Tönnies: Reportage bringt Erschreckendes ans Licht – „Wie arbeitest du, du Schl****?“

Ehemalige Mitarbeiter berichten über die Zustände beim Fleischwerk Tönnies. (Symbolbild)
Ehemalige Mitarbeiter berichten über die Zustände beim Fleischwerk Tönnies. (Symbolbild)
Foto: imago images

Schlimme Beschuldigungen gegenüber dem Fleischwerk Tönnies!

Mehrere Mitarbeiter haben in einer RTL-Reportage über die schockierenden Zustände bei Tönnies berichtet – zum Teil unter Tränen!

Tönnies: Mitarbeiter berichten von schockierenden Bedingungen am Fleischwerk

Eine von ihnen ist Katya Antonowa, die eineinhalb Jahre lang Schweine in der Fleischfabrik zerteilt hat. „Die ständige Angst, rausgeworfen zu werden. Beleidigungen, weil sie dich nicht als Menschen sehen sondern als jemanden, mit dem sie Geld verdienen“, beschreibt Antonowa ihre „schlechten Erinnerungen“ im Interview.

„Du musst nicht nur sehr schnell arbeiten, du darfst auch keine Fehler machen. Wenn du einen Fehler machst, kommt sofort der Vorarbeiter und fängt an dich zu beleidigen. ‚Du Schlampe‘, und so weiter. ‚Was machst du? Wie arbeitest du, du Schlampe?‘“

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Katastrophale Zustände im Wohnheim

Nicht nur verbal, auch körperlich habe man die Mitarbeiter angegangen. Antonowa schildert, wie ein Kollege einen Fehler gemacht und daraufhin vom Vorarbeiter einen Faustschlag auf den Rücken bekommen habe.

Aus dem Wohnheim berichtet sie von katastrophalen Zuständen. Mit vier weiteren Frauen habe sie sich ein Zimmer teilen müssen. Die karge Einrichtung: Nicht mehr als fünf durchgelegene Betten, nicht mal einen Schrank oder einen Tisch gab es. Der Putz platzte überall von den Wänden.

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Das ist die Tönnies Holding:

  • Das Familienunternehmen hat den Sitz in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh
  • Es ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine
  • Eigentümer sind Clemens Tönnies und sein Neffe Robert Tönnies

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„Wir sind auch Menschen. Wir haben Herzen und Seelen. Lasst uns Menschen sein“, berichtet sie unter Tränen. Antonowa hat nur einen Wunsch: „Ich will, dass die Leute aufhören zu glauben, dass Tönnies so toll ist!“

Anwalt zieht extrem hartes Fazit

Spätestens der Tönnies-Skandal hat an diesem Image stark gekratzt. Hoffnung macht auch Rechtsanwalt Dr. Sven Jürgens: „Wenn die Behörden sich die Mühe machen, das systematisch aufzuarbeiten, dann werden da strafrechtlich einige Köpfe rollen.“

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Auch er glaubt, dass Mitarbeiter in dem Fleischwerk menschenunwürdig behandelt werden – noch immer. Laut Jürgens habe Tönnies „Bedingungen bei anderen Unternehmen gefördert und geduldet hat, die eigentlich einer modernen Sklaverei entsprechen.“

Das macht Antonowa jetzt

Nur durch umfangreiche Aufklärungsarbeit könne man dem System Einhalt gebieten. Clemens Tönnies hat sich gegenüber RTL nicht zu den Zuständen äußern wollen.

Für Antonowa ist die schwere Zeit im Fleischwerk vorbei. Sie arbeitet seit sieben Jahren als Altenpflegerin. Laut der „Interessengemeinschaft WerkFAIRträge“, die sich für bessere Arbeitsbedingungen der Werksvertragsarbeiter einsetzt, lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann noch immer in Ostwestfalen. (vh)

 
 

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