Protz-Villa und falscher Doktortitel – Unternehmer (30) soll SO Millionen erbeutet haben

Der windige Unternehmer Hendrik Holt wurde im April in Berlin festgenommen, sitzt seitdem in U-Haft. (Symbolfoto)
Der windige Unternehmer Hendrik Holt wurde im April in Berlin festgenommen, sitzt seitdem in U-Haft. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Rene Traut

Am 17. April haben in Berlin die Handschellen geklickt – Kripo-Beamte haben Hendrik H. festgenommen.

Der Mann, der zur Zeit seiner Festnahme im Nobelhotel „Adlon“ (Preis über 8.000 Euro pro Nacht) in Berlin gewohnt hat, ist jetzt ein Fall für die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Der Vorwurf der Ermittler: Anstiftung zu Bestechung, Urkundenfälschung und Verabredung zum banden- und gewerbsmäßigen Betrug.

Berlin: Unternehmer soll Investoren fiktive Projekte angedreht haben

Die Staatsanwaltschaft hat gegenüber DER WESTEN bestätigt, dass H. dringend tatverdächtig ist, Investoren „insbesondere mittels des massiven Einsatzes gefälschter Urkunden“ getäuscht zu haben. H. soll Investoren fiktive Energieprojekte angedreht und so abkassiert haben. Der Schaden liege im Millionenbereich.

Und: Er soll gefälschte Titel führen, hat nie einen Doktor gemacht. H. habe „nach dem Ergebnis der Ermittlungen nie ein Promotions­verfahren erfolgreich absolviert und ist demnach nicht berechtigt, einen Doktortitel zu führen.“

Jung-Unternehmer mit 250 Millionen Euro Privatvermögen

Wer ist dieser Hendrik H. eigentlich? Er kommt ursprünglich aus Haselünne (Niedersachsen), steht mit gerade mal 30 Jahren an der Spitze einer internationalen Holding, die mit Windpark-Projekten jährlich angeblich bis zu 150 Millionen Euro Umsatz macht. Sein Privatvermögen soll sich auf 250 Millionen Euro belaufen. Der Hauptsitz der Holding liegt offiziell in der Steueroase Andorra.

Auch H. selbst hat dort seinen offiziellen Wohnsitz. Doch auch im Oldenburger Münsterland hat die Familie ein Domizil – natürlich in einer Protz-Villa. Sogar Kontakte zu hochrangigen Politikern hatte sich der Mann verschafft: Im Februar 2019 posiert er mit dem ehemaligen US-Außenminister John Kerry auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wo er als Sponsor auftritt.

Polizei nimmt Familie fest, beschlagnahmt Luxus-Autos, Schmuck und Bargeld

Neben dem 30-Jährigen sitzen auch seine Mutter, sein Bruder und seine Schwester in U-Haft. Sie alle sollen in dem dubiosen Unternehmen beschäftigt gewesen sein. Beamte haben Firmenbüros in fünf Bundesländern durchsucht, Unterlagen, einen Mercedes AMG, 200 Schmuckstücke, 50.000 Euro sowie 10.000 US-Dollar beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft hat gegenüber DER WESTEN bestätigt, dass insgesamt gegen sieben Beschuldigte ermittelt wird.

Ein Tatverdächtiger ist noch auf der Flucht. Er wird mit einem Haftbefehl gesucht. Zu dessen Identität wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Verrückt: H. soll zusammen mit diesem Mann in Simbabwe gewesen sein, um dort die Behörden zu bestechen. Ihr Ziel: Sie wollten an Diplomatenpässe kommen, um sich möglicherweise diplomatische Immunität zu erkaufen. Selbst ein Treffen mit Präsident Emmerson Mnangagwa (77) hat aber nicht zum Ziel geführt.

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Die Ermittlungen laufen weiter. Wann die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird, steht noch nicht fest.

 
 

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