Paris: Mann tötet vier Polizisten in Polizeipräfektur – neue Details zum Täter bekannt

In Paris starben vier Polizisten.
In Paris starben vier Polizisten.
Foto: Tang Ji/Xinhua/dpa

Paris. In Paris hat ein 45-jähriger Mann am Donnerstag mit einem Messer in der Pariser Polizeipräfektur vier Polizisten getötet.

Auch der Angreifer sei tot, berichteten die Nachrichtensender BFMTV und Franceinfo am Donnerstag.

Paris: Polizei-Mitarbeiter tötet vier Polizisten

Die Tat ereignete sich gegen 13.00 Uhr in der Polizeipräfektur. Der mutmaßliche Täter habe ein Keramikmesser benutzt, berichtete BFMTV. Er sei nach dem Angriff erschossen worden.

Der Angreifer soll ein 45-jähriger Verwaltungsmitarbeiter der Polizeipräfektur gewesen sein. Der mutmaßliche Täter habe seit 2003 dort gearbeitet. Er sei zuvor nie negativ aufgefallen, sagte Innenminister Christophe Castaner am Donnerstag vor der Polizeistation in Paris.

Laut Medien war der 45-Jährige in einer Abteilung eingesetzt, in der es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen geht. Die Polizei kündigte an, seine Wohnung durchsuchen zu wollen. Seine Frau sei derzeit in Polizeigewahrsam.

Augenzeuge schockiert

Bei den Opfern handle es sich um eine Frau und drei Männer, erklärte der Pariser Chefermittler Rémy Heitz, der Castaner begleitete. Der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters werde durchsucht, so Heitz. Die Ermittlungen blieben zunächst bei der Staatsanwaltschaft von Paris.

Er stehe aber im ständigen Kontakt mit der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Weitere Untersuchungen sollten Licht in das Motiv der Tat bringen. Bisher wurde angenommen, dass ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde zu der Tat geführt habe.

Ein Augenzeuge erzählte BFMTV, er habe Schüsse gehört. „Ich habe gedacht, dass sich ein Polizist umgebracht hat.“ Dann habe er bemerkt, dass auf den Angreifer geschossen wurde. Der Polizist, der sich mit der Dienstwaffe gewehrt habe, habe geweint.

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Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron besuchte noch am Donnerstag den Tatort. Er habe den Mitarbeitern der Polizeistation seine Unterstützung und Solidarität bekundet, hieß es aus Élyséekreisen.

Pariser Bürgermeistern betroffen

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, bekundete ihr Mitgefühl gegenüber den Angehörigen der Opfer bei Twitter. „Paris trauert heute Nachmittag nach diesem schrecklichen Angriff auf die Polizisten“, schrieb sie dort.

Berühmte Kathedrale weiträumig abgesperrt

Der Bereich in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame wurde weiträumig abgesperrt. Auch Anwohner durften nicht zurück in ihre Wohnungen. Auch die innerstädtische Metrostation „Cité“ war geschlossen.

Der Sekretär der Gewerkschaft Alliance Police Nationale für die Hauptstadtregion Paris, Loic Travers, sagte BFMTV zuvor, ein Polizist sei getötet worden. Die Polizei nahm auf Anfrage zunächst keine Stellung zu den Berichten.

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Sicherheitskräfte schockiert

Die Bluttat sorgte bei den Sicherheitskräften für Bestürzung. „Das ist das schlimmste Szenario, das passieren konnte“, sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft UNSA, Philipe Capon.

„Das ist ein Schock, ein Drama“, resümierte der Generalsekretär der Gewerkschaft VIGI Police, Alexandre Langlois, laut BFMTV.

Paris: Angreifer arbeitete in der Präfektur

Auch Innenminister Christophe Castaner begab sich an den Tatort, wie der Sender berichtete. Am Donnerstagabend sollte er ursprünglich an den Gesprächen über den EU-Flüchtlingspakt in Ankara (Türkei), zu denen auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) angereist ist, teilnehmen.

Erst am Mittwoch hatten Tausende Polizisten in der französischen Hauptstadt zum „Marsch der Wut“ aufgerufen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu protestieren. Rund 27.000 Polizisten hatten sich daran beteiligt. (vh/jg/dpa)

 
 

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