München: Tödliche Gefahr mitten in der Stadt – und die meisten schauen einfach weg

Der Eisbach in München hat einigen Menschen das Leben gekostet.
Der Eisbach in München hat einigen Menschen das Leben gekostet.
Foto: imago images / Alexander Pohl / Lindenthaler (Montage: DER WESTEN)

In München mussten in den letzten Jahren acht Menschen sterben. Die tödliche Gefahr mitten in der Stadt ist für jeden zugänglich. Doch alle schauen weg und ignorieren diese Vorfälle im Englischen Garten in München.

Das Sat 1-Frühstücksfernsehen berichtet am Dienstagmorgen über einen berühmten Fluss in München, der einigen Menschen das Leben kostete. Mitten im Englischen Garten fließt der Eisbach.

München: Junge stirbt in Armen des Vaters

Im Sommer bei Badegästen und Surfern beliebt, zieht er die Menschen magisch an. Kein Wunder. So schön idyllisch zwischen Bäumen und grünen Wiesen erstreckt sich der zwei Kilometer lange Bach.

Doch so wunderschön er auch erscheint, so tödlich ist der Eisbach. Denn von 2007 bis 2017 wurde der Bach mitten in München zur tödlichen Falle.

Todesfälle im Eisbach in München:

  • Mai 2017: Eine 15-jährigen Schülerin ertrank im Fluss.
  • September 2015: Ein 32-jähriger Student springt unter Drogeneinfluss ins Wasser und ertrinkt.
  • September 2013: Ein etwa 60 Jahre alter Mann wird tot am Tivoli-Kraftwerk geborgen.
  • August 2003: Der Kopf eines Jungen (4) wird durch die Strömung unter Wasser gedrückt. Sein Vater versucht, ihn zu retten. Doch das Kind stirbt in seinen Armen.

Dies sind nur vier Fälle, die Menschen aus München das Leben kosteten. Auch kommt es regelmäßig zu schweren Verletzungen.

Und das, obwohl das Baden im Eisbach verboten ist. Mehrere Schilder weisen daraufhin. Doch das stört die Schwimmer nicht. Sie springen der Gefahr durchaus bewusst, einfach ins Wasser, um sich abzukühlen.

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München: Drei Gründe machen Eisbach zur Todesfalle

Michael Förster von der DLRG in München sagt im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ vor drei Jahren, dass drei Punkte den Fluss tödlich machen. Dies sind Atmosphäre, die Temperatur und die Strömung.

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München – die Todesfalle Eisbach:

  • Der Eisbach ist eine Ableitung der Isar
  • Er ist der stärkste Bach im Englischen Garten in München
  • An vielen Stellen herrscht eine starke Strömung
  • Vor allem Surfer reiten dort gerne Wellen
  • Im Sommer zieht es auch etliche Badegäste zum Eisbach
  • Von 2007 bis 2017 ertranken in München im Eisbach acht Menschen

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„Am Eisbach halten sich viele junge, fröhliche Menschen in heiterer Stimmung auf. Das sommerliche Ambiente verleitet zu unbedachtem Handeln.“ Vor allem wenn Alkohol im Spiel ist.

Außerdem erkennen Nicht-Schwimmer die Gefahr durch die Strömung nicht. Nur schwer kann man ihr entkommen und sich am Ufer festhalten.

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Auch ist das Wasser sehr kalt. „Die plötzliche Abkühlung beeinträchtigt den Kreislauf und damit die Reaktionsfähigkeit.“ Ebenfalls gefährlich: Menschen können sich im Eisbach an Gegenständen verletzten, die auf dem Grund liegen.

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Das Schwimmen im Eisbach ist zwar verboten, doch mit Strafen muss niemand rechnen. Die Stadt München hat zwar überlegt, Geldbußen zu verhängen, doch passiert ist bisher nichts. (ldi)

 
 

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