Wetter: Winter-Prognose verunsichert – Kachelmann reagiert

Wird der Winter besonders hart oder besonders mild? Jörg Kachelmann hält Prognose für verfrüht.
Wird der Winter besonders hart oder besonders mild? Jörg Kachelmann hält Prognose für verfrüht.
Foto: dpa/Montage: Der Westen

Das Jahr hat uns in Sachen Wetter bisher einige Extreme beschert. Im Sommer zogen zwei nahezu beispiellose Hitzewellen über das Land und brachten jeweils Temperaturen von mehr als 40 Grad nach Deutschland. Der Sommer 2019 - er war einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und das nach dem ebenfalls extrem heißen Sommer im Jahr 2018.

Und auch der Herbst spart bisher nicht mit Extremen - auch, wenn die weniger auffälig sind, als noch im Sommer.

Aber Mitte Oktober waren es in weiten Teilen Deutschland sogar über 20 Grad. Und auch Ende Oktober ist von einem Einbruch der Temperaturen nichts zu spüren.

Wetter in Deutschland: Zahlreiche Temperaturrekorde im Oktober

Wie der Deutsche Wetterdienst berichtet, stiegen die Temperaturen in Müllheim (Baden-Württemberg) am 13. Oktober sogar auf 27,5 Grad an. Auch in NRW, Niedersachsen und anderen Teilen Deutschlands pendelte die Temperatur um die 25-Grad-Marke. Selbst der hohe Norden durfte sich teilweise noch 20 Grad freuen.

Später vermeldete der DWD dann, dass im Oktober zahlreiche neue Temperaturrekorde aufgestellt wurden:

Und auch für den September vermeldete der DWD schockierende Werte. Demnach war der September 2019 der weltweit wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1890. Nur der September 2015 war ähnlich warm. Auch weitere Werte zeigen die fortschreitende Klimaerwärmung:

  • Der August 2019 war der zweitwärmste August, der je gemessen wurde (auf Platz eins liegt der August 2017)
  • Die Periode zwischen Januar und September war global gesehen die zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen (nach dem entsprechenden Zeitraum 2016)
  • In Deutschland war es die drittwärmste Januar-September-Periode seit Beginn der Aufzeichnungen

Am Wochenende zog dann tatsächlich doch noch echtes Herbstwetter auf. Die Temperaturen fielen um die Marke von zehn Grad und zumindest im Westen Deutschlands regnete es unablässig. Das Herbstwetter verabschiedete sich dann aber bereits zu Beginn der Woche.

Wetter: Kein Wintereinbruch in Sicht

Trotzdem steht für Meteorologe Dominik Jung fest: „Es bleibt zu warm für die Jahreszeit. Mit einem Wintereinbruch ist weiterhin nicht zu rechnen.“ Das Thermometer hat bislang meist tagsüber nur milde zweistellige Werte angezeigt. Und im Süden Deutschlands blieb das Klima mild, hier herrschte weiterhin der „Goldene Oktober“. Auch am Montag lagen die Temperaturen teilweise noch bei über 20 Grad wie der „Deutsche Wetterdienst“ berichtet:

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Und auch die kommenden Tage, an denen der Oktober seinem Ende entgegen geht, werden keinen Temperaturabsturz bringen. Wie der „Deutsche Wetterdienst“ berichtet, rutscht Deutschland ab Mittwoch wieder unter den Einfluss von Hochdruckgebieten. Und an dieser Entwicklung dürfte sich wenig ändern.

Wetter: Langfristige Prognosen schwierig

Denn laut Jung hat die US-Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) berechnet, dass die Oktober-Temperaturen in Deutschland ein Grad über dem langjährigen Mittel liegen - eine bedenkliche Entwicklung, schließlich stellte auch der Sommer neue Hitzerekorde auf. Auch die Prognosen für Januar und Februar zeigen deutliche Ausschläge nach oben.

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Kältephase im vergangenen Jahrhundert:

  • Obwohl die Temperaturen seit dem frühen 18.Jahrhundert eigentlich stetig steigen, gab es eine Kühlphase zwischen dem Ende der 1930er-Jahre und den späten 1960er-Jahren
  • Ab besonders kalt gelten die Winter 1939/1940, 1941/1942, 1946/1947 sowie 1962/1963
  • In Europa fiel etwa 1962 bereits im November Schnee, in Osteuropa fielen die Temperaturen auf minus 40 Grad Celsius
  • Die Kälte zeigte sich auch sehr bildlich. So schwammen im Winter 1962/1963 auf dem niederländischen Wattenmeer ganze Eisberge und der gesamte Bodensee war zugefroren. Das war davor zuletzt 1830 der Fall - und kam seit 1963 kein einziges Mal mehr vor

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Entsprechende Vorhersagen gestalten sich allerdings immer als schwierig, da selbst modernste Modelle für so lange Zeiträume kaum gehaltvolle Prognosen liefern können. Vergangenes Jahr etwa lag NOAA zumindest in den USA ziemlich daneben.

Beschert uns die Sonne einen Rekordwinter?

Eine komplett andere Prognose lieferte dann auch die deutschsprachige Variante von „The Weather Channel“. Dort wird zwar auch auf die Prognosen von NOAA hingewiesen, aber trotzdem vor einem Rekordwinter gewarnt. Grund sei die Aktivität der Sonne, die aktuell auf ein Minimum zusteuere. Das spreche für einen sehr kalten Winter.

Meteorologe Jörg Kachelmann hingegen weist diese Theorie als Unsinn ab. Die Prognose sei „trottelhaft“ und „verrückter Schwachsinn“.

Wetter in Deutschland: Hunderte Rekorde im Sommer 2019 gebrochen

Nach einer Analyse des US-Klimainstituts Berkeley Earth wurden im Sommer mehrere hundert Temperaturrekorde gebrochen - die meisten davon in Deutschland, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden.

Wärme bis zum Jahresende?

Bisher war der Winter 2006/2007 der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Damals lagen die Temperaturen etwa vier Grad über dem langjährigen Mittel.

Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Sommer mit einer Durchschnittstemperatur von 19,2 Grad Celsius der drittwärmste seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Wärmer waren nur die Sommer 2003 (19,7 Grad) und 2018 (19,3 Grad). Damit mehren sich die Anzeichen darauf, dass wir uns in Zukunft auf immer heißere und extremere Sommer einstellen müssen.

Und Dominik Jung macht wenig Hoffnung darauf, dass der Winter aus der Reihe tanzt. Auch diese Monate würden wahrscheinlich „deutlich zu warm“ für die Jahreszeit, so Jung. Laut Daten von „NOAA“ werden die Temperaturen zwei Grad über dem langjährigen Mittel liegen.

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Dürre 2019:

  • Die Natur litt 2019 weniger unter der großen Hitze und vielmehr unter der Dürre
  • Wie „National Geographic“ berichtet, fiel die Niederschlagsmenge 2019 um 27 geringer aus, als 2018
  • Der Grundwasserspiegel hat unter der Dürre derart gelitten, dass es im Herbst/Sommer doppelt so viel wie üblich regnen müsste, um den „normalen“ Jahresniederschlag zu erreichen
  • Der Regen im Herbst fängt jetzt so langsam an, die Wasserspeicher wieder aufzufüllen.

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Das heißt natürlich nicht, dass es nicht trotzdem hin und wieder sehr kalte Phasen im Winter geben kann, auch Schnee ist durchaus möglich. Allerdings dürften die Regel wohl eher mäßig kalte Tage werden.

+++Wetter: Wintereinbruch steht bevor! Schnee möglich+++

Was passiert mit den E-Scootern im Winter?

So langsam hat sich Deutschland an die neuen Elektro-Tretroller auf seinen Straßen gewöhnt - da ist deren Hochsaison auch schon vorbei. Denn wenn die Tage jetzt deutlich kühler werden und du im Winter dennoch bei Glatteis oder Schnee rechnen musst, dann werden wahrscheinlich auch weit weniger E-Scooter unterwegs sein.

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Die Anbieter wollen den Verleih zwar ganzjährig weiterlaufen lassen, können aber kurzfristig auf eisige Wetterphänomene reagieren und die Zonen in der App dann für dich sperren.

Die Firma Voi habe ihre E-Scooter sogar mit Allwetterreifen ausgestattet. Bis zum Stichtag 31. August wurden allein in NRW 54 Unfälle registriert. Das teilte das NRW-Innenministerium mit. Zudem wurden 204 Knöllchen geschrieben.

So kannst du Tieren im Winter helfen

Wenn es draußen kalt wird, ziehen wir Menschen uns warme Winterjacken, Handschuhe und Mützen an. Oder wir verkriechen uns mit einer heißen Tasse Kakao unter eine dicke Decke. Tiere können das nicht. Zum Glück haben viele ein dickes Fell, um sich warm zu halten. Doch manchen Tieren macht die kalte Jahreszeit auch zu schaffen. Hier einige Tipps, wie du ihnen beim Überwintern helfen kannst:

VÖGEL

Jedes Jahr im Herbst ziehen Tausende Vögel in den Süden, um dort den Winter zu verbringen. Einige bleiben aber auch hier. Zum Beispiel Spechte, Amseln und Haubenmeisen. Im Winter finden sie allerdings schwerer Futter. Denn es gibt weniger Pflanzen und damit auch weniger Krabbeltiere auf den Pflanzen, die die Vögel fressen können. Um diesen Tieren zu helfen, kannst du zum Beispiel Samen, Körner, Nüsse und frisches Obst, wie Äpfel im Garten oder auf der Fensterbank auslegen.

Aber Achtung: Es ist wichtig, dass die Nüsse und Körner ungesalzen und nicht geröstet sind. Sonst schaden sie den Vögeln.

ZITRONENFALTER

Einige Tiere suchen sich in der kalten Jahreszeit auch einen Unterschlupf, um dort in den Winterschlaf zu verfallen. Auch der Zitronenfalter macht das. Die Schmetterlinge haben ein bestimmtes Mittel in ihrem Blut das verhindert, dass ihre zarten Flügel im Winter einfrieren. „Doch den Faltern fehlt es an guten Verstecken und Winterquartieren“, sagt Marja Rottleb. Sie ist Gartenexpertin beim Naturschutzbund, auch genannt Nabu.

Ihr Tipp: Laub, das von den Bäumen gefallen ist, zu einem Haufen zusammen zu tragen. Darin können sich die Falter dann verstecken.

FLEDERMÄUSE

Auch Fledermäuse verbringen den Winter in Verstecken, wo sie die meiste Zeit schlafen. Ab und zu werden sie wach, um auf Futtersuche zu gehen. „Leider gibt es für die Fledermäuse an den modernen Wohnhäusern, die heute gebaut werden, nicht mehr viele Möglichkeiten, sich einen Unterschlupf für den Winter zu suchen“, sagt Marja Rottleb. „Auch natürliche Verstecke, wie Höhlen oder tote Baumstümpfe werden immer weniger.“ Sie rät, umgestürzte tote Bäume für die Fledermäuse liegen zu lassen.

Aber Achtung: Die Fledermäuse darf man in ihrem Winterquartier nicht stören. Denn wenn man sie aufweckt, verbrennen sie Fettreserven, die sie brauchen, um den Winter bis zum Frühjahr zu überstehen.

 
 

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