Rebecca Reusch: Familie erhebt schwere Vorwürfe – dieses Bild hätte SO nie gezeigt werden dürfen

Der Fall Rebecca Reusch

Seit Februar 2019 ist die 15-jährige Rebecca Reusch spurlos verschwunden. Wir zeichnen den Fall nach.

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Seit einem Jahr beschäftigt der Vermisstenfall von Rebecca Reusch ganz Deutschland!

Vor allem das Fahndungsfoto der 15-Jährigen hat sich bei vielen Menschen ins Gedächtnis eingeprägt. Es zeigt die hübsche 15-Jährige, mit Schmollmund, blonden Strähnen und dunklen Augen schaut Rebecca Reusch in die Kamera. Doch jetzt kommt raus: Das Bild hätte so nicht gezeigt werden dürfen.

Rebecca Reusch vermisst: Anwalt kritisiert Fotoauswahl

Die Familie der vermissten Rebecca Reusch erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler. „Das Fahndungsfoto, welches ohne Absprache mit der Familie von der Mordkommission gewählt wurde, ist ein teils bearbeitetes Foto. Die Familie kannte es nicht und ist einhellig der Meinung, dass dies ein falsches Bild ihrer Tochter wiedergibt“, sagt Familienanwalt Khubaib Ali Mohammed (38) gegenüber „Bild“.

Er geht sogar soweit: „Auch sie selbst hätten Rebecca so nicht auf der Straße erkannt.“ Aus Sicht der Familie wurden die Ermittlungen durch die falsche Bildauswahl sogar beschädigt, so Anwalt Ali Mohammed.

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Vor einer Woche hatte sich Staatsanwalt Martin Glage zu Wort gemeldet. (>>> hier mehr dazu)

Er geht davon aus, dass Rebecca Reusch tot ist. Die Familie habe „in weiten Teilen mit Unverständnis“ auf sein Interview reagiert, so ihr Anwalt. „Ich habe aber einen starken Familienbund wahrgenommen, dieser ist zwar belastet, aber nicht gebrochen“, so Ali Mohammed.

Anwalt sieht Ähnlichkeiten zu NSU-Fall

Der Anwalt war auch im NSU-Prozess als Opfer-Anwalt eingebunden und sieht Ähnlichkeiten. „Es ging beim NSU-Komplex um die Mordserie an neun Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund durch eine rechtsextreme Terrorzelle. Ein Kernergebnis des Prozesses und der Untersuchungsausschüsse ist, dass die Täter viel früher hätten gefasst und Morde verhindert werden können, wenn man nicht über zehn Jahre an seiner Ursprungsthese festgehalten hätte. Nämlich der, dass es nur um Schutzgelderpressung ging.“

Im Fall Rebecca sieht er eine ähnliche Verbissenheit der Ermittler, die sich auf den Schwager als mutmaßlichen Täter fokussiert. „Bis das durch ein Gericht rechtskräftig festgestellt ist, ist sowohl für den Rechtsstaat als auch für die Familie der Schwager nicht der Täter. Es gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils“, stellt der Anwalt fest. Er sieht keinen einzigen Beweis, dass Rebecca tot ist. Es gebe keine Kampf- oder Blutspuren im Haus. Der Anwalt bemängelt: „Eigentlich arbeiten wir Juristen mit Beweisen und Argumenten. Im Fall Rebecca ist dies leider aktuell meiner Meinung nach nicht so.“

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Der Vermisstenfall Rebecca Reusch:

  • Am 18. Februar 2019 ist Rebecca Reusch aus Berlin spurlos verschwunden
  • Die Polizei geht davon aus, dass die 15-Jährige das Haus des Schwagers und ihrer Schwester nie lebend verlassen hat
  • Der Schwager von Rebecca Reusch saß in U-Haft, kam aufgrund eines fehlenden Tatverdachts wieder auf freien Fuß
  • Trotz wochenlanger Suche konnte die Polizei keine konkrete Spur aufnehmen

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„Der Schmerz ist echt, genauso wie die Hoffnung“

Daher habe die Familie nach wie vor die Hoffnung, dass ihre Becci wieder gesund nach Hause zurückkehren könnte. „Der Schmerz, den die Familie seit über einem Jahr erfährt, ist echt. Genauso echt wie die Hoffnung“, sagt Anwalt Ali Mohammed zu „Bild“.

„Keine vage Ermittlung und keine kriminalistische Erfahrung der Welt wird die Hoffnung von Eltern zerstören können, dass ihr Kind wohl behütet, gesund und noch am Leben ist.“ (ms)

 
 

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