Volkmarsen: Amokfahrt an Karneval ++ „Harte Fakten“ über Tat ++ Experten fordern jetzt DAS

Einsatzkräfte stehen mit Maschinengewehren in einer Straße in Violkmarsen nahe der Stelle, an der ein Auto in einen Rosenmontagsumzug gefahren ist.
Einsatzkräfte stehen mit Maschinengewehren in einer Straße in Violkmarsen nahe der Stelle, an der ein Auto in einen Rosenmontagsumzug gefahren ist.
Foto: dpa

Volkmarsen. Schock an Karneval! Beim Rosenmontagszug in Volkmarsen (Hessen) ist ein Autofahrer (29) aus Volkmarsen in eine Menschenmenge gerast.

Am Montagnachmittag gegen 14.45 Uhr war der Karneval in Volkmarsen (Hessen, Kreis Waldeck-Frankenberg) in vollem Gange, als ein silberfarbener Mercedes durch eine Absperrung in die feiernde Menge fuhr.

Karneval in Volkmarsen: Auto rast in Menschenmenge

Dabei verletzte er laut Polizei 60 Menschen, darunter auch viele Kinder. Sieben Opfer wurden schwer verletzt. Die Menschen standen am Steinweg in Volkmarsen dichtgedrängt, als der Fahrer des Kombis wohl mit hohem Tempo auf die Menschenmenge zusteuerte.

Alle Infos zur Tat in Volkmarsen in unserem Blog.

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Donnerstag, 27. Februar:

06.03 Uhr: „Es ist ein Stück weit ein Puzzle“, erklärt die Staatsanwaltschaft Frankfurt zur Suche nach den Motiven des Verdächtigen von Volkmarsen. Auf der Suche nach dem Motiv des Mannes, der beim Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen absichtlich in eine Menschenmenge gefahren sein soll, untersuchen die Ermittler Umfeld und Vorleben. „Wir fokussieren uns auf Motiv und Auslöser der Tat.“

Auch Datenträger würden ausgewertet. „Wenn harte Fakten auf dem Tisch liegen, werden wir uns äußern“, hieß es am Mittwoch.

Mittwoch,26. Februar:

11.53 Uhr: Wie der Spiegel berichtet, soll Maurice P. vor der Tat lange in seinem Auto gesessen und gewartet haben. Unter Alkoholeinfluss soll er zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht gestanden haben.

9.46 Uhr: Nach der schrecklichen Gewalttat in Volkmarsen will der Bund Deutscher Karneval (BDK) jetzt über künftige Schutzmaßnahmen beim Karnevalfeiern.

Dazu werde ein runder Tisch mit den Innenministerien von Ländern und Bund angestrebt, teilte der Verband am Mittwoch in Bexbach im Saarland mit. Der BDK sei bemüht, „mit den staatlichen Autoritäten über für die Vereine leistbare Schutzmaßnahmen zu verhandeln, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten“. Klar sei aber, „dass es den absoluten Schutz“ nicht geben werde.

6.51 Uhr: Der mutmaßliche Täter sitzt nun in Untersuchungshaft. Doch die Beweggründe sind weiterhin unklar. Was war sein Motiv? Die Ermittlungen zum Motiv dauerten an, hieß es weiter. Es werde „in alle Richtungen ermittelt“. Zunächst war der Verdächtige nicht vernehmungsfähig.

Hunderte Menschen besuchen einen Gottesdienst am Abend in Volkmarsen

6.02 Uhr: Am Dienstagabend besuchten Hunderte Menschen einen ökumenischen Gottesdienst, an dem auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) teilnahmen. Die Pfarrkirche St. Marien war schon lange vor Beginn des Gottesdienstes gefüllt.

Hunderte Menschen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, standen auf dem Kirchplatz zwischen Fachwerkhäusern und dem Rathaus. Einige Besucher hielten sich im Arm, wischten Tränen weg, Menschen beteten und sangen gemeinsam. Nach dem Gottesdienst, der über Lautsprecher nach draußen übertragen wurde, stellten Menschen Kerzen an der Kirche ab.

Dienstag, 25. Februar:

19.57 Uhr: Gegen den Autofahrer, der beim Rosenmontagszug in Volkmarsen mehr als 60 Menschen verletzt haben soll, ist Untersuchungshaft angeordnet worden.

Ihm werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstagabend mitteilte.

Zahlen erhöht: Über 60 Verletzte

14.16 Uhr: Die Polizei hat die Zahl der Verletzten nochmal erhöht. Inzwischen spricht die Behörde von fast 60 Verletzten. In einer Mitteilung schreibt die Polizei: „Wir bitten deswegen alle diejenigen, die im Rahmen der Ereignisse in Volkmarsen verletzt wurden - auch wenn keine ärztliche Behandlung notwendig war - sowie diejenigen, die sachdienliche Hinweise zum Täter und zum Tathergang machen können, sich unter der Rufnummer 0800/1103333 zu melden.“

13.25 Uhr: Nach dem Vorfall in Volkmarsen wurde der geplant Fastnachtsumzug in Gelnhausen-Höchst abgesagt. „Das passiert einerseits aus Solidarität, andererseits aus Sicherheitsgründen", sagte Gelnhausens Bürgermeister Daniel Christian Glöckner (FDP) gegenüber dem hr. „Wer hätte gedacht, dass so etwas in einer Kleinstadt wie Volkmarsen passieren kann? Man hat einfach kein gutes Gefühl", erläuterte der Rathauschef die Entscheidung. Neben Gelnhausen-Höchst wurden auch die Umzüge in Fritzlar, Gemünden, Brachttal-Hellstein und Mittel-Gründau abgesagt.

Bericht: Tablet, ein Handy und eine Dashcam in Auto gefunden

13.07 Uhr: Nach Informationen der „Bild“ soll in dem Mercedes, mit dem Maurice P. in eine Menschenmenge fuhr, ein Tablet, ein Handy und eine Dashcam gefunden worden sein. In der Wohnung des mutmaßlichen Täters soll die Polizei außerdem Flyer des genauen Streckenverlaufs gefunden haben.

Der Mann, der am Montag mit einem Auto in der nordhessischen Stadt Volkmarsen in eine Menschenmenge gefahren ist, war nicht alkoholisiert. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag. Bislang sei der Mann nicht vernehmungsfähig.

11.23 Uhr: Einen Tag nach der schrecklichen Tat, bei der ein 29-Jähriger mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast war, ist der Tatort weiter abgesperrt. Die Einsatzkräfte schirmten unter anderem die beiden Häuser ab, bei denen es am Abend zuvor Einsätze von Spezialkräften gegeben hatte.

Am Abend (18 Uhr) soll es in der katholischen Kirche St. Marien einen ökumenischen Gottesdienst geben. Die Vorbereitungen darauf werden bereist seit dem Vormittag getroffen, wie der katholische Pfarrer Martin Fischer sagte. „Die Volkmarser haben einen sehr guten Zusammenhalt. Ich denke, dass dieser Zusammenhalt nicht durch die Tat beschädigt wird.“ Die Einwohner gingen sehr unterschiedlich mit dem Erlebten um. Die einen wollten darüber sprechen, die anderen ziehen sich demnach zurück, heißt es weiter.

Fahrer war nicht betrunken

10.52 Uhr: Nun steht fest: Der mutmaßliche Täter, der am Montag mit dem Auto in die Menschenmenge beim Karneval in Volkmarsen gefahren ist, war nicht betrunken. Das gab die Staatsanwaltschaft am Dienstag bekannt. Ob er allerdings unter Drogeneinfluss stand, ist noch unklar.

10.46 Uhr: Die Polizei hatte noch am Montag einen weiteren Verdächtigen festgenommen, weil er die Tat filmte. Zunächst war nicht klar, ob es sich um einen Schaulustigen oder einen Mittäter handelte. Doch wie die dpa nun berichtet, soll es sich lediglich um einen Gaffer handeln. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann allerdings eine „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ vor.

08.58 Uhr: Die Polizei Nordhessen hat neue Details zu den Verletzten bekannt gegeben. Demnach befinden sich noch 35 Personen in stationärer Behandlung im Krankenhaus. Weitere 17 wurden ambulant behandelt und konnten das Krankenhaus bereits verlassen. Unter den Opfern sind auch 18 Kinder. „Das Motiv des Täters ist noch unklar“, heißt es weiter.

06.43 Uhr: Die Polizei Nordhessen warnt in sozialen Medien vor der Verbreitung von Fake News. „Derzeit kursieren Fotos, die die angebliche Festnahme des Täters zeigen sollen. Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter.“ Die Polizei rät: „Teilen Sie keine Falschnachrichten.“

6.13 Uhr: Auch am Dienstagmorgen stellt sich weiterhin die Frage nach dem „Warum“? Warum hat der Täter sein Fahrzeug in die Menschenmenge beim Karneval im hessischen Volkmarsen gelenkt? Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist noch unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte der Sprecher der Behörde, Alexander Badle.

„Wir haben ungefähr 30 Opfer zu beklagen, zum Teil Schwerstverletzte und darunter auch Kinder“, sagte der Politiker. Auch der Fahrer wurde verletzt. Über seinen Zustand und zur Frage, ob dieser am Dienstag vernehmungsfähig sei, wollte Badle keine Auskunft geben.

Montag, 24. Februar:

22.17 Uhr: Der zweite Festgenommene soll die Tragödie von hinter dem Auto aus gefilmt haben. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war aber noch unklar, ob es sich um einen Schaulustigen handelte oder ob er eingeweiht war.

Kurz nach dem Vorfall nahm die Polizei den Mann fest. Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte die zweite Festnahme bereits bestätigt. Allerdings sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei.

21.57 Uhr: Angeblich soll es sich bei dem Fahrer um den 29-jährigen Maurice P. aus Volkmarsen handeln. Das berichtete die „Bild“. Er soll der Polizei schon vor der Tat wegen Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen sein.

Generalstaatsanwalt Alexander Badle dementierte gegenüber der „Bild“, dass der Mann während der Fahrt betrunken gewesen sei.

Innenminister Beuth: „furchtbare, schreckliche Tat“

21.13 Uhr: Bei rund einem Drittel der 30 Opfer beim Rosenmontagsumzug in Volkmarsen soll es sich um Kinder handeln. Das gab der hessische Innenminister Peter Beuth bekannt. Die Opfer seien in unterschiedliche Krankenhäuser in der Region und weit darüber hinaus aufgeteilt.

„Es ist einfach nur eine furchtbare, eine schreckliche Tat, die begangen wurde an Menschen, die unbeschwert einfach nur Karneval feiern wollten“, sagte er am Montagabend in Volkmarsen.

20.50 Uhr: Noch immer gehen bei der Polizei Nordhessen Nachfragen zu einer möglichen Gefährdungslage ein. Bei Twitter geben die Beamten bekannt: „Es liegen uns keine konkreten Hinweise auf eine anhaltende Gefährdung vor.“

20.10 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte ihr Mitgefühl aus. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten von Volkmarsen und ihren Angehörigen“, ließ Merkel über die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer im Onlinedienst Twitter erklären.

„Ich wünsche allen baldige und vollständige Genesung.“ Die Kanzlerin richtete zudem der Polizei und allen medizinischen Einsatzkräften ihren „herzlichen Dank“ aus.

19.47 Uhr: Laut Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat es eine zweite Festnahme gegeben. Es sei noch nicht klar, ob es sich dabei um eine weitere Tatverdächtige Person handelt oder ob es ein Zeuge sei. Das sagte er am Montagabend in Frankfurt.

29-Jähriger stammt aus der Region

19.29 Uhr: Bei dem Fahrer handelt es sich nach Informationen der Ermittler um einen 29 Jahre alten Mann aus der Region. Nach den bisherigen Erkenntnissen des hessischen Innenministeriums fuhr der Mann mit hoher Geschwindigkeit.

Zeugen hatten der „Hessischen Allgemeinen“ berichtet, dass der Fahrer die Absperrung umfahren habe und dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugerast sei. Ihrem Vernehmen nach habe der mutmaßliche Täter es vor allem auf Kinder abgesehen. Gegenüber der „Bild“ berichteten Zeugen, erboste Menschen seien am Tatort mit erhobenen Fäusten auf den Fahrer zugelaufen, die Polizei habe ihn schützen müssen.

19.10 Uhr: Landrat Reinhard Kubat berichtet, selbst als Zuschauer in Volkmarsen gewesen zu sein. Als er Martinshörner gehört habe, sei er sofort losgelaufen. Auf dem Weg zum Tatort seien ihm weinende Menschen entgegengekommen.

Vor Ort bot sich ihm ein schrecklicher Anblick. „Da lagen überall Kinder auf der Straße.“ Eine Zeugin habe ihm berichtet, sie habe gesehen, wie ein Autofahrer über die Menschen hinweggefahren sei.

Autofahrer verletzt

19.03 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gab bekannt, dass der Beschuldigte noch vor Ort von der Polizei vorläufig festgenommen werden konnte. Er befindet sich derzeit wegen der Verletzungen, die er selbst erlitten hat, in ärztlicher Behandlung.

Der Beschuldigte aus Volkmarsen soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, sobald dies sein Gesundheitszustand zulässt. Weiter heißt es, dass derzeit keine Angaben zum Tatmotiv können gemacht werden können.

18.53 Uhr: Außenminister Heiko Maas (SPD) meldete sich bei Twitter zu Wort: „Unsere Gedanken sind bei den Verletzten von Volkmarsen. Wir hoffen, dass alle gut und zügig wieder genesen. Ihnen, ihren Angehörigen und allen, die bei dem Rosenmontagszug waren, ganz viel Kraft. Und von Herzen danke den Einsatzkräften vor Ort.“

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schrieb bei Twitter: „Ich bin tief bestürzt über die Ereignisse in Volkmarsen. Erwachsene und Kinder, die am Rosenmontag ausgelassen feiern wollten, wurden schwer verletzt. Das bestürzt mich sehr. Ich bin in Gedanken bei den Verletzten und ihren Familien.“

18.30 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt in dem Fall wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Das teilte der Sprecher der Behörde, Alexander Badle, am Montag mit. Zum Motiv könne man nichts sagen: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Bericht: Autofahrer soll alkoholisiert gewesen sein

18.28 Uhr: Nach Angaben vom „Spiegel“ soll der Fahrer des Wagens zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sein. Er soll bislang nicht als politischer Extremist aufgefallen sein.

18.22 Uhr: Eine dunkle Plane verdeckt den Blick auf den Ort, an dem kurz zuvor noch Eltern und Kinder fröhlich Fasching gefeiert haben. Der dunkle Sichtschutz am Tatort in Volkmarsen wird nur ab und zu geöffnet, um Rettungsfahrzeuge hereinzulassen. Auch Stunden nach der Tat rollen noch ganze Kolonnen von Rettungswagen in den Ort.

Überall auf der Straße liegt Konfetti - aber nach Feiern ist keinem mehr zumute. Noch wenige Grüppchen stehen zusammen, eine Mutter mit Kinderwagen sagt: „Ich hab nichts gesehen, Gott sei Dank.“ Und wer etwas gesehen hat, will meist nicht darüber sprechen. Ein Mädchen mit Mutter, das etwas entfernt vom Tatort stand, erzählt von Menschen mit blutenden Nasen. Ein Mensch habe offenbar unter dem Auto gelegen.

Aus Kneipen, in denen zuvor noch Karneval gefeiert wurde, dringt keine Musik mehr. Viele stehen vor der Tür, trotz ihrer bunten Kostüme sehen sie traurig aus. Viele telefonieren oder tippen auf ihren Handys. „Dabei denkt man ja eigentlich hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt der 1. Vorsitzende der Volksmarser Karnevallsgesellschaft, Christian Diste. Es habe noch nie Drohungen gegen den Karneval gegeben. Der Umzug in der Stadt in Nordhessen, gelegen zwischen Kassel und dem Sauerland, hat rund 700 Teilnehmer, 27 Gruppen seien in diesem Jahr dabei gewesen.

18.15 Uhr: Die Sicherheitsbehörden in Osthessen stehen in direktem Kontakt mit den Veranstaltern der Karnevalsumzüge in Hessen. Die Polizei hat vorsorglich die Zufahrtsbereiche zum „Bermudadreieck“ in Fulda durch Polizeibeamte und -fahrzeuge gesichert, um dortige Menschenansammlungen zu schützen.

Die Polizei informiert, dass es nach jetzigem Kenntnisstand keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung von Veranstaltungen in Osthessen gebe.

18.03 Uhr: Nach der Fahrt eines Autos in den Rosenmontagszug schließen die hessischen Behörden einen Anschlag in mittlerweile nicht aus.

„Aufgrund der Situation vor Ort kann ein Anschlag gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden“, erklärte das hessische Innenministerium am Montag in Wiesbaden.

Mann soll absichtlich in die Menge gefahren sein

17.50 Uhr: Bei dem Zwischenfall mit einem Auto in Volkmarsen hat es 30 Verletzte gegeben. Sieben davon seien schwer verletzt. Das sagte Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Montag bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main. Der Ermittlungsstab zu dem Vorfall wird von Frankfurt aus gesteuert.

17.24 Uhr: Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass der Fahrer absichtlich in die Menge fuhr. Ein Sprecher erklärte in Volkmarsen: „Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus.“ Für eine politisch motivierte Straftat gebe es ebenfalls keine Hinweise.

Augenzeugen berichten, dass Menschen auf der Straße lagen, dort von Ersthelfern und Sanitätern versorgt werden – Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei sind mit einem Großaufgebot am Tatort, auch ein Hubschrauber ist angefordert.

Zur genauen Anzahl der Opfer wie der Schwere der Verletzungen konnten die Behörden bislang keine Angaben machen. Tote soll es aber nicht gegeben haben.

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Autofahrer soll Deutscher sein

17.06 Uhr: Der Fahrer, dessen Wagen ein örtliches Kennzeichen des Kreises Waldeck-Frankenberg hatte, wurde vor Ort festgenommen. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die DPA, dass es sich um einen deutschen Staatsbürger handeln soll. Er ist laut hessischem Innenministerium derzeit nicht vernehmungsfähig.

Ein Augenzeuge berichtet, dass die Polizei Anwesende davon abhalten musste, den Autofahrer zu attackieren.

Erschütternder Zeugenbericht: „Vor allem auf Kinder abgesehen“

16.24 Uhr: Vorsichtshalber wurden aufgrund der Vorkommnisse in Volkmarsen alle Fastnachtsumzüge in ganz Hessen abgebrochen. Das teilte das Polizeipräsidium Westhessen mit.

Der „Hessischen Allgemeine“ berichteten Zeugen, dass der Fahrer die Absperrung umgangen habe und dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugerast sei. Die Augenzeugen hätten den Eindruck gehabt, dass der Fahrer es vor allem auf Kinder abgesehen hatte. Von der Polizei gab es dazu keine Angaben.

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Volkmarsen: Zwischenfall am Vortag

15.58 Uhr: Volkmarsen ist eine Kleinstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit rund 6800 Einwohnern. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt. Bereits am Sonntag hatte es dort bei einer Karnevalsveranstaltung einen Zwischanfall gegeben. In einer Halle war ein Feueralarm ausgebrochen, die Veranstaltungshalle musste geräumt werden.

Polizei in anderen Städten reagiert sofort

15.31 Uhr: Unter anderem in Mainz reagierte die Polizei sofort. „Die Einsatzkräfte in Mainz sind darüber umgehend informiert und sensibilisiert worden“ erklärt das Polizeipräsidium. „Darüber hinaus erfolgt eine Anpassung im Bereich der Videoüberwachung. Die bisher zur Überwachung und zum Erkennen gefahrenträchtiger Situationen innerhalb des Veranstaltungsraums eingesetzten Drohnen, werden nun explizit für den Bereich an den Zufahrtsstraßen und Rändern des Veranstaltungsraumes eingesetzt. Ziel ist es hierbei, auffällige Fahrzeugbewegungen frühzeitig zu erkennen.“

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