Oktoberfest 2018: Die wichtigsten Fragen zur Wiesn

Das Oktoberfest in München startet am 22. September.
Das Oktoberfest in München startet am 22. September.
Foto: Matthias Balk / dpa
Das 185. Oktoberfest ist am 22. September eröffnet worden. Alles über Bierpreise, Festzelt-Reservierungen und Wetter erfahren Sie hier.

München.  Ozapft is: Mit dieser bayerischen Feststellung wird jedes Jahr die Wiesn eröffnet. Das 185. Oktoberfest hat am 22. September 2018 begonnen und endet rund zwei Wochen später am 7. Oktober.

Was müssen Besucher wissen? Wie teuer ist das Bier? Und wann ist der Fassanstich? Das sind die wichtigsten Informationen rund um das bayerische Volksfest:

Wie lange dauert das Oktoberfest?

Die Wiesn 2018 hat am 22. September um 12 Uhr begonnen – mit dem Fassanstisch im „Schottenhamel“-Zelt und den berühmten Worten „Ozapft is“. Diese ehrenvolle Aufgabe hat der Oberbürgermeister von München.

Vorher um 11 Uhr gibt es den traditionellen Einzug der Wirte in ihre Zelte. Eine Stunde dauert der „Wiesn-Einzug der Festwirte und Brauereien“, der auch durch die Münchener Straßen verläuft.

Am Samstag, 23. September, startet ab 10 Uhr der Trachten- und Schützenumzug zum Oktoberfest. Der Umzug verläuft durch ganz München. Neben Trachtengruppen und Schützenvereinen sind auch die Brauereien bei dem Umzug mit dabei. Vor allem Pferdewagen mit klassischen Holzfässern sind charakteristisch für die Veranstaltung. An der Spitze des Umzuges ist das Münchener Kindl zu sehen, das Wahrzeichen der Stadt.

Wie sind die Öffnungszeiten beim Oktoberfest?

Das Festgelände öffnet an allen Tagen um 9 Uhr. Die Bierzelte sind am Wochenende um 9 Uhr, wochentags um 10 Uhr geöffnet. Bierausschank ist täglich bis 22.30 Uhr. Die Zelte schließen um 23 Uhr, mit Ausnahme der „Käfer Wies’n-Schänke“ und dem „Weinzelt“ – sie sind bis 1 Uhr nachts geöffnet.

Die Oide Wiesn ist von 10 bis 23 Uhr für Besucher zugänglich. Die Fahrgeschäfte sind Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 23.30 Uhr Freitag und Samstag von 10 bis 24 Uhr geöffnet.

Wie wird das Wetter zum Oktoberfest?

Neben dem Bierpreis die zweitwichtigste Frage: Wie wird das Wetter auf der Wiesn? Das Portal wetter.de sagt einen hochdruck-geprägten Start voraus – also relativ gute Neuigkeiten für alle Dirndl- und Lederhosen-Fans. Tatsächlich startete das Oktoberfest am Samstag mit blauem Himmel und milden Temperaturen. Auch der Sonntag soll trocken bleiben, wenn auch kälter. Ganz anders ging es dagegen im vergangenen Jahr los, als das 184. Oktoberfest mit Dauerregen startete.

Übrigens wird die Wiesn bei gutem Wetter auch mal zur tropischen Enklave. Wegen der vielen feiernden Menschen könne es bis zu zehn Grad wärmer sein als an anderen Stellen in der Stadt, so der Bonner Meteorologe Karsten Brandt.

Wer Unwetterwarnungen nicht verpassen will, sollte die App Katwarn auf seinem Smartphone installieren. Denn neben generellen Warnungen für die Stadt München haben die App-Entwickler zum Oktoberfest einen Sonderdienst eingerichtet. Dieses Katwarn-Abo bietet mehr Hintergrundinformationen zu dem Festgelände.

Wie reserviere ich einen Tisch auf dem Oktoberfest?

Der Eintritt in die Oktoberfestzelte und auf der Theresienwiese ist kostenlos, man zahlt nur das, was man bestellt. Tische in den Zelten sind allerdings sehr begehrt, denn nur wenn man einen Sitzplatz hat, wird man bedient und darf auch etwas trinken. Der Ansturm ist dementsprechend groß, als Gruppe muss man auf jeden Fall reservieren.

Reserviert werden können ganze Tische für acht bis zehn Personen. Jedes Zelt regelt die Reservierungen selbst, meistens über ein Online-Tool. Hier findet man die Festzelte und die jeweiligen Reservierungsportale.

Die Reservierung ist kostenlos, die Festzelte stellen daran aber meistens Bedingungen: So müssen für jeden reservierten Tisch im Vorfeld Gutscheine oder Wertmarken für Getränke und Essen gekauft werden.

Etwa ein Drittel der Sitzplätze in den Festzelten wird von Montag bis Freitag für Spontanbesucher freigegeben – allerdings muss man dann früh dran sein. Die offizielle Webseite des Oktoberfests empfiehlt, sich an den Wochenenden bereits um 8 Uhr vor den Festzelten anzustellen – eine Stunde bevor sie aufmachen.

Den Zeltplan findet man hier.

Welche Regeln fürs Dirndl gibt es auf dem Oktoberfest?

Für Single-Männer, die auf der Wiesn auf Partnersuche sind, ist der Schleifen-Code am Dirndl der Damen eine extrem wichtige Informationen. Im Video geben wir Flirt-Hilfe:

Flirt-Hilfe fürs Oktoberfest: Das bedeutet der Schleifen-Code beim Dirndl

Schleifen-Code
Flirt-Hilfe fürs Oktoberfest: Das bedeutet der Schleifen-Code beim Dirndl

Wie hoch sind die Bierpreise auf dem Oktoberfest?

Der Bierpreis steigt in diesem Jahr stärker als sonst: Eine Maß Bier kostet zwischen 10,70 Euro und 11,50 Euro, das sind in der Spitze 55 Cent mehr als im Vorjahr. Hintergrund ist eine Erhöhung der Umsatzpacht für die Wirte. Es ist nicht möglich ein kleineres Bier zu bestellen.

Die Stadt München hatte die Preise im Mai angehoben, um die Ausgaben für Sicherheitsvorkehrungen zu decken. Der Preis steigt damit stärker als in den Vorjahren: Sonst waren es meist um etwa 25 bis 30 Cent mehr.

Auf dem Oktoberfest wird tatsächlich nur Bier verkauft, das von Münchener Brauereien stammt. Dazu gehören Augustiner-Bräu, Hacker-Pschorr-Bräu, Löwenbräu, Paulaner-Bräu, Spatenbräu, Staatliches Hofbräu-München. So gut wie alle Brauereien bieten zum Oktoberfest einen eigenen Sud an, der sich deutlich von dem in Bayern verbreiteten Weißbier unterscheidet. Alle Biere haben einen Alkoholgehalt von etwa 6 Prozent.

Einem Besucher wurde das in diesem Jahr schon kurz nach der Eröffnung zum Verhängnis. Der erste Patient musste 32 Minuten nach Beginn des Bierausschanks behandelt worden. Der Mann trug zwar eine Mönchskutte, sei aber kein echter Ordensmann gewesen.

Das ist der Wiesn-Maßkrug:

In diesem Jahr zieren Lebkuchenherzen, Bierkrüge, Tuba, Brezen und das Riesenrad den Wiesn-Maßkrug der Stadt München. Von dem Steinkrug sollen nach Angaben der Stadt 70.000 Stück über das Internet, in den Festzelten und an Souvenirständen verkauft werden.

Seit 1978 gibt es jedes Jahr einen neuen Serienmaßkrug, der bei Sammlern heiß begehrt ist. Die ganze Reihe von Krügen sei mehr als 3000 Euro wert, erklärte Bürgermeister Josef Schmid.

Oktoberfest: Das ist der neue Wiesn-Krug

Der Maßkrug, der in diesem Jahr auf dem Oktoberfest eine wichtige Rolle spielen wird, ist ein echtes Kunstwerk.
Oktoberfest: Das ist der neue Wiesn-Krug

Warum heißt das Oktoberfest so?

Immer wieder fragen sich viele, woher das Oktoberfest seinen Namen hat – wenn es doch schon im September anfängt. Allerdings hat das historische Gründe: Als es im Jahr 1810 zum ersten Mal stattfand, ging es vom 12. bis 17. Oktober.

Warum ist das Oktoberfest schon im September?

Über die Jahre rückte das Fest im Kalender immer weiter nach vorne, weil die Nächte zum Spätsommer wärmer sind.

Was sind die „Wiesn“?

Die Bezeichnung „Wiesn“ hat dagegen etwas mit dem Veranstaltungsort zu tun, der nach Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen benannten Theresienwiese. Sie ist sozusagen eine Abkürzung. Die Stadt München hat sich den Begriff „Wiesn“ sogar als Marke eintragen l assen.

Wie sicher ist das Oktoberfest?

Auch in diesem Jahr sind für das größte Volksfest der Welt scharfe Sicherheitsvorkehrungen geplant. Das Gelände wurde 2016 nach dem Münchner Amoklauf und islamistischen Anschlägen erstmals rundum eingezäunt.

Besucher dürfen daher keine größeren Taschen und Rucksäcke mehr mitnehmen. Ordner kontrollieren stichprobenartig an den Zugängen. Wer großes Gepäck hat, kann es an den Eingängen zum Festgelände bei der Gepäckaufbewahrung abgeben.

Die Gebühren betragen für ein kleines Gepäckstück bis 10 Kilogramm 4 Euro, für ein großes Gepäckstück über 10 Kilogramm 7 Euro und für einen Kinderwagen 3 Euro.

Für Homosexuelle scheint das Oktoberfest dagegen eher nicht geeignet zu sein – zumindest könnte man den Eindruck bekommen, wenn man sich die Ratgeberseite oktoberfestportal.de anschaut. Auf dem Portal wurden im vergangenen Jahr Tipps für Schwule und Lesben veröffentlicht, was für große Irritation gesorgt hatte.

Kann man Kinder mit ins Bierzelt nehmen?

Das Oktoberfest ist kein Ort für Kinder. Aus Sicht des Jugendschutzes müssen Kinder unter sechs Jahren das Bierzelt verlassen – auch wenn ihre Eltern dabei sind.

Wie groß dürfen mitgebrachte Taschen sein?

• Volumen von höchstens drei Litern

• Nicht größer als 20 cm x 15 cm x 10 cm

Welche Neuheiten gibt es auf dem Oktoberfest?

Das Münchner Oktoberfest lockt in diesem Jahr mit diversen Karussell-Neuheiten: Ein Orang-Utan begrüßt die Besucher im „Dschungelcamp“ – und Weltraumtouristen in spe können im „Chaos Pendel“ ähnliche Belastungen des Körpers wie bei Raumflügen austesten.

Neben „Chaos Pendel“ und „Dschungelcamp“ – hier keine Reality-Show, sondern ein Laufgeschäft – gibt es erstmals ein Überkopffahrgeschäft namens „Predator“ und einen Wellenflieger mit Doppelsitzen, „ideal für ein romantisches Date“.

Aber es bleibt natürlich auch viel Altbewährtes: Im Südteil des Festgeländes gibt es wieder die Oide Wiesn. Dort werden etwa gebrannte Mandeln traditionell von Hand im Kupferkessel gerührt. Eine Sonderausstellung widmet sich zudem dem Schausteller Carl Gabriel, der 1910 das „Teufelsrad“ einführte – bis heute eine beliebte Wiesn-Belustigung. Anstich? Zapfenstreich? Das bedeuten die verschiedenen Oktoberfest-Begriffe.

Alle wichtigen Informationen für die Besucher bündelt die Oktoberfest App der Stadt München. Mit der App können sich Gäste den Geländeplan ansehen, Termine finden und verloren gegangene Freunde aufspüren. Wer noch keinen Platz im Zelt hat, kann sich mit der Funktion „Zelte-Füllstand“ über freie Plätze informieren. (dpa/jha/fmg)

 
 

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