Wetter: Experte erklärt kühlen Sommer – schuld daran ist ...!

Wer ist schuld am schlechten Wetter? Ein Meteorloge erklärt das Phänomen. (Symbolbild)
Wer ist schuld am schlechten Wetter? Ein Meteorloge erklärt das Phänomen. (Symbolbild)
Foto: imago images

Das Wetter lässt derzeit zu wünschen übrig. Richtiges Sommerferien-Feeling will sich nicht so recht einstellen bei dem andauernden Nieselregen. Droht uns jetzt etwa der Bibber-Sommer? Ein Wetter-Experte erklärt den kühlen Sommer und macht klar, woran es liegt.

Teils mehrfach pro Woche wechselt unser Wetter von warm und sonnig zu kühl und regnerisch – sicherlich nicht das, was sich viele vom Sommer erhofft haben. Etwas mehr als einen Monat liegt der meteorologische Sommerbeginn bereits zurück – doch das Wetter verwöhnte uns bisher kaum über länger anhaltende Zeit mit Wärme und Sonnenschein.

Wetter-Experte erklärt kühlen Sommer – schuld daran ist...

Diplom-Meteorologe Dominik Jung klärt auf, woran das liegt und was wir in den nächsten Wochen in Deutschland zu erwarten haben – und DAS hat es in sich!

„Irgendwas bremst unseren deutschen Sommer dieses Jahr wirklich richtig fest aus“, meint Jung auf „wetter.net“. Es werde einfach nicht wirklich warm – und einen Schuldigen dafür hat der Experte bereits gefunden: den Jetstream!

Wetter-Experte Dominik Jung erklärt, wie der Jetstream unser aktuelles Sommerwetter beeinflusst

Der Jetstream, auch Starkwindband genannt, weht in acht bis zwölf Kilometern Höhe von Westen nach Osten rund um den Globus. Flugzeuge nutzen den Jetstream beispielsweise gerne, um mit „Rückenwind“ schneller den Atlantik zu überqueren, so Dominik Jung. Doch inwiefern ist er für unseren unerwartet kühlen Sommer verantwortlich?

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„Dieser Jetstream hat aktuell eine fette Delle, genau über Mitteleuropa“, zeigt der Meteorologe in einem YouTube-Video. „Und in diese Delle strömt kalte Luft von Norden zu uns nach Deutschland.“ Mit heftigen Folgen: Sturmböen mit rund 100 km/h in Kiel, Bodenfrost in den westlichen Mittelgebirgen – „und das alles mitten im Juli“, so Jung.

40-Grad-Hitze in Spanien – Bibbern in Deutschland

„Die ganze Hitze im Mittelmeerraum kann einfach nicht gegen den Jetstream ankommen“, erklärt der Wetter-Experte und zeigt, wie der Jetstream quasi als Grenze zwischen dem warmen Südeuropa und dem kühleren Mitteleuropa funktioniert. Somit sind auch die krassen Temperaturunterschiede auf unserem Kontinent zu erklären: Während es in Spanien teils über 40 Grad warm ist, zeigt das Thermometer im Norden Deutschlands zeitgleich nur um die 15 Grad an.

Wie geht es in den nächsten Sommerwochen weiter? Diplom-Meteorologe Dominik Jung klärt auf.

Am Donnerstag soll sich der Jetstream laut Jung leicht nach Norden wölben – und würde somit Süddeutschland für einige Zeit dem wärmeren Sommerwetter aus Südeuropa aussetzen. Doch schon am Wochenende soll alles wieder seinen gewohnt kühleren Gang gehen.

Wie geht der Sommer weiter?

Die Diagramme des Wetter-Experten zeigen deutlich, wie die Temperaturen zwischen dem 10. und dem 15. Juli unter das Klimamittel sinken – doch anschließend könnte sich das Wetter tatsächlich etwas langanhaltender ändern.

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„Richtung dritte Julidekade sieht es ein bisschen danach aus, als könnte sich eine längere, sommerlich warme Phase einstellen“, ahnt Jung – doch aufgrund der unzureichenden Datenlage will er seine Hand dafür noch nicht ins Feuer legen. „Dieser Sommer ist ein wirklicher Achterbahn-Sommer“, meint der Meteorologe. „Da muss man sich auf allerlei Überraschungen gefasst machen.“

Wechselhaftes Sommerwetter ist völlig normal

Bereits vor einigen Wochen hatte Jung erklärt, dass der stetige Sonne-Regen-Wechsel für einen deutschen Sommer gewöhnlich sei. In den letzten Jahren hätten wir uns nur an längere Hitzephasen gewöhnt, weswegen uns das „normale“ mitteleuropäische Sommerwetter nun als zu kühl erscheine. (at)

 
 

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