Thermomix-Streit mit Lidl: Schwere Vorwürfe gegen Discounter-Riesen

Foto: Funke Foto Services/dpa/ Montage: Der Westen

Lidl und Vorwerk streiten sich seit Dienstag vor dem Handelsgericht in Barcelona. Grund dafür ist der Thermomix. Denn diesen soll Lidl laut Vorwurf deutlich günstiger anbieten als die Küchenmaschine eigentlich kostet. Und: Das Ganze soll nur eine „billige Kopie“ sein.

Unter dem Namen „Monsieur Cuisine Connect“ habe Lidl den Thermomix verkauft, um ihn so deutlich günstiger anbieten zu können. So lautet der Vorwurf von Vorwerk. Es geht um Patentrechtsverletzung.

Thermomix: Streit zwischen Lidl und Vorwerk

Eigentlich kostet so ein Thermomix locker 1000 Euro. Dafür soll das Gerät alles können, Kunden weltweit sind begeistert von der Küchenmaschine, die dem Koch alles abnimmt.

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Das ist der Thermomix:

  • Der Thermomix wird von der Firma Vorwerk hergestellt
  • Diese hat ihren Sitz in Wuppertal (NRW)
  • Der Thermomix ist eine Küchenmaschine mit allerlei Funktionen
  • Er kann kochen, zerkleinern, mixen oder auch erwärmen
  • Der allererste Thermomix erschien im Jahr 1971

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Thermomix: Küchenmaschine nimmt einfachste Arbeiten und das Kochen an sich ab

Natürlich kann man auch alles selbst schnibbeln, kneten, verrühren und erwärmen. Schließlich macht der Thermomix genau das. Dennoch ist die Maschine beliebt wie kaum ein anderes Produkt von Vorwerk. Da können sogar die Staubsauger kaum mithalten.

Dass Lidl den Theromix nun für 360 Euro anstatt 1000 Euro angeboten hat, stößt Vorwerk sauer auf. Die deutschen Unternehmen streiten sich deswegen vor dem Handelsgericht, berichtet die Wetterauer Zeitung.

Vorwerk verlangt zehn Prozent des Gewinns, der durch den Thermomix eingespült wird.

Thermomix: Lidl widerspricht den Plagiatsvorwürfen

Doch Lidl weigert sich und betont, keine Patentrechte verletzt zu haben.

Denn eine Küchenmaschine, die selbst kocht, stehe längst nicht mehr unter dem Patentschutz. Sachverständige prüfen nun, ob einzelne Details wie die integrierte Waage bei der günstigeren Version ebenfalls vorkommen.

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Oder das Messerwerk, das Kunden abstellen können, wenn sie den Deckel öffnen. Lidl widerspricht den Plagiatsvorwürfen massiv und behauptet: „Diese Funktionen gibt es auch bei anderen Küchenmaschinen. Dem Thermomix fehlt es an Neuem und an erfinderischer Tätigkeit.“ Das berichtet die taz.

Ob Lidl oder Vorwerk am Ende des Rechtsstreits um den Thermomix Recht bekommt, bleibt vorerst offen. Das Urteil wird in einigen Wochen erwartet. (fb)

 
 

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