Zebra „Pumba“ erschossen: Zirkus-Mitarbeiter in Tränen aufgelöst – „Es hat ganz brav hier gestanden“

Zirkus-Dompteur Angelo Madel kniet verzweifelt neben dem erschossenen Zebra Pumba.
Zirkus-Dompteur Angelo Madel kniet verzweifelt neben dem erschossenen Zebra Pumba.
Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Liepen. Was für eine Tragödie in Mecklenburg-Vorpommern. Das Zebra eines Zirkus büxt aus und wird von Einsatzkräften der Tierrettung mit zwei Schüssen niedergestreckt.

Das Tier, welches in der Nacht zum Mittwoch aus dem Zirkus entkam, legte bei seiner Flucht eine ganze Autobahn lahm. Doch es gibt Zweifel: War der tödliche Schuss wirklich notwendig?

Zirkus: Zebra entwischt beim Ausladen

Es war ein herzzerreißendes Bild, dass sich in Liepen am Mittwoch zeigte: Völlig verzweifelt standen die Mitarbeiter des Zirkus Barley am Straßenrand, vor ihnen lag der leblose Körper des schwarz und weiß gestreiften Pumba. Tränen flossen über die Wangen der Zirkusmitarbeiter.

+++ Dortmund: Botschafter fällt hartes Urteil über die Stadt – „Es ist beschämend“ +++

Wie kam es überhaupt zu dem Todesschuss? In der Nacht auf Mittwoch entkam das Zebra bei der Ankunft des Zirkus in Tessin, einer Stadt in Mecklenburg-Vorpommern bei Rostock. Beim Ausladen kam es zu Schwierigkeiten, die Schwertransporter mit den Tieren konnten nicht auf das geplante Zirkusgelände.

Pumba sorgt für Unfälle und Chaos

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reichte Pumba beim Ausladen, um gemeinsam mit einem weiteren Zebra Reißaus zu nehmen. Im Gegensatz zu Pumba ließ sich sein Artgenosse schnell wieder einfangen und zurückbringen. Das flüchtige Zebra sorgte bei seiner weiteren Flucht für mächtig Chaos.

Am Mittwochmorgen lief das Zebra nämlich auf die A20, die direkt an Tessin vorbei führt. Dort verursachte es einen Unfall, als zwei Autos dem Zebra ausweichen wollten und sich gegenseitig touchierten. Verletzt wurde niemand, doch die Behörden nahmen den Unfall zum Anlass, die Autobahn zu sperren.

+++ Hund: Frau kuschelt mit süßem Welpen – danach verliert sie Arme und Beine +++

Es blieb nicht der einzige Blechschaden auf Pumbas Flucht. Auch die Motorhaube eines Wagens so wie ein Streifenwagen der Polizei erlitten Beschädigungen.

Tragisches Ende in Liepen

Pumbas Ausbruch endete schließlich auf tragische Weise wenige Kilometer westlich von Tessin in Liepen. Mitarbeiter der Tierrettung streckten das fünfjährige Zebra mit zwei gezielten Schüssen nieder. Dazu benutzten sie scharfe Munition. Augenzeugen behaupteten im Anschluss: Das wäre überhaupt nicht nötig gewesen.

Der Rostocker Stadtsprecher verteidigt das Vorgehen der Behörden. Die Gefährdung anderer sei nicht ausgeschlossen und das Tier war „nach Einschätzung der Mitarbeiter nicht zu bändigen.“ Aus etwa 60 Metern Entfernung seien deswegen die tödlichen Schüsse abgegeben worden.

Zwei Versionen zu den Todesschüssen

Ganz anders klingt das bei Anwohnerin Petra Melchin. Sie sah den Einsatz als Augenzeugin und sagte: „Es ging doch gar keine Gefahr aus.“ Auch von den 60 Metern, von denen in der Version der Rostocker Stadtsprecher die Rede ist, ist bei den Schilderungen der Anwohnerin keine Rede mehr. Ihrer Aussage nach seien die Schüsse aus einer Entfernung von weniger als zehn Metern gefallen.

Sie unterstützt damit auch die Erzählungen von der Chefin des Zirkus, Adriane Ortmann. Ihr sei von der Polizei versichert worden, Pumba werde lediglich betäubt. Gegenüber dem Sender „Antenne Mecklenburg-Vorpommern“ sagte sie: „Er hat ganz brav hier gestanden.“

------------------------------------

• Mehr Themen:

Schon zwei Tote: Fleischhersteller aus Hessen ruft weltweit ALLE Produkte zurück

DHL: Post streicht Mitarbeitern drei Monatsgehälter – wenn ihnen DAS passiert

• Top-News des Tages:

Schriftstellerin will den Tag der Deutschen Einheit abschaffen – weil sie etwas gehörig nervt

Michael Schumacher: Wirbel um seinen Zustand! Beraterin wird deutlich: „Sehe keine Alternative“

-------------------------------------

Auch wenn der Schock tief sitze, soll es mit den Aufführungen in den nächsten Tagen weitergehen. Der Zirkus will allerdings Anzeige gegen den Schützen erstatten. (dpa/dav)

 
 

EURE FAVORITEN