Thüringen: Frau hält diesen Fund für alte Bierdeckel – es ist etwas ganz anderes

In Thüringen fand eine Frau vergrabene Münzen. Sie hielt sie für Bierdeckel.
In Thüringen fand eine Frau vergrabene Münzen. Sie hielt sie für Bierdeckel.
Foto: imago images

Weimar. Da staunte eine Frau in Thüringen nicht schlecht, als sie beim Graben auf diesen Schatz stieß!

Ursprünglich wollte Katjana Hesse (39) aus Thüringen nur die bedrohten „Uhrdaer Linden“ im Forst bei Vollradisroda sichern, hatte deshalb einen Spaten dabei, damit sie für die Bodenarbeiten im Waldstück bei Magdala ausgerüstet ist. Doch es kam GAAAANZ anders...

An einer Gruppe von rund 250 Jahre alten Kopflinden im Döbritzscher Pfarrholz stieß sie auf einige freiliegende Silberlinge. Statt weiter zu graben, informierte sie die zuständigen Behörden, bewachte den Schatz bis zur sachgerechten Ausgrabung.

Thüringen: Schatz im Wald wird untersucht

Dabei wurde das Keramikgefäß samt umliegendem Erdreich in einem Block geborgen und das Vorgehen fotografisch dokumentiert. Anschließend wurden Röntgenaufnahmen angefertigt, um einen ersten Überblick über den Inhalt des Gefäßes und den Umfang des Schatzes zu erhalten.

Etwa 200 historische Münzen kamen zum Vorschein. Der „Uhrdaer Lindenschatz“ wurde am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Thüringen: Frau findet Schatz im Wald

Bisher wurden 18 Münzen gereinigt, wie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar in Thüringen am Freitag mitteilte. Dabei handle es sich um sogenannte Hohlpfennige - regionales Alltagsgeld aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sie seien 17 bis 20 Millimeter groß und aus dünnem Silberblech. Geprägt wurden sie in Jena, Gotha, Schleusingen, Naumburg und Saalfeld.

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Die Bearbeitung des Schatzes werde wohl rund ein Jahr dauern, sagte der Denkmalpfleger. Besagte Röntgenaufnahmen hätten auch größere Münzen gezeigt, wahrscheinlich Groschen.

Die Fachleute vermuten, dass der Schatz um 1430 von Bewohnern des später aufgegebenen Ortes Uhrda westlich von Jena vergraben wurde. Zum Wert der Münzen für die Menschen damals zieht Anja Endrigkeit, Sprecherin des Landesamtes, einen Vergleich heran: Ein Huhn habe damals etwa 4 Hohlpfennige, ein Schlachtschwein 120 gekostet.

Solche Münzen tauchten immer wieder einmal auf, sagte sie. Der Wert für die Fachleute bestehe vor allem darin, dass es sich um einen geschlossenen Fund handle - der Schatz also komplett und unversehrt geborgen werden konnte.

Findern hielt Fund für Bierdeckel

Dieser Umstand ist seiner Finderin Katjana Hesse zu verdanken. Sie hatte zunächst gedacht, dass der Schatz etwas ganz anderes sei: „Ich hielt sie erst für rostige Bierdeckel“, verriet sie „Bild“. Es entpuppte sich als Münzen im Wert von über 30.000 Euro.

Gut erhaltene Hohlpfennige brächten ihrem Verkäufer heute 40 bis 130 Euro pro Stück ein, hieß es. Als der jetzt gefundene Schatz vergraben wurde, dürfte er den Gegenwert von zwei Schweinen entsprochen haben.

Finderin erhält Aufwandsentschädigung

Die Finderin darf sich jetzt jedenfalls auf eine Aufwandsentschädigung freuen. Wie hoch die sein wird, steht noch nicht fest. (ms mit dpa)

 
 

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