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Peter Maffay besorgt: „Frage mich, wohin diese Entwicklung führt"

Fr, 30.10.2020, 21.32 Uhr

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

Peter Maffay ist jemand, der sich viele Gedanken über gesellschaftliche Entwicklungen macht, er singt von Ausgrenzung und Fremdenhass.

Aber Peter Maffay meldet sich auch abseits der Bühne zu Wort. Nicht so häufig. Aber wenn, dann sehr klar und eindeutig. Jetzt hat er sich über die deutsche Corona-Politik geäußert. Maffay macht sich Sorgen.

Peter Maffay über Corona-Maßnahmen: „Bin mir nicht sicher, dass...“

Im „Morning Briefing Podcast“ von Journalist Gabor Steingart sprach Maffay über Kultur in Zeiten der Pandemie, das war der Ausgangspunkt. Die Branche leidet extrem unter den aktuellen Einschränkungen, weil die Künstler momentan weder Bühne noch Publikum haben. Ihnen wurde die Lebensgrundlage genommen.

Maffay findet diesen Zustand unzumutbar: „Wir dürfen nicht übersehen, dass diese Lage psychische Auswirkungen hat“, sagt er. Die Kunst mit ihren vielen Genres besitze eine korrektive Funktion. „Darüber artikulieren sich Menschen, sie spiegeln wider, was um sie herum passiert. Auf diese Qualität zu verzichten, ist dumm.“ Er glaubt, dass Künstler in der aktuellen Situation sogar eine wichtige Rolle spielen könnten.

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Das ist Peter Maffay:

  • Er wurde am 30. August 1949 als Peter Alexander Makkay in Rumänien geboren
  • Musikproduzent Michael Kunze entdeckte Peter Maffay
  • Sein Hit „Du“ wurde 1970 zum Sommerhit und schaffte es direkt auf die Nummer 1
  • Aktuelles Album: „Jetzt!“

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Dann geht es im Gespräch zwischen Steingart und Maffay aber auch um das neue Infektionsschutzgesetz allgemein. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Maßnahmen in der Härte und dieser Gewichtung relevant sind“, sagt Maffay. „Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die Maske zu einem Maulkorb wird, was in unserer Gesellschaft tödlich wäre, denn wir würden Prinzipien, die uns viel bedeuten und die sehr wertvoll sind, erodieren sehen.“

„Ich frage mich, wohin diese Entwicklung führt“, sagt Maffay. „Werden wir ein liberaler Staat bleiben oder verkommen wir zu einem totalitären Prinzip? Ich glaube nicht, dass es so weit ist. Aber wir müssen höllisch aufpassen, dass wir die Türen in diese Richtung nicht aufmachen.“

Bei Grund- und Freiheitsrechten sei schon etwas ins Rutschen geraten, sagt Maffay. „Ich hoffe, dass sich die Politik nicht in diesen Umstand verliebt: Gesetze durchzupeitschen und sich verliebt in die Macht, die damit verbunden ist.“

Maffay sagt aber auch: „Ich verstehe, dass man etwas tun muss“

Es ist völlig in Ordnung, sich kritisch über die von Bund und Ländern angeordneten Corona-Maßnahmen zu äußern, gar keine Frage. Aber Maffay muss sich bewusst sein, bei welchen Teilen der Bevölkerung er mit seinen Worten besonders Anklang finden wird.

+++ Corona: Alle wichtigen Entwicklungen HIER in unserem News-Ticker +++

Das sind auch viele der Menschen, die von Wochenende zu Wochenende durch deutsche Städte ziehen und die Corona-Pandemie für völlig überbewertet halten. Und die mit teils haarsträubenden Ansichten aufwarten, wenn sie die aktuelle Politik in Deutschland mit der des Dritten Reichs vergleichen.

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Maffay ist allerdings viel reflektierter in seinen Aussagen als diese Menschen. „Ich verstehe, dass man angesichts steigender Infektionszahlen etwas tun muss“, sagt er. Es sei ein schwieriger Spagat.

Und noch ein wesentlicher Unterschied: Maffay bleibt konstruktiv und positiv. Er verliert sich nicht in der Wut, wie viele der „Querdenker“ bei ihren Demonstrationen. In diesem Ton lässt sich über alles reden. (jds)

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