Türkei: Sender übt Kritik an Erdogan – wie er darauf reagiert, spricht Bände

Türkei: Ein Nachrichtensender hat sich kritisch gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdogan geäußert. Das hat Konsequenzen. (Symbolbild)
Türkei: Ein Nachrichtensender hat sich kritisch gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdogan geäußert. Das hat Konsequenzen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Depo Photos

Wer sich in der Türkei kritisch gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdogan äußert, tut sich damit keinen Gefallen.

Das hat nun auch der Nachrichtensender Tele1 in der Türkei erfahren müssen.

Türkei: Nach Kritik an der Regierung – Erdogan sperrt TV-Sender

Wegen kritischer Äußerungen über den türkischen Präsidenten Erdogan und die Religionsbehörde Diyanet muss Tele1 vorübergehend sein Programm unterbrechen. Die Sendesperre habe in der Nacht zum Donnerstag begonnen und gelte fünf Tage lang, teilte die türkische Regulierungsbehörde für den Rundfunk RTÜK auf Twitter mit.

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Das ist Tele1:

  • ein türkischer Nachrichtensender
  • begann seine Ausstrahlung am 9. Januar 2017 als „Kültürtürk“
  • seit dem 4. Februar 2017 heißt der Sender „Tele1“
  • Chefredakteur ist Merdan Yanardag

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Die Behörde begründete die Entscheidung mit einem Verstoß gegen den Grundsatz, dass Sendungen keinen Hass und Feindseligkeiten schüren dürften. Nach Angaben des Oppositionspolitikers und RTÜK-Mitglieds Okan Konuralp sei die Entscheidung wegen zwei Fernsehsendungen gefallen, in denen ein islamischer Gelehrter dem türkischen Präsidenten und der Religionsbehörde Diyanet vorwarf, Moscheen zu politisieren und eine Theokratie zu etablieren. Darauf habe die Religionsbehörde mit einer Beschwerde reagiert.

Zwar sei man gegen die Entscheidung juristisch vorgegangen, das Gericht habe letztendlich aber für die Abschaltung gestimmt, so Konuralp. „Die Regierung lässt so kritische Stimmen verstummen“, sagte der CHP-Politiker.

Sendesperre löst Proteste aus

Sechs von neun RTÜK-Mitgliedern sind Politiker der regierenden islamisch-konservativen AKP oder der mit ihr verbündeten ultranationalistischen MHP. Unter dem Hashtag „#Tele1Susturulamaz“ (übersetzt: Tele1 kann nicht zum Schweigen gebracht werden) protestierten Menschen in den sozialen Medien gegen die Entscheidung, darunter auch viele Politiker der Opposition.

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In einer sarkastischen Stellungnahme auf der offiziellen Website von Tele1 bekannte sich der Sender schuldig, „Verbrechen“ wie unabhängigen Journalismus begangen zu haben. „Wir werden die Regierung weiterhin stören und die oben genannten Verbrechen für das Recht der Öffentlichkeit auf Information begehen“, so Tele1. (at, mit dpa)

 
 

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