Duisburg

Urlaub in Holland: Frau bucht Campingplatz – jetzt hängt sie völlig in der Luft

Urlaub in Holland: Eine Deutsche hatte einen Campingplatz in der Region Zeeland gebucht – doch dann musste sie zuhause in Quarantäne. (Symbolbild)
Urlaub in Holland: Eine Deutsche hatte einen Campingplatz in der Region Zeeland gebucht – doch dann musste sie zuhause in Quarantäne. (Symbolbild)
Foto: imago images / Manngold

Duisburg. Liebend gerne hätte Uschi S. ihren geplanten Urlaub in Holland realisiert. Doch die Corona-Pandemie macht der Duisburgerin einen Strich durch die Rechnung – und das, obwohl die ausgewählte Region Zeeland gar nicht als Risikogebiet eingestuft ist (Stand: 7. Oktober).

Auf ihrer Arbeitsstelle im Kreis Wesel gab es einen bestätigten Corona-Fall. Für Uschi S. wurde demnach eine Quarantäne angeordnet – ausgerechnet für den Zeitraum, in den der Urlaub in Holland gefallen wäre. Und den Campingplatz hatte sie bereits gebucht.

Urlaub in Holland: Frau bucht Campingplatz – dann muss sie in Quarantäne

Uschi S. muss vom 2. bis zum 15. Oktober in Quarantäne. Da die Reise nach Holland nun nicht angetreten werden kann, hätte die Duisburgerin natürlich gerne ihr Geld wieder zurück – doch der Campingplatz will den vollen Reisepreis allerdings trotz Stornierung nicht zurückerstatten.

„Meine Versicherung und auch mein Hausarzt informierten mich darüber, dass die Behörde, die die Quarantäne anordnet, auch für die Reisekosten aufkommt“, schreibt Uschi S. auf Facebook. Das wäre in diesem Fall der Kreis Wesel. Doch der fühle „sich nicht verantwortlich“, meint die Duisburgerin gegenüber unserer Redaktion.

Holland-Urlaub geplatzt: Sollte hier nicht die Reiserücktrittsversicherung einspringen?

Aber greift ihn diesen Fällen nicht automatisch die Reiserücktrittsversicherung? Die Allianz schreibt beispielsweise auf ihrer Website: „Kunden sind auch dann versichert, wenn eine persönliche Quarantäne angeordnet wird, die versicherte(n) Person(en) aber selbst nicht erkrankt ist / sind. Dies gilt sowohl für Stornierungen im Rahmen der Reiserücktritt-Versicherung, als auch bei Reiseabbruch, falls eine persönliche Quarantäne am Urlaubsort angeordnet wird.“

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Corona in den Niederlanden

  • Die Niederlande verschärfen wegen schnell steigender Fallzahlen die Corona-Regeln für drei Wochen
  • ab Dienstagabend alle Sportveranstaltungen ohne Publikum
  • Cafés und Restaurants müssen um 22 Uhr schließen und dürfen ab 21 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen
  • Außerdem dürfen insgesamt nur noch 30 Menschen zugleich in einem Lokal sein, im Freien 40
  • Für alle Kontaktberufe wie Friseur oder Masseur ist eine Registrierung der Kunden verpflichtend
  • Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht
  • Zuhause soll man nur noch drei Gäste empfangen
  • Außerdem sollen alle wieder möglichst von zu Hause aus arbeiten
  • Am Samstag gab es laut der Universität Johns Hopkins rund 2760 Neuinfektionen in dem Land mit rund 17,5 Millionen Einwohnern
  • Die täglichen Fallzahlen waren damit höher als in Deutschland, das mehr als viermal so viele Einwohner hat

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+++ Urlaub in Holland: In DIESE Stadt solltest du besser nicht fahren +++

Handelt es sich bei dem gebuchten Urlaub allerdings um eine Pauschalreise, könne diese wegen einer angeordneten Quarantäne nicht kostenlos storniert werden, erklärt Rechtsanwältin Dr. Stefanie Bergmann vom Deutschen Anwaltverein (DAV) gegenüber der TP-Presseagentur. Doch auch hier würde in den meisten Fällen eine Reiserücktrittsversicherung einspringen, erklärt Rechtsanwalt Jan Bartholl vom DAV. Eine Erkrankung oder eine Quarantäne auf Anweisung der Behörden sei ein schwerwiegender und nicht vorhersehbarer Grund, eine Reise nicht anzutreten.

Die Frau selbst hat allerdings wohl keine derartige Versicherung abgeschlossen. „Ich lebe mit einer Frau zusammen und auf ihren Namen läuft die Versicherung. Versichert ist leider nur sie selber und ihre Tochter“, schrieb sie unserer Redaktion.

Urlaub in Holland war mit großen Risiken verbunden

Wegen der höheren Infektionszahlen in Holland stand die geplante Reise von Uschi S. allerdings von Beginn an unter keinem guten Stern. Zwar hätten sie und ihre Begleiterin das Risiko in Kauf genommen, da sie sich selbst bewusst schützen können. „Wir wären jedoch dieses Wochenende als Familie mit zwei schwerbehinderten Kindern angereist. Diese können sich nicht selber schützen. Eine mögliche Infektion könnte tödlich sein“, schrieb Uschi S. an den Campingplatz. Die Mail liegt unserer Redaktion vor.

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Weiter schreibt Uschi S.: „Glauben Sie mir, wir wären sehr gerne gekommen und hätten die Zeit auf Ihrem schönen Campingplatz genossen. Sollte unter diesen Gesichtspunkten doch eine Umbuchung möglich sein, würde ich mich sehr freuen.“

Mehr als eine schriftliche Stornierungsbestätigung hat sie vom Campingplatz bisher nicht erhalten. Auch auf Anfrage unserer Redaktion hat der Campingplatz bisher nicht geantwortet. (at)

 
 

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