Urlaub in der Türkei: Familie sagt Reise ab – und ahnt nicht, was sie Übles erwartet: „So etwas geht nicht“

Urlaub in der Türkei: Wegen Corona mal kurz eine Reise stornieren? Gar nicht so leicht, wie eine Familie aus Bayern erfahren musste.
Urlaub in der Türkei: Wegen Corona mal kurz eine Reise stornieren? Gar nicht so leicht, wie eine Familie aus Bayern erfahren musste.
Foto: imago images / ZUMA Wire

Feldkirchen. Dass der geplante Urlaub in der Türkei in diesem Jahr nicht stattfinden kann, hat Familie Harreiner aus Feldkirchen (Bayern) schon längst akzeptiert.

Es ist eine ganz andere Sache, die die vierköpfige Familie aktuell mächtig ärgert: Die Stornierung ihres Türkei-Urlaubs macht nichts als Probleme!

Urlaub in der Türkei: Familienvater will Reise stornieren

Die geplante All-Inclusive-Pauschalreise hatte Familienvater Florian Harreiner (33) bereits im Vorjahr gebucht. Doch mit Blick auf das Wohl seiner zwei Kinder kann er während einer globalen Pandemie gut auf den Türkei-Urlaub verzichten. Also einfach beim Reiseanbieter anrufen und stornieren? Nun, ganz so einfach scheint die Sache dann doch nicht zu sein. Darüber berichtet der Münchner Merkur.

„Am Anfang hat der Anbieter mich immer vertröstet“, so Harreiner. Schon seit Beginn der Coronakrise versucht der 33-Jährige, den Urlaub zu kündigen. Unzählige frustrierende Telefonate und E-Mails später stellt sich der Reiseveranstalter aber noch immer quer. „Mit jedem Gespräch sind die Mitarbeiter unfreundlicher geworden“, beschwert sich der Familienvater. „So etwas geht nicht.“

+++ Urlaub an der Ostsee: Menschen drängen sich zu dicht am Strand – Urlauber müssen nun... +++

Dabei haben die Harreiners offenbar sogar gesetzlich das Recht, ihre geplante Türkei-Reise kostenlos zu stornieren.

Reisewarnung verpflichtet Veranstalter zu kostenloser Stornierung

Der Grund hierfür: Die Reisewarnung für die Türkei, die das Auswärtige Amt formuliert hat. Auf Anfrage des „Münchner Merkur“ erklärt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Bayern: „Die Reisewarnung für die Türkei besteht noch bis zum 31. August fort. Fällt die geplante Reise in diesen Zeitraum, können Pauschalreisende kostenfrei von der Reise zurücktreten.“

---------------------

Urlaub – So bewertet das Auswärtige Amt die Lage:

  • Grundsätzlich sind die Reisewarnungen aufgehoben für: alle EU-Mitgliedsstaaten, die Schengen-assoziierten Staaten, Großbritannien, Andorra, Moncao, San Marino und den Vatikanstaat. Doch das bedeutet noch nicht automatisch ein normales Tourismusgeschehen.
  • Finnland, Norwegen und Schweden können weiterhin Einreisen beschränken oder eine Quarantäne bei der Einreise anordnen.
  • Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta rät das Auswärtige Amt ab.
  • Für alle anderen Länder gelten Reisewarnungen bis einschließlich 31. August 2020.

---------------------

Ändert das etwas am Verhalten des Reiseanbieters? Nein, der bleibt nach wie vor stur – „obwohl die Reisewarnung nicht mehr von der Hand zu weisen ist“, schimpt Florian Harreiner. Er hätte sich ja sogar damit abgefunden, die bereits getätigte Anzahlung in Höhe von 650 Euro als Gutschein für zukünftige Urlaubsreisen umbuchen zu lassen. Doch keine Chance – der Betrag wird als Bearbeitungsgebühr verrechnet. „Zum Glück habe ich noch nicht den gesamten Urlaub bezahlt“, so Harreiner.

Familienvater nimmt sich Anwalt

Nach monatelangem Hin und Her hat sich der Familienvater einen Anwalt gesucht. Und siehe da: Demnächst soll er sein Geld wieder zurückerhalten. Dabei half ihm ein Schreiben seines Arbeitgebers, das ihm als Bauhof-Mitarbeiter die Zugehörigkeit zu einer systemrelevanten Gruppe bescheinigte.

---------------------

Top-News rund um den Urlaub:

---------------------

Doch auch ohne den geplatzten Türkei-Traum gibt es in diesem Jahr Urlaub für die Harreiners: Mit dem Auto fährt die vierköpfige Familie an den Gardasee. (at)

 
 

EURE FAVORITEN