Ritter Sport: Neue Schokolade muss Namen ändern – Chef empört „Aufwachen! Das ist die neue Realität“

Ritter Sport: Ärger um ein neues Produkt. (Symbolbild)
Ritter Sport: Ärger um ein neues Produkt. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / STPP

Bei dem Namen Ritter Sport denken wohl fast alle an Schokolade.

Nun ist Ritter Sport in die Schlagzeilen geraten, da ein Produkt umbenannt werden muss. Das findet Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken alles andere als gerechtfertigt.

Ritter Sport: Neue Schokolade muss Namen ändern

Woraus muss Schokolade bestehen, dass ist eine Frage, die gerade Ritter Sport sehr stark beschäftigt. Denn der Konzern bringt eine Schokolade auf den Markt, die in Deutschland eigentlich nicht so heißen darf.

---------------

Das ist Ritter Sport:

  • Ritter Sport ist eine Schokoladenmarke der Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Ritter’s Sport Schokolade wurde nach Angaben des Herstellers 1932 als Marke eingeführt
  • Die Sorten von Ritter-Sport-Schokolade in quadratischer Verpackung bestehen aktuell aus 20 Standardsorten, sieben Nusssorten, drei Single-Origin-Sorten und weiteren Sondersorten.

---------------

Der Grund dafür scheint doch reichlich absurd. Laut der deutschen Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse aus dem Jahr 2003 besteht eine Schokolade nicht nur aus Zutaten wie Kakaomasse, Kakaopulver und Kakaobutter, sondern zwingend auch aus bestimmten Arten von Zucker, an die enge Kriterien angelegt werden. Sowas fehlt aber im neuen Ritter-Sport-Produkt mit dem Namen „Cacao y Nada“.

Ritter Sport: Neue Schokolade gar keine Schokolade?

Zum Süßen des neuen Produkts verwendet Ritter Sport nach eigenen Angaben natürlichen Kakaosaft, den es auf einer Plantage in Nicaragua extra aus Kakaofrüchten gewinnt. Die Kakaoverordnung ist eine Art gesetzliches Rezeptbuch – wer dagegen verstößt, riskiert Geldstrafen und im Extremfall gar einen behördlich verordneten Verkaufsstopp. Ritter Sport beklagt, das deutsche Lebensmittelrecht sei in diesem Punkt nicht mehr zeitgemäß.

---------------

Weitere News:

Kaufland-Kundin bitter enttäuscht von „Super Bowl“-Produkten – damit tritt sie eine Welle los

Euro: Hast du diese besondere 10-Cent-Münze? Sie kann 500 Euro wert sein

Kreuzfahrt: Passagier berichtet von Fahrt in Corona-Zeiten – DAS fällt ihm sofort auf

---------------

Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken bezeichnete das Ganze als „absurd“. „Wenn Wurst aus Erbsen sein darf, braucht Schokolade auch keinen Zucker. Aufwachen“, sagte er weiter.

Ritter Sport: Wird die „Schokolade“ umbenannt

Zwar ist der Saft der Kakaofrucht inzwischen prinzipiell in der EU als Lebensmittel zugelassen. Allerdings beinhaltet das von Ritter Sport auf der Plantage gewonnene Süßungsprodukt nach Unternehmensangaben nicht den erforderlichen Zuckergehalt, der zu einer lebensmittelrechtlichen Anerkennung als Zuckerart nötig wäre. Eine Schokolade besteht aber laut Verordnung zwingend aus „Kakaoerzeugnissen und Zuckerarten“.

Das Produkt wird dennoch auf den markt kommen, nur unter einem anderen Namen. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat sich zu dem Fall bereits geäußert. Die Kakaoverordnung begrenze die Verwendung zuckerhaltiger Zutaten nicht auf bestimmte Zuckerarten, hieß es.

Das Ministerium könne daher nicht erkennen, dass bei der Herstellung von Schokolade nicht auch natürlicher Kakaosaft zum Süßen verwendet und das Erzeugnis unter der Bezeichnung „Schokolade“ in den Verkehr gebracht werden dürfe. „Wir haben das klare Ziel, den Zuckergehalt in Fertiglebensmitteln und Erfrischungsgetränken deutlich zu reduzieren“, sagte Ministerin Julia Klöckner.

Ritter Sport möchte sich in Zukunft für eine Änderung der Verordnung einsetzen. (gb mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN