Wetter: Experten in Sorge – sie warnen vor diesem besorgniserregenden Trend

Das Wetter ist aktuell nur wenig sommerlich. Steigen die Temperaturen im Juli noch an?
Das Wetter ist aktuell nur wenig sommerlich. Steigen die Temperaturen im Juli noch an?
Foto: imago images / Ukrinform

Wer sich für die aktuelle Jahreszeit Sonne und sommerliche Hitze gewünscht hat, den dürfte das bisherige Wetter im Juli mächtig enttäuscht haben.

Die Wetter-Daten, die von Meteorologen in diesem Monat gesammelt wurden, klingen alles andere als sommerlich – und brechen sogar Kälterekorde der letzten Jahrzehnte.

Wetter: Kaum Sommertage im Juli

Das Online-Portal „Wetteronline“ hat diesbezüglich die Statistiken zu den Hitzetagen im Juli 2020 veröffentlicht. Von einem solchen Hitzetag sprechen die Experten dann, „wenn die Höchsttemperatur an einem Tag mindestens 25 Grad beträgt“, erklärt „Wetteronline“-Sprecherin Birgit Heck. Eine Marke, die gar nicht mal so besonders heiß klingt. Umso erstaunlicher ist es, wie selten sie in Deutschland geknackt wurde.

„Vor allem in der Nordhälfte reichte es bisher gebietsweise nicht mal für einen solcher Tage, wie zum Beispiel auf Sylt“, berichtet Heck. „In Hamburg wurde die 25-Grad-Marke zweimal überschritten.“ Das sei der zweitniedrigste Wert der letzten 30 Jahre. Im Südwesten und in Teilen Ostdeutschlands reichte es immerhin für rund vier Hitztetage, die 30-Grad-Grenze wurde jedoch nirgends erreicht.

Temperaturen unter dem langjährigen Mittel

„Der Juli 2020 bringt es im Landesschnitt somit auf bisher 0,4 heiße Tage“, bilanziert Birgit Heck. Der langjährige Durchschnittswert liegt aber bei elf Sommertagen in diesem Monat. Zum Vergleich: Im Juli 2018 waren es 7,7 Hitzetage, ein Jahr später waren es 5,5. Die derzeitige Durchschnittstemperatur von 16,7 Grad liegt knapp 1,5 Grad unter dem Juli-Mittelwert der vergangenen drei Jahrzehnte.

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„Selbst wenn am Ende noch ein paar heiße Tage hinzukommen sollten: Unterm Strich wird es sehr wahrscheinlich der Juli mit den wenigsten heißen Tagen seit 2011“, so die Prognose von „Wetteronline“.

Deutscher Wetterdienst sieht die Lage entspannter

Doch nicht alle sehen die Situation so dramatisch. Diplom-Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) weist darauf hin, dass sich der 30-jährige Mittelwert für den Sommer auf die Jahre 1961 bis 1990 bezieht. Dieser Wert liegt bei 16,2 Grad. „Schaut man auf die aktuelle Mitteltemperatur vom 1. Juni bis zum 20. Juli, so liegt diese bei 16,7 Grad“, erklärt er. „Derzeit ist der Sommer 2020 also 0,5 Grad wärmer als im Schnitt.“

Was die Hitzetage angeht, gibt sich Beyer optimistisch: „Da der Sommer gerade erst Halbzeit hat und es auch im September noch sommerlich werden kann, ist es durchaus wahrscheinlich, dass 2020 auch bezüglich der Sommertage durchschnittlich ausfällt.“ Dennoch muss auch er zugegeben: „Die große Hitze ist bisher tatsächlich ausgeblieben und die Anzahl der Hitzetage ist bisher in vielen Regionen unterdurchschnittlich.“

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Doch wieso kommt uns der Sommer trotz dieser angeblichen Durchschnittswerte so viel kühler vor? Meteorologe Beyer sieht den Grund dafür in den Hitzesommern der letzten Jahre: „Gibt es mehrere Jahre mit einer deutlich wärmeren Temperatur, dann wird dies in der Psyche des Menschen als neuer Standard definiert. Kommt dann einmal ein durchschnittliches Jahr, wird dieses dann als ausgesprochen kühl empfunden.“. (at)

 
 

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