Urlaub 2021 trotz Corona: Skifahren, Städtetrip, Fernreise – Experte verrät, was im nächsten Jahr geht und was nicht

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

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Der Impfstoff ist in Sicht, doch Corona hat unser Leben nach wie vor im Griff.

Doch es wird ein Leben nach Corona geben. Die Frage ist nur: wann? Und wie? Wie kannst du trotz Corona Urlaub 2021 machen? Und was nehmen wir aus der Pandemie an positiven Aspekten für die Zukunft mit? Andreas Reiter beschäftigt sich genau mit diesen Fragen.

Urlaub 2021: Zukunftsforscher warnt vor Zweiklassen-Gesellschaft

Der Österreicher ist Zukunftsforscher und Tourismus-Experte. Wir haben mit ihm über Urlaub 2021 in Corona-Zeiten, der Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft und seine Theorie einer stufenartigen Erholung von der Pandemie gesprochen.

Herr Reiter, fast ganz Europa ist mehr oder weniger im Lockdown. Sie beschäftigen sich als Zukunftsforscher mit dem, was noch vor uns liegt. Die meisten Menschen fragen sich wohl gerade, wann wieder eine Normalität wie vor Corona in ihr Leben einkehrt. Können Sie uns etwas Hoffnung machen?

Ich denke, dass wird stufenartig passieren. Ich gehe von einer sehr starken Entspannung im zweiten Quartal im Sommer 2021 aus. In bestimmten Branchen wie der Reisebranche wird es in verschiedenen Segmenten Veränderungen geben. Da wird es nicht von Null auf 100 gehen und Millionen von Touristen von außerhalb Europas bei uns Urlaub machen. Das wird noch dauern.

Wenn Sie von einer stufenartigen Erholung sprechen, wie würden Sie diese skizzieren? Welche Stufen haben Sie da im Kopf?

Ich sehe eine extrem schwierige Zeit über den Winter, das ist die erste Phase. Wir alle wissen aus der Geschichte der Pandemie, dass die zweite Welle härter ist als die erste. Die wird uns in allen europäischen Ländern im Winter noch stark zu schaffen machen. Aber dann sehe ich im Februar, März eine erste Entspannung durch den Impfstoff, es gibt ja inzwischen zwei mit einer Wirksamkeit von über 90 Prozent, ein weiterer mit 70 Prozent. Der Impfstoff wird mental zu einer Entspannung führen. Das brauchen wir dringend. Denn wir brauchen einen anderen strategischen Umgang mit dem Virus. Wir starren alle gebannt auf die Dashboards mit den Corona-Daten, aber wir brauchen eine gewisse Entspannung, sonst können wir unser normales Leben nicht weiterführen und die Wirtschaft bricht zusammen.

Was bedeutet die stufenartige Rückkehr zur Normalität für unseren Sommerurlaub im nächsten Jahr?

Stufenweise heißt für mich, dass wir uns im nächsten Sommer und Herbst wieder in allmählich größeren Radien in Europa bewegen können. Es werden nicht die großen Fernreisen stattfinden, weil beispielsweise die Airlines noch nicht fit genug sind. Von großen Reisen gehe ich erst 2022 aus.

Wenn Sie an den letzten Sommer denken, war es ja vielfach eine entspannte Situation, gewisse Inlandsziele wie die Ostsee oder Bayern waren begehrt wie nie. Es war ein Sommer der kleinen Kreise, aber es hat funktioniert. Die wichtigste Frage, die sich mir dabei stellt, ist wie viele Gastronomien und Hotels es bis dahin rausschmeißt aus dem Markt. Die einfach nicht durchhalten können. Wir gehen in Österreich von 10 bis 15 Prozent aus, die trotz staatlicher Hilfen nicht monatelang überleben können. Denn auch die Hilfen sind irgendwann aufgebraucht. Das Geschäft mit Business-Reisen wird sich zum Beispiel langfristig verändern. Man geht von 30 Prozent weniger Geschäftsreisen aus.

Finnlands Regierungschefin hat kürzlich Reisen nur mit Impfpass ins Spiel gebracht, aus Großbritannien kommt ein Vorschlag eines „Normales-Leben-Pass“, den Geimpfte oder regelmäßig Getestete bekommen sollen und dadurch sogar von der Maskenpflicht befreit werden könnten. Sieht so Reisen im Jahr 2021 aus?

Das sehe ich ein bisschen aktionistisch. Ein Blick nach China zeigt: Hier reisen die Menschen wieder innerhalb ihres Landes und die Chinesen haben mit anderen Ländern wie Singapur oder Taiwan sogenannte „Bubble-Travels“ festgelegt. Das sind Korridore von einem anscheinend sicheren ins andere anscheinend sichere Land. Von dort dürfen Reisende unter bestimmten Auflagen ins andere Land.

Ich denke, dass man durch Testungen die Passagierzahlen nach oben bringt und die Flugverbindungen wieder starten kann. Ich glaube, es funktioniert vor allem über Testungen. Einen Impfpass-Pflicht halte ich nur für sinnvoll, wenn man es in ganz Europa macht. Vielleicht gibt es einen Impfpass für ganz Europa, den man immer wieder auffrischen muss.

Aber ein solcher Vorschlag hätte das Problem einer Zweiklassen-Gesellschaft. Die Geimpften und die Nicht-Geimpften. Die Geimpften dürfen überall hin - und die Nicht-Geimpften müssen zuhause bleiben. Da muss man extrem aufpassen, dass man die Spaltung der Gesellschaft nicht verstärkt. Daher denke ich eher, dass es über Schnelltests funktionieren wird. Tests, die 5 Minuten dauern. Die werden permanent verbessert.

Vor dem Sommerurlaub steht erstmal die Winter-Saison an. Aber Ski-Urlaub im Lockdown-Modus ist aktuell schwer vorstellbar, oder?

Ich glaube nur sehr begrenzt und im Kontext eines Tagesausflugs. Im Schwarzwald werden sie vielleicht Tagesausflügler aus dem Stuttgarter oder Freiburger Raum anziehen können. Aber nicht mit Übernachtungen, dazu sind die Pandemie-Zahlen im Winter einfach zu schlecht - und sie werden ja nicht besser in der nächsten Zeit. Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern noch gut dran, aber auch hier ist es eine Frage der Zeit. Und da will doch keiner in den Ski-Urlaub fahren können, dürfen, wollen. Auch wenn sie Ischgl inzwischen zu einem Hochsicherheitstrakt mit Save-Rooms gemacht haben, halte ich den Skiurlaub in diesem Winter für kaum praktikabel - außer für Locals.

Corona hat nicht nur den Tourismus, sondern viele Branchen der Wirtschaft hart getroffen. Doch es gibt auch positive Aspekte. Inwieweit bringt uns die Pandemie als Gesellschaft auch langfristig nach vorne?

Corona hat uns in Sachen Digitalisierung in einem Jahr gebracht, wofür wir sonst zehn Jahre gebraucht hätten. Weil das alles sehr langsam angelaufen ist. Jetzt gab es massive Entwicklungen - bei künstlicher Intelligenz in Form von Besucherstromlenkung zum Beispiel. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, wo on- und offline in einer „Mixed Reality“ verschwimmen werden. Da sprechen wir nicht mehr von Analog und Digital, das ist eine Welt, in der wir mit dem linken Fuß in der analogen, mit dem rechten in der digitalen Welt stehen. (lacht)

Ich denke auch Home Office wird sich nachhaltig durchsetzen, das zeigen schon jetzt Umfragen bei Unternehmen, die sagen, dass sie nach Corona ein Modell mit zwei Tagen zuhause und drei Tage im Office anbieten wollen. Das wird auch die Innenstädte verändern. Denn sie leben davon, dass Menschen in ihnen arbeiten, zwischendurch ein Espresso im Kaffeehaus trinken oder Shoppen gehen. Da ergeben sich ganz andere Mobilitätsströme.

Wo ich auch eine große Veränderung sehe, ist in der Bedeutung des öffentlichen Raumes. Die Frischluft und das Draußensein waren besonders wichtig, das nehmen wir mit. Beim Gefühl des Outdoor-Livings gibt es eine Änderung im Mindset. Das wird noch wichtiger als es vorher war.