Wetterkapriolen von Schnee bis 22 Grad – Rekordoktober endet

Bei Temperaturen um 22 Grad Celsius springt eine junge Frau aus Regensburg am Berliner Strandbad Müggelsee ins kühle Nass.
Bei Temperaturen um 22 Grad Celsius springt eine junge Frau aus Regensburg am Berliner Strandbad Müggelsee ins kühle Nass.
Foto: Wolfgang Kumm / dpa
Ein gewaltiger Unterschied: In Ostdeutschland klettert das Thermometer heute auf über 20 Grad. Im Westen dagegen kann es schneien.

Offenbach.  Der Osten erhält den vermutlich letzten Sommertag in diesem Jahr, im Westen könnte es schneien. Am Dienstag erwartet Deutschland einen Temperaturunterschied von fast 20 Grad. Das finale eines besonderes Oktobers – es war einer der sonnigsten seit Anbeginn der Aufzeichnungen.

Im Osten des Landes ist es am Dienstag deutlich wärmer als im Westen. In der Eifel werden Höchstwerte von drei Grad erwartet, im Osten bis zu 22 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Nicht nur in Ostdeutschland gibt es sommerliche Temperaturen. In der ungarischen Hauptstadt Budapest kletterte das Thermometer am Montag auf 24,3 Grad Celsius, auf den höchsten Wert seit 90 Jahren, der dort an einem 29. Oktober registriert wurde. Heißester Ort in dem Land war am Montag die südostungarische Gemeinde Kübekhaza mit 27,1 Grad.

Oktober übermäßig sonnig – und viel zu trocken

Der Oktober 2018 war generell einer der sonnigsten seit Beginn der Messungen. Mit bundesweit rund 160 Stunden lag der Monat um 47 Prozent über dem Soll, wie der DWD nach den ersten Auswertungen seiner rund 2000 Messstationen berichtet.

Der Monat gehörte damit zu den fünf sonnigsten Oktobern seit Beginn der Messung 1951. Am längsten zeigte sich die Sonne im Allgäu, in Oberbayern und in der Fränkischen Alb - bis zu 200 Stunden lang.

Dürreperiode hält seit April an

Extrem war auch die Dürre in diesem Oktober. Mit rund 28 Litern pro Quadratmeter erreichte der Monat nur etwa die Hälfte seines Solls. In der Pfalz, in Rheinhessen und im Hunsrück fiel bis zum 29. Oktober mancherorts nicht einmal ein Liter Regen. So verlängerte sich die seit April anhaltende extreme Dürreperiode bis in den Herbst.

Rekorde gab es auch bei der Temperatur, wenn auch nur lokal. In Düsseldorf, Waltrop-Abdinghof bei Dortmund und Tönisvorst am Niederrhein zählte der DWD sieben Tage mit über 20 Grad Oktoberrekord. Der bundesweite Temperaturdurchschnitt lag mit 10,7 Grad um gut eineinhalb Grad über dem Mittelwert.

Warum die großen Temperaturunterschiede?

Dass es jetzt Ende Oktober in Deutschland nochmal wahlweise sehr warm oder doch sehr frisch wird, kann der DWD erklären. Die Bundesrepublik liege aktuell zwischen einem Hoch über Nordeuropa und einem Tiefdruckkomplex, das von Südwestdeutschland in die südliche Nordsee ziehe.

Im Westen und Südwesten könne es zudem ab einer Höhe von 400 bis 600 Meter schneien. Auch Niederschläge und Glättegefahr sagen die Meteorologen für den Westen voraus. Im Südschwarzwald, auf der Alb und im Allgäu gab es bereits am Montag bis zu 15 Zentimeter Neuschnee. Winterlich mit Schnee zeigte sich auch der Brocken.

Wetterdienst sagt schwere Sturmböen voraus

In vielen Regionen Deutschlands bleibt es laut DWD windig. So kann es an den Küsten, vom Westen bis nach Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie in der Südhälfte Deutschlands zu Sturmböen kommen. In einigen exponierten Lagen seien schwere Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit möglich.

In der Nacht zu Dienstag kam es im Süden Bayerns zudem zu einigen Sturm-Einsätzen. Besonders viele Einsätze gab es in und um Garmisch-Partenkirchen. Mehrere Bäume seien umgestürzt, so dass es massive Behinderungen auf der Bundesstraße B2 gegeben habe, teilte die Polizei mit.

„Siglinde“ war gnädig

Auf der Zugspitze wurden laut DWD der vorläufige Spitzenwert der Nacht mit mehr als 130 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit gemessen. Der Wind sei insgesamt aber schwächer geblieben, als angenommen worden war. In Alpentälern seien aber noch schwere Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern möglich.

Bereits vor einer Woche war ein Sturmtief durch weite Teile Deutschlands gezogen. „Siglinde“ hatte für orkanartige Böen und leichte Sturmfluten an der Küste gesorgt – allerdings ohne größere Schäden anzurichten. (dpa/jha)