Wissenschaft: Diese Mumien wurden schon vor 400 Jahren ausgegraben – jetzt kommt ihr Geheimnis raus

Wissenschaft: Jetzt gelang es Forschern, das Geheimnis über die antiken Mumien zu lüften.
Wissenschaft: Jetzt gelang es Forschern, das Geheimnis über die antiken Mumien zu lüften.
Foto: Sculpture Collection, Dresden State Art Collections, photos: H.-P. Klut/E. Estel

Vor 400 Jahren wurden mehrere antike Mumien in Ägypten ausgegraben, die viele Rätsel aufwarfen. Experten aus der Wissenschaft versuchten, ihr Geheimnis zu lösen - allerdings ohne Erfolg. Doch jetzt ist es einem Expertenteam gelungen, Klarheit über die Mumien zu schaffen.

Sie untersuchten die Tausende Jahre alten Mumien erstmals mittels Computertomografie (CT) und fanden Erstaunliches heraus.

Wissenschaft: Mumien vor 400 Jahren ausgegraben – jetzt kommt ihr Geheimnis raus

1615 wurden zwei alte Mumien in einem Felsgrab in Ägypten entdeckt. Sie gehören gemeinsam mit einer dritten Mumie zu den einzigen bekannten „Stuck-verhüllten-Portraitmumien“ aus Sakkara, einer alten ägyptischen Nekropole. Entgegen anderer in Särgen begrabenen Mumien waren die drei Personen auf Holzbretter gelegt worden. Dazu wurden sie in Mumien-Leichentücher eingewickelt und mit 3-D-Gips, Gold und einem Ganzkörperportrait verziert.

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Nach ihrer Entdeckung wechselten zwei der drei Mumien mehrmals ihren Besitzer und reisten so durch mehrere Länder, bis sie schließlich in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden landeten. Und jetzt hat ein Forscherteam um Studienleiterin Stephanie Zesch das Geheimnis um die drei antiken menschlichen Überreste - ein Mann, eine Frau und ein Mädchen aus der Zeit zwischen 30 v. Chr. bis 395 n. Chr. - gelüftet.

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Studie offenbart erstaunliche Details

Ihre Studie ergibt nun, dass mindestens das Mädchen mit Organen inklusive Gehirn begraben worden war. Und das Gehirn war noch immer identifizierbar. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass weder das Gehirn noch die inneren Organe entfernt wurden“, sagte Zesch von den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Das Mädchen starb im Alter von 17 und 19 Jahren und hatte einen gutartigen Tumor in ihrer Wirbelsäule, welcher häufiger bei Menschen über 40 Jahren auftritt, so die Forscher.

Die mumifizierte Frau starb im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Auch hier konnten die Experten eine Erkrankung feststellen: fortgeschrittene Arthritis im linken Knie. Die dritte Mumie, der Mann, starb im Alter zwischen 25 und 30 Jahren und hatte durchgebrochene Zähne und mehrere Hohlräume, sind sich die Experten des German Mummy Project an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden, des Instituts für Mumienforschung – Eurac Research in Bozen und der amerikanisch-ägyptischen Horus Study Group sicher. Einige seiner Knochen waren gebrochen und durcheinander; wahrscheinlich, weil ihn jemand kurz nach der Entdeckung der Mumie ausgepackt hatte.

„Aufgrund dieser sehr kostbaren Leichentücher sind wir sicher, dass diese Personen Mitglieder der höheren sozioökonomischen Klasse sein müssen“, so Zesch. Denn beide Frauen wurden mit mehreren Halsketten begraben, das Mädchen trug zudem eine Haarnadel. Darüber hinaus wurden die Mumien mit Artefakten und Münzen oder Medaillons bestattet, die möglicherweise für den Fährmann, Charon, aus der griechischen und römischen Mythologie gedacht waren, der die Toten über den Totenfluss bringt.

Die Mumie des Mannes und der Frau sind in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausgestellt, die Mumie des Teenagers wird hingegen im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt. (nk)