Tschernobyl: Forscher besuchen Reaktor – unfassbar, was sie im Inneren entdecken

Tschernoybl: Hier kam es 1986 zur Katastrophe.
Tschernoybl: Hier kam es 1986 zur Katastrophe.
Foto: dpa

Tschernobyl. Es ist eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts: Vor 34 Jahren erschütterten zwei Explosionen das Atomkraftwerk in Tschernobyl (Ukraine). Einer der vier Reaktorblöcke wurde dabei zerstört. Radioaktives Material wurde durch die Explosionen in die Atmosphäre geschleudert und verseuchte weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine. Die radioaktive Strahlungswolke wanderte sogar bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap.

Die Unglücksstelle in Tschernobyl ist seit vielen Jahren ein hochinteressanter Ort für Wissenschaftler, die die Auswirkungen der Strahlung auf die umliegende Natur untersuchen. Eine unfassbare Entdeckung machten Forscher aber direkt am Nuklearreaktor des Kraftwerks, wie „Fox News“ berichtet.

Tschernobyl: Forscher finden Pilz, der Strahlung frisst

Im Jahr 1991 fanden Wissenschaftler an der Wand des Reaktors einen Pilz, der sie vollkommen verblüffte. Nicht nur die Tatsache, dass er in diesem extrem radioaktiv verstrahlten Umfeld überleben konnte, beeindruckte die Forscher. Denn dem Pilz schien die Strahlung nicht nur überhaupt nichts auszumachen – es wirkte fast so, als werde er von ihr angezogen.

Diese Vermutung wurde durch spätere Untersuchungen bestätigt. Und die Wissenschaftler fanden sogar noch mehr heraus: Der Pilz besitzt große Mengen an Melaninen. Das sind die Pigmente, die beim Menschen für die Farbe von Haut, Haaren und Augen sorgen. Die Melanine in dem Tschernobyl-Pilz sind in der Lage, die radioaktive Strahlung zu absorbieren und in eine Art chemische Wachstumsenergie umzuwandeln. Mit anderen Worten: Der Pilz ernährt sich von der gefährlichen Strahlung!

Bedeutende wissenschaftliche Entdeckung

Seit seiner Entdeckung sorgte der Tschernobyl-Pilz für Gesprächsstoff. Ekaterina Dadachova vom Albert Einstein College of Medicine in New York schrieb beispielsweise bereits im Jahr 2008, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass diese Strahlung fressende Pilzart das erste Exemplar ihrer Spezies seien. „Große Mengen von Pilzsporen mit hohem Melaningehalt wurden in Einlagerungen aus der Kreidezeit gefunden, als viele Tier- und Pflanzenarten ausstarben“, so Dadachova.

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Viele Wissenschaftler erhoffen sich allerdings durch den Pilz ganz bestimmte Erkenntnisse. „Fox News“ zufolge könnte das Gewächs etwa darauf hinweisen, dass es im Kosmos möglicherweise uns unbekannte Orte gibt, an denen Organismen in strahlungsbelasteten Umgebungen überleben können. (at)

 
 

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