Winter droht wieder mit Schnee und Sturm

DerWesten

Essen. Der Winter droht nach Atempause wieder mit Schnee und Sturm. Eine neue Schneefront zieht am Donnerstag vom Norden langsam gen Süden. Ein Wetter-Institut erwartet für Weihnachten geschlossene Schneedecke in ganz Deutschland.

Nach einer kurzen Atempause am Mittwoch droht der Winter Deutschland in den kommenden Tagen erneut mit Schnee und Sturm zu überziehen. „Der Winter hat uns dann wieder fest im Griff“, sagte die Meteorologin Dorothea Petzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Dem DWD zufolge verstärkt sich derzeit ein Tiefdruckgebiet über Deutschland und lenkt immer mehr Kaltluft von Norden nach Süden. In der Nacht auf Donnerstag müsse an der Küste mit Unwettern, Sturm und Schneeverwehungen gerechnet werden, während es in Süddeutschland noch mild bleibe. Die Schneefront wandere dann nach Süden und werde bis Heiligabend die Alpen erreichen. Vor allem an den Nordrändern der Mittelgebirge und im Alpenraum müsse mit Schneeverwehungen gerechnet werden. „Reisende sollten Wetterberichte beachten und Zeit im Gepäck habe“, sagte Meteorologin Petzold der AFP.

Geschlossene Schneedecke an Heiligabend

Ganz Deutschland darf sich nach Einschätzung des Hamburger Instituts für Wetter und Klimakommunikation (IWK) auf Weiße Weihnachten freuen. „Wir erwarten an Heiligabend im ganzen Bundesgebiet eine geschlossene Schneedecke“, sagte IWK-Leiter Frank Böttcher am Mittwoch. Die Schneedecke wird den Angaben zufolge in Hamburg 19 bis 35 Zentimeter, in Berlin 33 bis 40 Zentimeter und in München 1 bis 4 Zentimeter betragen. Auch über die Feiertage soll der Schnee größtenteils noch liegen bleiben.

Dabei beginnt Heiligabend nicht überall tief winterlich. Im Osten Deutschlands startet der Tag mit Sprühregen oder Schneeregen bei Werten bis plus zwei Grad. Erst im Tagesverlauf wird es auch hier langsam kälter. Im übrigen Bundesgebiet ist den ganzen Tag über mit Frost zu rechnen. Durch überfrierende Nässe wird es jedoch auch sehr glatt werden.

Für den ersten Weihnachtstag wird Dauerfrost zwischen minus drei Grad im Osten und minus zehn Grad im Westen erwartet. Die Nacht zum 26. Dezember könnte die bisher kälteste Nacht des Winters werden. Bei örtlichem Aufklaren sind Temperaturen zwischen minus 10 und minus 25 Grad wahrscheinlich.

Unterdessen bemühten sich Flughäfen europaweit, gestrandete Passagiere in die Luft zu bringen. Wegen des vielen Schnees waren am Dienstag nach Angaben der Luftraumüberwachungsgesellschaft Eurocontrol europaweit etwa 3000 Flüge ausgefallen. Besonders prekär war die Situation auf dem Londoner Airport Heathrow, wo von Dienstag auf Mittwoch erneut rund 1000 Passagiere übernachten mussten. Dort wurden beide Start- und Landebahnen von insgesamt rund 30.000 Tonnen Schnee geräumt. Das Nachtflugverbot war aufgehoben worden, um den Rückstau wartender Passagiere schneller aufzulösen.

Situation am Düsseldorfer Flughafen entspannt sich rechtzeitig zur Ferienzeit

Nach den witterungsbedingten Flugausfällen der letzten Tage hat sich die Situation auf dem Flughafen Düsseldorf rechtzeitig zur bevorstehenden Ferienreisewelle weitgehend normalisiert. Dennoch könne es auf vereinzelten Strecken nach wie vor zu Annulierungen oder Verspätungen kommen, so zum Beispiel bei Flügen nach London-Heathrow. Das teilte der Flughafen am Mittwoch mit.

Der mit 17,8 Millionen Passagieren pro Jahr größte Flughafen in NRW erwartet nach eigenen Angaben in der Ferienzeit vom 24. Dezember bis zum 9. Januar über 580.000 Reisende. In dieser Zeit seien rund 6.300 Starts und Landungen geplant. Spitzentag werde der 2. Januar mit prognostizierten 43.000 Fluggästen sein. Außerhalb der Ferienzeit zählt der Flughafen durchschnittlich knapp 49.000 Passagiere pro Tag.

Auf dem Pariser Großflughafen Roissy Charles de Gaulle sollten wegen des Winterwetters am Mittwochabend voraussichtlich 15 Prozent der Flüge ausfallen, teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC mit. Am Donnerstag werde wegen erneuter Schneefälle wohl jeder vierte Flug gestrichen.

Normalbetrieb bei der Bahn

Der Frankfurter Airport konnte einem Sprecher zufolge angesichts des Tauwetters seine Kapazitäten seit dem Mittwochvormittag wieder voll nutzen, nachdem am frühen Morgen noch 70 Flüge gestrichen worden waren. Am Dienstag waren wetterbedingt 550 Flüge ausgefallen. Bis zum Mittwochabend sollten auch die rund 3000 gestrandeten Passagiere, die in Hotels und auf dem Flughafen übernachtet hatten, zu ihren ursprünglichen Zielen in die Luft gebracht werden, sagte ein Flughafensprecher. Was das Wetter am Donnerstag bringe und ob dann wieder Flüge ausfallen, müsse abgewartet werden.

Auch bei der Deutschen Bahn herrschte am Mittwoch wieder weitgehend Normalbetrieb. Zu einigen wetterbedingten Störungen und Zugverspätungen kam es nur in Norddeutschland. Einer Bahn-Sprecherin zufolge waren davon Verbindungen von Hamburg und Berlin in Richtung Süden betroffen. Für das ab Donnerstag erwartete schlechtere Wetter werde die Bahn einen zusätzlichen Winterdienst und mehr Personal bereithalten. Die Bahn reagierte überdies mit zusätzliche Zügen auf den starken Andrang von Reisenden wegen ausgefallener Flüge und schlechter Straßenverhältnisse. Bis Jahresende würden zusätzliche ICE auf den wichtigen Ost-West- und Nord-Süd-Korridoren eingesetzt, teilte die Bahn am Mittwoch mit. Allerdings werden einige andere Verbindungen deswegen eingeschränkt. (afp/dapd)