Warum es bei „Marie Brand“ voll auf die Zwölf gibt

Mariele Millowitsch als Marie Brand in der gleichnamigen Krimi-Reihe.
Mariele Millowitsch als Marie Brand in der gleichnamigen Krimi-Reihe.
In deutschen Krimis ist der scharfe Spruch in der Regel die schärfste Waffe. Es geht aber auch anders, wie die ZDF-Reihe „Marie Brand“ beweist. In der Box-Episode „Das Mädchen im Ring“ gibt es voll auf die Zwölf. Dabei erweist sich nicht nur die junge Schauspielerin Natalia Rudziewicz als ausgesprochen schlagfertig.

Essen.. Die Krimi-Reihe „Marie Brand“ (ZDF, Mittwoch 20.15 Uhr) mit Mariele Millowitsch gehört zum TV-Schwarzbrot. Dennoch wartet die Ermittlerin gelegentlich mit positiven Überraschungen auf. Diesmal ist es „Das Mädchen im Ring“ (Episodentitel), das den Wandel der Geschlechterrollen zeitgeistig spiegelt. Früher durften TV-Frauen bestenfalls verbal schlagfertig sein, jetzt teilen sie auch aus.

Eckehard Ziedrich (Buch) und Josh Broecker (Regie) stellen eine junge Frau aus der Kölner Bronx in den Mittelpunkt: Die Kleinkriminelle Sina (Natalia Rudziewicz) ist Täterin und Opfer zugleich. Sie nimmt an einem Box-Projekt teil, das dem Abbau von Aggression dienen und zugleich neue Straftaten verhindern soll. Und dann wird ausgerechnet Sinas Trainer Tarik (Christian Lessiak) ermordet aufgefunden.

Zwei gegensätzliche Milieus prallen aufeinander

In der Episode prallen zwei gegensätzliche Milieus aufeinander. Das Sport-Projekt wird von einem Professor (Philipp Hochmair) wissenschaftlich begleitet. Und der wird von Sina beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Natalia Rudziewicz spielt die junge Frau mit der Problem-Biografie beeindruckend intensiv. Sie begreift ihr Leben als Kampf. Sie sieht sich auch außerhalb des Rings in die Ecke getrieben. Folge-richtig steht sie in Lauerstellung.

Seine Fäuste lässt übrigens auch Brands Assistent Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) sprechen. So körperbetont kommen deutsche Krimis selten daher. Und das ist kein Mangel.

 
 

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