Wissenschaft: Forscherin deckt Jahrtausende alte Geheimnisse auf – „Ganz unangenehm“

Wissenschaft: Eine Forscherin untersucht einen ganz besonderen Aspekt des alten Ägyptens. (Symbolbild)
Wissenschaft: Eine Forscherin untersucht einen ganz besonderen Aspekt des alten Ägyptens. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / CHROMORANGE

Bei der Rekonstruktion längst vergangener Zeiten geht die Wissenschaft teilweise recht ungewöhnliche Wege.

Denn oftmals wollen die Forscher mehr als nur reine theoretische Fakten über die Vergangenheit sammeln. Nur allzu gerne würde die Wissenschaft die altertümlichen Epochen mit allen Sinnen erfahren können. Die Ägyptologin Dora Goldsmith hat sich das zur Aufgabe gemacht – und weiß nun genau, wie das antike Reich am Nil wohl gerochen haben muss.

Wissenschaft: Forscherin rekonstruiert Gerüche des alten Ägyptens

Gerüche waren im alten Ägypten von immenser Bedeutung. Wohlriechende Düfte wie Brot, Wein, Lotusblumen oder Blumensträuße lockten die Götter in ihre Tempel – und solange die Götter sich dort in ihrem „Zuhause“ aufhielten, herrschte Frieden in Ägypten, erklärt Goldsmith. „Jeder Duft hatte eine Botschaft.“

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Die gesamte Welt wurde nach Gerüchten in Gut („Maat“) und Böse („Isfet“) eingeteilt. „Die Ägypter haben geglaubt, dass Welt alleine stinkt“, so die Ägyptologin. „Und man braucht den König, um Maat, diese Welt von Ordnung und Gerechtigkeit zu schaffen. Gleichzeitig schafft er auch Düfte für die Welt, damit die Menschen leben können.“

Duftstoffe konnte damals theoretisch jeder kaufen, jedoch waren sie oft sehr teuer, da sie aus dem Ausland importiert wurden. Die wohlhabenden Ägypter konnten sich daher meist bessere Düfte leisten.

Dieser Geruch galt damals als „sexy“

Goldsmith untersucht althistorische Texte von 3.400 vor Christus bis 500 nach Christi und scannt diese auf Wörter wie „Duft“, „stinken“, „Parfum“, „riechen“ oder „Geruch“. Die Rezepte, die sie dabei findet, produziert sie manchmal selbst nach – das nennt sie „experimentelle Archäologie“.

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„Es gibt Sachen, die ich nicht so angenehm finde, zum Beispiel Kampfer, damit haben die Ägypter ganz gerne Kleidungen getränkt und sie fanden das sexy“, erklärt die 34-Jährige. „Und für mich ist Kampfer überhaupt nicht sexy, ich finde das ganz unangenehm.“

Dora Goldsmith riecht auch an Mumien

Sogar vor Mumien macht die Forscherin nicht halt. „Ich hab an alle mögliche Sachen gerochen, also Tiermumien, Menschenmumien, Särgen, alles was organisch ist, habe ich gerochen“, erzählt Goldsmith. In Museen erntete sie dafür den ein oder anderen verwunderten Blick – dabei rochen die historischen Überreste nicht zwingend widerlich.

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„Ich hab sogar an einem einbalsamierten Magen gerochen, das war in einem Museum in Hannover“, erinnert sich die Ägyptologin im Gespräch mit „Deutschlandfunk Kultur“. „Das hatte den besten Geruch, ich wollte danach essen.“ (at)