Bayern 3: Radio-Moderator sorgt für Eklat – jetzt räumt er ein: „Ich habe einen großen Fehler gemacht“

Steht in der Kritik: Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik ("Matuschke").
Steht in der Kritik: Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik ("Matuschke").
Foto: IMAGO / Christine Roth

„Diese kleinen Pisser“, sie sollen „in Nordkorea Urlaub machen für die nächsten 20 Jahre“ – diese Radio-Anmoderation von Bayern3-Moderator Matthias Matuschik, genannt „Matuschke“ sorgt im Netz aktuell für heftige Diskussion.

Im Radio war er auf die südkoreanische Pop-Band BTS losgegangen. Die Fans der Gruppe erheben nun schwere Vorwürfe gegen den Moderator.

Radio-Moderator (Bayern 3) geht auf Boygroup los

BTS ist wohl DIE K-Pop-Band schlechthin. Auf dem gesamten Kontinent himmeln Millionen von Teenagern und jungen Erwachsenen die Boygroup an. Auf Konzerten herrscht regelmäßig Ausnahmezustand.

Die Band ist der meistverkaufte Künstler Südkoreas überhaupt, mehr als 20 Millionen Alben hat die Gruppe inzwischen verkauft. Ihr im vergangenen August veröffentlichtes Musikvideo brachte es innerhalb von 24 Stunden auf mehr als 100 Millionen Klicks. Im gleichen Jahr räumten sie Preise beim MTV Video Music Award und bei den Grammys ab. MTV hat nun sogar angekündigt, eines der legendären „Unplugged“-Konzerte mit der Gruppe aufnehmen zu wollen.

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Bayern3-Moderator Matthias Matuschik machte keinen Hehl daraus, dass er mit der Musik wenig anfangen konnte. Er verglich die Gruppe mit dem Coronavirus, sie sei wie „irgendein scheiß Virus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt.“

Radio-Moderator versucht Unheil abzuwenden – doch macht es nur noch schlimmer

Äußerst unglücklich versucht er sich dann vorab schon gegen mögliche Rassismus-Vorwürfe zu schützen: „Nichts gegen Südkorea, man kann mir jetzt nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen, nur weil diese Boy-Band aus Südkorea… Ich habe ein Auto aus Südkorea. Ich habe die geilste Karre überhaupt.“

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Es folgen einige Ausführungen, warum genau sein Auto so toll sei, die an dieser Stelle aber keine wirkliche Rolle spielen. Doch schnell geht es wieder zurück zum eigentlichen Thema: BTS und das besagte MTV-„Unplugged“.

Eklat bei Bayern 3: „Diese kleinen Pisser“

„Bei einer Boyband unplugged, allein das ist ja schon paradox“, schimpft der Moderator. Dann wird es richtig übel: „Und dann geben diese kleinen Pisser auch noch damit an, dass sie von Coldplay ‚Fix You‘ gecovered haben. Wo ich sage: ‚Das ist Gotteslästerung!‘ Das sage ich als Atheist. Das ist Frevel. Dafür werdet ihr in Nordkorea Urlaub machen für die nächsten 20 Jahre.“ Dann offenbart er auch das Ziel seiner Schimpftirade: Es sei die Anmoderation für „Fix You“, „aber in der Version von Coldplay, weil alles andere kannste‘ ja echt knicken.“

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Die BTS-Fans im Netz trauten bei diesen Worten ihren Ohren kaum. Wutentbrannt schrieb eine deutsche Fan-Seite beispielsweise: „Rassismus, Beleidigungen und einen Bezug zu COVID, Gotteslästerung und Nordkorea herzustellen, wie rechtfertigt ihr solche Aussagen gegenüber BTS & ihrem Auftritt bei MTV Unplugged?“ und markiert den bayerischen Radiosender.

Fans fordern Konsequenzen für Radio-Moderator

Auch andere Accounts fordern Konsequenzen für Matuschik. Unter dem Hashtag „RassismusBeiBayern3“ finden sich zahlreiche Tweets, die dem Radio-Moderator Rassismus vorwerfen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass der Moderator mit fragwürdigen Vergleichen auffällt. 2015 berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ von einem Auftritt, auf dem er Raucher mit Juden verglich. Er sei verärgert, dass man inzwischen spezielle Raucherbereiche habe, „so ein Rechteck für asoziale Menschen“, „wie so ein Judenkarree“. Der Moderator und Kabarettist erklärte, er habe „das schon über 100-mal gespielt“, es sei „überspitze Satire“.

Gleichzeitig engagiert sich Matuschik für die Kleinstpartei Mut in Bayern, die sich eigenen Angaben zufolge für „soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Vielfalt, eine menschenwürdige Asylpolitik, Friedenspolitik und ökologische Nachhaltigkeit“ einsetzt.

BR äußert sich zu Eklat um Radio-Moderator Matuschik

In einer Stellungnahme äußert sich der Bayerische Rundfunk (BR) zur Anmoderation von Matthias Matuschik. Darin heißt es: „Es ist Charakter dieser Sendung und auch des Moderators, seine Meinung klar, offen und ungeschminkt zu äußern. In diesem Fall ist er aus dem Versuch heraus, seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen und hat damit die Gefühle der BTS Fans verletzt.“

Das sei aber in keiner Weise beabsichtigt gewesen, der Moderator habe nur seinen Unmut über die Coverband äußern wollen.

Und weiter: „Es handelt sich hier um seine persönliche, geschmackliche Meinung, völlig ungeachtet der Herkunft und des kulturellen Backgrounds der Band. Diesen Geschmack muss man ebenso wenig teilen wie die durchaus derbe Ausdrucksweise.“ Fremdenfeindlichkeit und Rassismus würden dem 56-Jährigen „in jeder Form absolut fernliegen. Dies hat er auch in der angesprochenen Moderation versucht darzustellen, ändert aber nichts daran, dass viele von euch seine Äußerungen als verletzend oder rassistisch empfunden haben.“

Der BR entschuldigt sich und will das Thema mit dem Radio-Team und Matthias Matuschik in den nächsten Tagen noch mal ausführlich aufarbeiten.

Bayern 3: Radio-Moderator Matthias Matuschik räumt „großen Fehler“ ein

Später veröffentlichte der Bayerische Rundfunk zusammen mit Moderator Matuschik ein erneutes Statement. Darin heißt es vom Sender: „Der Moderator und seine Familie werden inzwischen massiv bedroht. Wir bitten bei allem Verständnis für die Empörung darum, dass die Diskussion auf einer inhaltlichen Ebene bleibt.“ Der BR betont, dass der Moderator „meilenweit von rassistischen Ansichten entfernt sei“ und das in den vergangenen Jahren durch sein Handeln unterstrichen habe.

Matthias Matuschik wird so zitiert: „Ich bin sehr bestürzt über die Reaktionen, die meine Äußerungen in meiner Liveshow hervorgerufen haben – und vorneweg: Es tut mir sehr leid und ich möchte mich aufrichtig entschuldigen.“ Es sei „komplett daneben“ gewesen, die Boyband in einem Zusammenhang mit einem Virus gestellt zu haben. Er verstehe, dass sich die „asiatische Community“ durch seine Worte rassistisch beleidigt fühle. „Ich habe einen großen Fehler gemacht, aus dem ich lernen werde“, verspricht der Radio-Moderator zum Abschluss.

(dav/cs)