.

Zwölfjährige erblindet, Neunjähriger mit schweren Verbrennungen

Weitgehend ruhig blieb es indes in Berlin, wo in den vergangenen Nächten mehrere Autos von unbekannten Tätern in Brand gesetzt worden waren, darunter ein Jaguar, ein Mercedes, ein Porsche, ein BMW und ein Range Rover. Rund um das Brandenburger Tor wurde friedlich und ausgelassen gefeiert. Laut Polizei gab es auf der Festmeile keine Festnahmen, es wurden lediglich sechs Verstöße gegen das Waffengesetz registriert.

Allerdings waren Polizei und Feuerwehren fast überall im Dauereinsatz, bei Bränden entstanden bundesweit Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Auch gab es als Folge irregeleiteter Silvesterraketen und unachtsam entzündeter Kracher zahlreiche Verletzte, darunter mehrere Kinder. Betrunkene Autofahrer verursachten Unfälle, bei denen auch Menschen ums Leben kamen.

Die Hamburger Feuerwehr von der «härtesten Nacht des Jahres». 417 Brände mussten gelöscht und weitere 730 Rettungseinsätze gefahren werden. Ein direkt vor dem Gesicht explodierter Böller verletzte das gesunde Auge eines zwölfjährigen Mädchen, das schon bei einem früheren Unfall ein Auge verloren hatte. Ein Neunjähriger wurde von einer umgekippten Feuerwerksbatterie getroffen und erlitt im Genitalbereich Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Im baden-württembergischen Burladingen zog sich ein Fünfjähriger schwere Verletzungen zu, als ein Funkenfeuerwerk in seiner rechten Hand explodierte.

Drei Verletzte bei Brand in Dortmund

In Dortmund wurden drei Menschen verletzt, als am Donnerstagvormittag ein Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus ausbrach. Mit leichten Verletzungen überstanden fünf Urlauber aus Köln einen Brand in einer Ferienwohnung im bayerischen Utting. Hoher Sachschaden entstand bei Bränden in einem Lagerhaus in Stade sowie eines Wohnhauses in Remmels bei Rendsburg.

Alkoholisierte Autofahrer verursachten schwere Unfälle. In Aachen kam kurz nach Mitternacht ein 18-jähriger Fußgänger bei einem Verkehrsunfall ums Leben, als er von einem angetrunkenen Autofahrer angefahren wurde. In Kassel erfasste eine alkoholisierte 26-jährige Frau mit ihrem Auto eine 58-jährige Frau, die um 04.38 Uhr gemeinsam mit ihrer 81-jährigen Mutter eine mehrspurige Straße überquerte und bei dem Unfall schwerste Verletzungen erlitt. (AP/ddp)

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