Wie Ihre Beziehung die Fußball-WM übersteht

Fußballbegeisterte Frauen gibt es auch. Alle anderen lesen am besten diesen Artikel.
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Essen.. Es gibt Frauen, die Fußball hassen und während der WM leiden. Weil sie ihren Partner nicht sehen oder er sich komisch benimmt. Damit die Beziehung nicht schon vor dem Finale abgepfiffen wird, gibt es hier den WM-Spielplan für die Partnerschaft.

Viele Frauen haben jetzt schon die Nase voll. „So jedenfalls fahre ich mit Dir nirgendwo mehr hin“, motzen sie, wenn sie das schwarz-rot-golden geschmückte Auto ihres Partners entdecken. Ein Fähnchen scheint vielen nämlich in diesem Jahr nicht zu reichen. Ist das etwa schon eine leise Vorahnung davon, dass wirklich alles aufgeboten werden muss, um ein „Sommermärchen 2010“ möglich zu machen? Vier und mehr Fähnchen plus eine lackierte Motorhaube – damit muss doch wirklich mehr drin sein als die Vorrunde.

Die Männer sind schon voll im WM-Fieber - dabei hat die WM noch gar nicht angefangen. Wie soll es erst in den nächsten vier Wochen werden? Für alle Frauen, die befürchten, dass sie vom 11. bis zum 11. mutterseelenallein sind, die ganze Arbeit an ihnen hängen bleibt und sie sich bestenfalls noch schämen müssen, wenn sie den Partner dann doch einmal zu Gesicht bekommen sollten, gibt es hier – kurz vor Anpfiff – den WM-Spielplan für die Partnerschaft:

• Gut, für viel Diskussion bleibt keine Zeit mehr. Aber Sie sind es doch gewohnt, Ihre Wünsche durchzusetzen. Ob nach der „Methode General“ oder mit Schmoll-Lippe und Tränchen in den Augen - müssen Sie nach dem aktuellen Gemütszustand Ihres fußballbegeisterten Mannes entscheiden.

• Gehört Ihr Partner zu den ganz Knallharten, die mindestens 75 Prozent der WM-Spiele schauen wollen und als Bügelmuffel sogar Trikot, Schal und Käppi bügeln, bleibt für Sie nur die Brachial-Methode. Will er vier Wochen Auszeit für die WM, wollen Sie anschließend vier Wochen Auszeit für Freundinnen-Runden, „Sex and the City“-Abende und Shopping-Nachmittage. Und in dieser Zeit nehmen Sie nichts in die Hand, was sich anfühlt wie Staubtuch und Putzlappen. Hat Ihr Partner während der WM schließlich auch nicht angefasst.

• Sieht Ihr Freund dagegen im Grunde ein, dass es neben Fußball auch noch andere schöne Hobbys gibt, holen Sie schnell den WM-Plan vom Wohnzimmertisch. Ein paar Stunden bleiben Ihnen noch, um die Pflichtspiele zu markieren und dabei Ihren Schatz daran zu erinnern, dass er auch noch partnerschaftliche Pflichten hat: angefangen beim Sex, über das gemeinsame Frühstück oder den Grillabend bei Freunden.

• Seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, geht im Leben selten, im Fußball immer. Lassen Sie Ihren Freund grölen, im Trikot zur Arbeit marschieren und jeden Abend zum Supermarkt laufen, um Sixpacks zu kaufen. Bestehen Sie im Gegenzug darauf, dass er sich von allen Kloppereien fernhält und genauso von Ihrem Bett. Menschen mit Bierfahne und Schweiß schlafen auf der Couch, auf dem Balkon oder noch besser direkt in der Badewanne.

• Ihre Wohnung ist Ihre Burg, und kein Fußballstadion. Wer in Ihrem Wohnzimmer reihert oder beim Torjubel eine Bierflasche nach der anderen umkippt, putzt. Sie sind schließlich Hausherrin und nicht der Putztrupp. Schicken Sie Ihren Partner und seine Kumpel beim ersten Spiel sofort zum Public Viewing. Eine Lösung, drei Vorteile: Sie sind die Fußballverrückten los, Ihr Partner wird ganz entzückt sein von Ihrem Verständnis – und Sie sparen massive Telefonkosten. Denn Distanz verhindert Konflikte, und Sie müssen nicht – voller Frust – beim Psychologen durchschellen. Denn dem Vernehmen nach machen einige von ihnen die WM zum Geschäft und bieten Nottelefone für die Beziehungsrettung an.

Trotz aller Kompromisse – die falsche Ansprache oder das Stören zum falschen Zeitpunkt kann verheerende Auswirkungen für Ihre Beziehung haben. Parship-Psychologe Markus Ernst sagt, welche Fehler Sie auf jeden Fall vermeiden müssen:

• Natürlich ist es ärgerlich, wenn Ihr Partner für jedes Spiel früher Feierabend macht oder sich gar einen Tag Urlaub gönnt. Weil er es sonst nie macht, und schon gar nicht, wenn Sie mit ihm etwas vorhaben. Zeit, Aufmerksamkeit, Flexibilität und Leidenschaft – all das, was Sie sich wünschen, bekommt der Fußball. Das Elfmeter-Schießen im Achtelfinale ist trotzdem ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für ein Gespräch mit dem Partner. Sie beide kommen allem näher – nur keiner Lösung.

• Wenn Sie bei einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft weinen und bei einer Niederlage lachen, wird es zum Krach kommen – keine Frage. Trösten müssen Sie Ihren Partner aber nicht, sagt Markus Ernst. Mit seinen Emotionen müsse der hartgesottene Fan allein klar kommen. „Wenn Sie Fußball nicht interessiert, müssen Sie nicht auf Krampf versuchen, mit ihm zu leiden“, so Ernst. „Sagen Sie nach einer Niederlage einfach ,Schade’. Und damit ist auch gut.“

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