Unglaubliche Tragödie! Mutter und Töchter in der eigenen Wohnung verhungert

In diesem Haus ereignete sich die Tragödie.
In diesem Haus ereignete sich die Tragödie.
Foto: dpa

Wien. In Österreichs Hauptstadt Wien wurden am Dienstag die Leichen einer Mutter und ihrer beiden erwachsenen Zwillingstöchter gefunden. Zunächst war nicht klar, woran die drei Frauen verstorben waren waren.

Wie ein Polizeisprecher nach einer gerichtlichen Obduktion nun bestätigen konnte, sind die 45-Jährige und ihre beiden 18-jährigen Töchter aus Wien verhungert.

Wien: Mutter und beide Töchter in Wohnung verhungert

Nach der ersten toxikologischen Untersuchung konnte keine Spur einer Vergiftung nachgewiesen werden. In den kommenden Wochen sollen laut der österreichischen „Kronen“ Zeitung aber noch weitere Detailuntersuchungen durchgeführt werden.

Ein Gewaltverbrechen wurde bereits am Dienstag schnell ausgeschlossen, da keine Anzeichen eines gewaltsamen Eindringens in die Wohnung vorlagen. Bislang deutet vieles darauf hin, dass der tragische Vorfall vermutlich mit der psychischen Erkrankung der Mutter zusammenhängen könnte.

Tragödie hängt vermutlich mit psychischer Erkrankung der Mutter zusammen

Wie dies allerdings auch zum anscheinend freiwilligen Verhungern der Töchter geführt hat, bleibt noch ungeklärt.

Laut den Ermittlern sieht alles danach aus, als ob die Situation beabsichtigt gewesen, freiwillig gemacht oder in Kauf genommen wurde.

Keine Lebensmittel in der Wohnung

Ein Motiv konnte bisher nicht ermittelt werden. In der Wohnung wurden keine Abschiedsbriefe gefunden. Auch Lebensmittel gab es keine mehr.

Der Psychologe Cornel Binder-Krieglstein vermutet, dass die Mutter vermutlich unter Schizophrenie litt. Laut ihm könnte es sein, dass Stimmen in ihrem Kopf ihr gesagt hätten, sie müsste fasten oder etwa nur etwas Bestimmtes essen, um jemandem zu helfen oder etwas Schlimmes zu verhindern.

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Die Töchter werden als zurückhaltend erinnert

„Dann tut sie das - und aus ihrer Sicht macht sie etwas Gutes, etwas Wichtiges“, so der Experte in der Kronen Zeitung.

Andrea Friemel von der Wiener Kinder- und Jugendhilfe hat die Mädchen als schüchterne Kinder und ruhige Mädchen in der Pubertät in Erinnerung.

Seit 2017 keinen Kontakt mehr zum Jugendamt

Im Dezember 2016 kam die Familie das erste Mal in Kontakt mit dem Jugendamt, als ehrenamtliche Betreuer aus einem Mentorenprojekt dieses einschalteten.

Die Arbeit endete im März 2017, ohne dass man weitere Maßnahmen nötig hielt. „Es gab nichts in der Eigenwahrnehmung der Kolleginnen“, so Friemel in der Kronen Zeitung. Anscheinend bedrückten besonders finanzielle Themen die alleinerziehende Mutter.

Da die Betreuung durch die Behörde im Frühjahr 2017 endete, kann sich das Jugendamt nur auf die Situation von vor zwei Jahren beziehen. Wie die Kronen Zeitung berichtet, ist vor dem Tod der drei Frauen nichts mehr beim Jugendamt gemeldet worden, weder von offiziellen Stellen, noch aus dem Umfeld oder von Verwandten. (db)

 
 

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