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Was tun, wenn man mal muss? – Sieben Stau-Tipps

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Foto: dpa
In den Sommerferien ist auf Autobahnen, nicht nur in Nordrhein-Westfalen, oft Stillstand angesagt. Manchmal stundenlang. Wann es sich lohnt, von der Autobahn abzufahren, wie Kinder bei Laune gehalten werden und wie man das Pipi-Problem löst, erfahren Sie hier.

Essen. 

Nachts fahren oder sonntags? Schleichwege wählen oder aufs Navi hören? All diese Tricks bringen nichts, wenn Tausende die gleiche Idee haben. Man trifft sich im Stau. In den Ferien kommt es auf Autobahnen oft zu Engpässen. Was Fahrer machen sollten, wie alle an Bord die Nerven bewahren und warum Rüpel vieles richtig machen:

1 Warnung

Sie landet über das Radio, das Navigationsgerät oder über Hinweise auf Tafeln an der Autobahn beim Fahrer. „Warnungen vor einem Stau sollte man ernst nehmen und sich auf stockenden Verkehr einstellen“, sagt ADAC-Sprecher Otto Saalmann. Also achtsam sein, das Tempo reduzieren, Sicherheitsabstand einhalten. Saalmann rät aber davon ab, sofort überstürzt von der Autobahn zu fliehen. Das bringe meist nichts, denn Landstraßen seien für so viel Verkehr nicht ausgerichtet. Ausnahme: eine Vollsperrung der Autobahn.

2 Rettungsgasse

Wie war das noch mal? In der Fahrschule damals wussten wir es noch: Auf zweispurigen Autobahnen wird auf der rechten Fahrbahn weit rechts gefahren, auf der linken weit links, um eine Lücke zu lassen.

Für dreispurige Strecken gilt, dass der Platz zwischen der linken und der mittleren Spur für Rettungswagen freigemacht werden muss.

3 Reißverschluss-Verfahren

Kennen Sie auch diese unverschämten Rüpel, die vor einer Baustelle an der Schlange vorbeirauschen und einfach bis zum Ende der gesperrten Spur fahren, um sich erst auf den letzten Metern einzufädeln? Das sind keine Rüpel, die machen alles richtig. „Leider haben noch nicht alle dieses Reißverschluss-Verfahren verinnerlicht“, sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat.

Wer zu früh zum Spurwechsel ausschert, provoziere Chaos und Verzögerungen. Richtig sei, den Platz bis zur Baustelle auf allen Fahrstreifen auszunutzen. Am Ende sei Teamgeist gefragt: Jeder auf der weiterführenden Spur sollte ein Fahrzeug vor sich einfädeln lassen.

4 Motorradfahrer

Sie müssen sich ebenfalls hübsch hinten anstellen. Auch wenn es verlockend ist: Sie dürfen sich nicht zwischen den Autoschlangen durchwurschteln. Werden sie erwischt, drohen 100 Euro Bußgeld und Punkte in Flensburg.

5 Kinder

Ein sensibles Thema. Wichtig sind regelmäßige Pausen, am besten alle zwei Stunden, damit der Nachwuchs toben kann. Im Internet unter www.rast.de und www.autohof.net können Eltern schon vor Reiseantritt recherchieren, welche Raststätten einen Spielplatz oder Wickelräume anbieten.

„Papa, wann sind wir endlich da?“ – Gerade in Staus brauchen Kinder Ablenkung. Experten raten, ausreichend Essen und Getränke einzupacken, dazu Hörspiele oder richtige Spiele. Aber Achtung: Ärzte warnen, dass einigen Kindern im Auto schnell schlecht wird, vor allem auf kurvenreichen Strecken. Lesen könne diese Übelkeit noch begünstigen, gleiches gilt für den Trend, den Nachwuchs hinten eine DVD schauen zu lassen. „Außerdem darf das Spielzeug auf dem Rücksitz nicht dazu führen, dass der Fahrer sich nicht mehr traut, richtig zu bremsen aus Angst, alles könnte durch den Wagen fliegen“, warnt Verkehrsexperte Sven Rademacher.

6 Pipi-Pause

Im Stau ist die Not am größten. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Tapfer sein oder eine Einmal-Toilette im Auto haben. Die gibt es wirklich, zu bestellen über amazon.de (Suchwort „Wegwerf-Urinal“, 3 Stück, 6 Euro).

7 Klima

Es ist in Stress-Situationen oft vergiftet. Dabei gilt für alle: Gerade im Stau nicht die Nerven verlieren. „Das ist gewiss nicht der richtige Zeitpunkt für Zoff mit dem Partner“, sagt auch Rademacher. Besser: Einen Parkplatz ansteuern, notfalls eben im Schneckentempo, damit alle tief durchatmen können.