Wissenschaft: Schon lange ausgestorbene Tierart gesichtet – Spektakuläre Studie sorgt für Aufsehen

Wissenschaft: Ein ausgestorben geglaubtes Tier könnten noch am Leben sein. (Symbolbild)
Wissenschaft: Ein ausgestorben geglaubtes Tier könnten noch am Leben sein. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Westend61 / United Archives International

Das Thema Artensterben beschäftigt heutzutage nicht nur die Wissenschaft, sondern ist in aller Munde.

Doch möglicherweise ist ein für ausgestorben gehaltenes Tier gar nicht so tot, wie die Wissenschaft bislang angenommen hat. Das berichtet jetzt das Fachmagazin „bioRxiv“.

Wissenschaft: Dieses Tier könnte noch am Leben sein

Bereits im Jahr 1900 galt er als extrem selten, 1936 starb das letzte bekannte Exemplar seiner Gattung im Zoo. Die Rede ist vom Tasmanischen Tiger, auch bekannt als Tasmanischer Beutelwolf – doch der Wolf aus dem Zoo in Hobart (Australien) war möglicherweise doch nicht der letzte seiner Art.

Da haben jetzt Forscher aus Australien berechnet. Ja, richtig gelesen: Die Studie basiert auf Zahlen. Denn immer wieder haben Tierfreunde von angeblichen Sichtungen berichtet. Die haben Forscher jetzt zusammengetragen. Insgesamt soll das Tier 1237 Mal zwischen 1910 und 2019 gesichtet worden sein:

  • darunter 429 Sichtungen durch Experten,
  • 99 physische Spuren-Indizien
  • und 226 nicht-verifizierte Einträge

Anhand dieser Zahlen haben die Forscher eine Datenbank angelegt und Berechnungen durchgeführt.

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Wissenschaft: Ergebnis einer Studie zum Tasmanischen Tiger überrascht

Deren überraschendes Ergebnis: „Entgegen der Erwartung ist das abgeleitete zeitliche Fenster seines Aussterbens breit und erstreckt sich von den 1980er Jahren bis heute.“

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Bekannte ausgestorbene Tierarten (Quelle: Nabu):

  • Quagga: Die Unterart des Steppenzebras war in Südafrika ursprünglich weit verbreitet, doch das letzte Exemplar in Freiheit starb vermutlich in der Dürre von 1877, im Zoo überlebte ein Tier bis 1883
  • Stellers Seekuh: Erst 1741 entdeckten sie die Forscher, doch schon zu diesem Zeitpunkt gab es nur noch etwa 2000 Exemplare. Das letzte dieser Tiere starb vermutlich rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung
  • Auerochse: Der letzte Vertreter dieser bis zu 1000 Kilo schweren Rinderart starb im frühen 17. Jahrhundert aus
  • Kleiner Kaninchennasenbeutler: Er lebte im trockenen Landesinneren Australiens und wurde zuletzt 1931 gesichtet – heute gilt er sicher als ausgestorben

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In anderen Worten: Möglicherweise schleichen einige wenige Tiere noch immer durch den Urwald der Insel Tasmanien an der Südspitze Australiens.

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Die Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Sichtungen zwischen 1940 und 1999 relativ konstant geblieben war. Ab dem Jahr 2000 habe es dann einen deutlichen Knick nach unten gegeben – Zahl und Qualität der Sichtungen habe an diesem Punkt abgenommen.

Wissenschaft: Tasmanischer Tiger am Leben? So wahrscheinlich ist es

Es sei daher wahrscheinlich, dass der Tasmanische Tiger zumindest bis zum Ende der 90er Jahre noch nicht ausgestorben war. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch heute einzelne Vertreter dieser Art durch Tasmanien schleichen, liege demnach bei 17 Prozent.

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Wissenschaft: Das könnte die Studie der heutigen Tierwelt nützen

Die Ergebnisse dieser Studie könnten nun einen Beitrag zur Rettung bedrohter Arten leisten, heißt es in dem Paper. „Möglicherweise haben unsere Ergebnisse für diese ikonische Tierart nur noch symbolischen Wert, doch unsere Methodik ist auch bei weiteren bedrohten Tierarten anwendbar“, heißt es in dem Bericht bei „bioRxiv“.

„Sie kann dabei helfen, Erhaltungsmaßnahmen zu priorisieren und die Suche nach seltenen Lebewesen mit ungewissem Status zu unterstützen.“ (vh)