Vox-Castingshow "X Factor" geht mit Sarah Connor auf Kuschelkurs

Die X Factor Jury 2012 (v.l.): H.P. Baxxter, Sandra Nasic, Moses Pelham und Sarah Connor.
Die X Factor Jury 2012 (v.l.): H.P. Baxxter, Sandra Nasic, Moses Pelham und Sarah Connor.
Foto: Vox
Am Samstag startet die dritte Staffel der Casting-Show, zunächst bei RTL, dann läuft sie bei Vox. Trotz zuletzt niedriger Quoten hält sie ein ziemlich hohes Niveau. Tränenbeichten wird es nicht geben. Die neue Jury um Sarah Connor geht eher auf Kuschelkurs.

Köln. X Factor geht in die dritte Runde. Und obwohl Deutschland theoretisch längst durchgecastet ist, haben sich angeblich wieder 24 000 Leute beworben. 92 davon kann man in den kommenden Wochen sehen. Zum Auftakt als Starthilfe am Samstag bei RTL (20.15 Uhr), ab morgen dann jeden Sonntag bei Vox (20.15 Uhr).

Nein, das ist kein einfacher Termin. Wo zeitgleich im Ersten der Tatort läuft, beim Muttersender RTL gerne ein erfolgreicher Kinofilm und auf Sat.1 ein Krimi nach dem anderen. Aber was ist schon leicht bei einer Casting-Show im Jahr 2012, in dem selbst DSDS massiv an Zuschauern eingebüßt hat. Vielleicht haben sie bei Vox auch deshalb „alles neu“ gemacht. Vor allem die Jury.

InterviewSarah Connor ist noch da, trägt die Haare aber nicht mehr blond, sondern brünett. Neu an ihrer Seite in der X-Factor-Jury sind Musikproduzent Moses Pelham, Guano Apes-Sängerin Sandra Nasic und H. P. Baxxter, Sänger von Scooter – wenn man „Hyper Hyper“ denn Gesang nennen möchte. Vier statt drei Juroren also – aber alles „alte Hasen“ im Musikgeschäft.

Es gibt neue Regeln beim X-Factor-Casting 

Neue Regeln gibt es auch. Erstmals dürfen in diesem Jahr Bands an den Start gehen und um den Sieg und einen Plattenvertrag kämpfen. Geblieben sind die vier Stationen auf dem Weg zum Erfolg: Wer die Castings übersteht, darf ins Boot Camp und später ins JuryHaus, bevor es schließlich in die Liveshows geht.

„Das Niveau ist hoch“, verkündet der Sender und ein Blick in die erste Sendung zeigt, dass das nicht gelogen ist. Allerdings ist die Show schon in den ersten beiden Staffeln nicht durch talentfreie Kandidaten aufgefallen. Im Gegenteil. X Factor-Finalisten können in der Regel tatsächlich singen.

Doch das hat in der Vergangenheit weder ihnen, noch dem Sender viel genutzt. Sowohl Edita Abdieski als auch David Pfeffer, die Sieger der Jahre 2010 und 2011, haben sich schnell eingereiht in die lange Reihe der Vergessenen. Und die Quoten haben bei Vox auch nicht zum verstärkten Öffnen von Champagnerflaschen geführt.

The Voice Of Germany macht X Factor Probleme 

Was aber vielleicht noch schlimmer ist: The Voice Of Germany, das im Herbst bei Sat.1 zurückkehrt, hat X Factor in der Wahrnehmung der Zuschauer als „seriöse Casting-Show“ längst überholt. „Das ärgert mich“, gibt Vox-Chefredakteur Kai Sturm zu und kündigt wohl auch deshalb an, bei der Produktion der dritten Staffel „sehr dokumentarisch“ arbeiten zu wollen.

Will sagen: Tränentreibende Schicksalsgeschichten über die Kandidaten wird es nicht geben. Wohl aber verstärkte Blicke auf das Geschehen hinter der Bühne, wo die Kandidaten auf ihre Auftritte warten und ihr Lampenfieber bekämpfen.

Viel zu befürchten haben sie von der Jury allerdings nicht. Denn auch in neuer Besetzung wird – jedenfalls zum Auftakt – meist Kuschelkurs gefallen. Hochgezogene Augenbrauen sind da beinahe schon die Krönung der Kritik. Und wenn es wirklich mal nicht ganz so toll war, dann hat es die Juroren „irgendwie nicht berührt“. „Aber gib’ nicht auf.“

Macht Vox ja auch nicht.

 
 

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