Trier: Amokfahrer in U-Haft oder Psychatrie? ++ Baby (9 Wochen) und dessen Vater unter den Toten

Amokfahrt in Trier: Ein Mann lenkte am Dienstag seinen Wagen durch die Innenstadt, tötet fünf Menschen.
Amokfahrt in Trier: Ein Mann lenkte am Dienstag seinen Wagen durch die Innenstadt, tötet fünf Menschen.
Foto: Thomas Frey/dpa

Trier. Horror-Tat in Trier!

Am Dienstagmittag ist ein Autofahrer in die Fußgängerzone in Trier gefahren und hat dabei zahlreiche Menschen verletzt! Darunter drei Schwerstverletzte, die in Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen, fünf Schwer- und drei Leichtverletzte.

Fünf Menschen starben, darunter ein erst neun Wochen altes Baby und dessen Vater. Die Mutter des Kleinkindes sowie dessen Bruder (1) befinden sich in einem Krankenhaus.

Trier: Auto fährt in Fußgängerzone – Fünf Tote

Der Tatverdächtige fuhr um 13.47 Uhr mit hoher Geschwindigkeit mit einem silbernen Range Rover durch die Innenstadt über den Hauptmarkt in Richtung Porta Nigra. Innenminister Lewentz sprach von „Zickzacklinien“, die der Fahrer bewusst gefahren sei, um Menschen zu schaden.

Er tötete eine 45-jährige Frau, einen 45-jährigen Mann, ein neun Wochen altes Baby und eine 73-jährige Seniorin. Das Alter des Babys hatten die Behörden zuvor fälschlicherweise mit neun Monaten angegeben. Laut „Bild“ erhöhte sich die Zahl der Todesopfer am Dienstagabend auf fünf, wie der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD) bestätigte.

+++ Trier: 51 Jahre alt, alkoholisiert, im Auto lebend – das ist über den Fahrer bekannt +++

Augenzeugen haben in Trier berichtet, dass Menschen durch die Luft geschleudert worden seien.

Trier: Das wird dem Tatverdächtigen vorgeworfen

Der Beschuldigte sei unmittelbar nach der Tat festgenommen worden und befinde sich in Polizeigewahrsam. Gegen ihn besteht der Tatverdacht des Mordes in vier Fällen und der gefährlichen Körperverletzung in vielen weiteren Fällen. Das Fahrzeug habe ihm dabei als Waffe gedient.

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, die Vernehmung dauere an. Bislang liege kein Hinweis auf eine politisch motivierte Tat vor. Möglicherweise gebe es ein psychiatrisches Krankheitsbild bei dem 51-jährigen Tatverdächtigen, der aus Trier stammt.

„Die weiteren Ermittlungen müssen die Hintergründe beleuchten“, sagte der Staatsanwalt. Wahrscheinlich sei auch, dass ein psychiatrisches Sachguthaben angeführt werden müsse.

Fest stehe bislang, dass der Tatverdächtige Alkohol getrunken hatte, die Polizei stellte bei ihm nach der Tat 1,4 Promille Atemalkoholwert fest. Ob es einen Haftbefehl geben wird, sei noch unklar. Möglicherweise werde der 51-Jährige in ein psychiatrisches Krankenhaus mit Sicherheitsverwahrung verlegt.

„Ich bin seit 26 Jahren Staatsanwalt, aber eine solch sinnlose Tat mit so vielen Toten ist mir noch nicht aufgekommen. Mir bleibt der Atem stehen, wenn ich daran denke“, sagte der Staatsanwalt am Dienstag.

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Teile der Trierer Innenstadt waren nach dem tödlichen Vorfall weiträumig abgesperrt. Die Sperrung dauerte wegen der Tatortarbeit über Stunden an.

Der Tatverdächtige soll die Tage vor der Tat nach ersten Erkenntnissen nicht in einer Wohnung, sondern in seinem Auto verbracht haben.

Verdächtiger soll dem Haftrichter vorgeführt werden

Am Mittwoch soll der Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung bei dem 51-Jährigen. Die Justizbehörde muss daher noch entscheiden, ob sie Untersuchungshaft beantragt oder die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

Trier: Bundesamt für Bevölkerungsschutz sprach Warnung aus

Neben Schwerverletzten und Toten gebe es auch viele traumatisierte Menschen, die jetzt Hilfe benötigen. Viele Rettungswagen waren im Einsatz. „Wir versuchen jetzt erstmal, die Menschen zu retten“, sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe am Nachmittag.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlichte am frühen Nachmittag eine amtliche Gefahrenmitteilung. In Trier herrsche eine „Sonderlage“, der betroffene Bereich sei unbedingt zu meiden. Nach der Festnahme des Fahrers gab die Polizei Entwarnung: Eine Gefahr mehr für die Bevölkerung bestehe nicht mehr.

Bürgermeister der Stadt reagiert erschüttert

OB Leibe zeigte sich auf der Pressekonferenz laut „Bild“ erschüttert: „Ich bin gerade durch die Innenstadt gelaufen und es war einfach nur schrecklich. Es bot sich ein Bild des Grauens. Da steht ein Turnschuh … das Mädchen dazu ist tot”, zitiert ihn die „Bild“.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landesinnenminister Roger Lewentz (beide SPD) erreichten Trier am frühen Abend. Dreyer sei „schockiert und tief erschüttert“ über die Tat in ihrer Heimatstadt.

Sie sprach den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus und wünschte den Verletzten eine „baldige Genesung“. Bei Instagram schrieb sie: „Es ist einfach nur furchtbar. Es ist ein ganz, ganz schlimmer Tag für meine Heimatstadt Trier und für uns im Land Rheinland-Pfalz.“

Mitten an einem normalen Tag seien Menschen aus ihrem Leben gerissen worden. „Das ist einfach sehr schlimm für uns alle“. Sie sei mit ihren Gedanken bei den Verletzten und Schwerverletzten und hoffe und bete, dass sie überlebten und gesundeten.

Horror-Tat in Trier: So reagiert die Regierungssprecher

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert meldete sich über Twitter zu Wort. „Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd“, erklärte Seibert am Dienstag. „Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.“ (at/vh/dpa)

 
 

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