Wie CDU-Mann Jens Spahn auf Schwulenhass im Netz reagiert

CDU-Finanzstaatssekretär Jens Spahn wollte einen schwulenfeindlichen Beitrag auf seiner Facebook-Seite nicht kommentarlos hinnehmen.
CDU-Finanzstaatssekretär Jens Spahn wollte einen schwulenfeindlichen Beitrag auf seiner Facebook-Seite nicht kommentarlos hinnehmen.
Foto: Michael Kappeler / dpa
Ein homophober Kommentar auf der Facebook-Seite von CDU-Politiker Jens Spahn veranlasste ihn zur Gegenrede. Dafür erntet er viel Lob.

Berlin.  Der Finanzstaatssekretär Jens Spahn hat auf eine homophobe Beleidigung in einem Facebook-Live-Video spontan reagiert, was ihm im Netz die Sympathie von vielen Nutzern einbringt. In einem seiner wöchentlichen Facebook-Live-Videos sprach der schwule und konservative CDU-Politiker zuvor über den Koalitionsvertrag – und insbesondere über die Erhöhung des Kindergeldes.

Das veranlasste einen Facebook-Nutzer dazu, einen homophoben Hass-Beitrag in die Kommentarspalte von Spahn zu schreiben. Spahn spießt die Beleidigung kurzerhand auf und geht in dem Live-Video direkt auf sie ein: „Ich kann ja mal vorlesen, was Sie hier sagen:,Mit kleinen Kindern kennt ihr Hinterlader in den Parteien Euch gut aus.’“

Spahn bezieht die Beleidigung dann auf sein inhaltliches Statement zum Kindergeld. „Wissen Sie, das ist jetzt eine besondere Form der Beleidigung, aber das lassen wir jetzt mal weg. Ich sag’ Ihnen mal was anderes: Freuen Sie sich doch, dass jemand wie ich sagt, ich möchte Familien unterstützen und ich möchte es möglich machen und mithelfen, dass mehr junge Paare sich für Kinder entscheiden.“

Anstatt dumme Sprüche zu machen, sagt Spahn weiter, könne der Nutzer doch sagen: „Schön, dass Sie junge Familien unterstützen.“ Zum Schluss bittet er den Nutzer, doch ein bisschen weniger das Trennende zu suchen. Das Urteil vieler anderer User: Eine gelungene Gegenrede gegen den Hass im Netz.

Spahn, bisher Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hatte kurz vor Weihnachten hat seinen Lebenspartner, den Journalisten Daniel Funke (36), geheiratet. Sein Name wird in der CDU zurzeit als erstes genannt, wenn es darum geht, jüngere Leute ins Kabinett zu holen. (les/dpa)

 
 

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