München: Frauen wollen DESWEGEN Asyl in Deutschland – „Es ist dort tödlich für uns“

München: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof muss sich mit den Asylanträgen mehrerer Frauen aus Uganda befassen. (Symbolbild)
München: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof muss sich mit den Asylanträgen mehrerer Frauen aus Uganda befassen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Ralph Peters

München. „Du musst im Schatten bleiben“, berichtet Grace (Name geändert) über die Lage in ihrem Heimatland Uganda. „Du wirst nicht als Frau gesehen, sondern als etwas – und sie foltern dich.“ Der Grund für Graces Leiden und das vieler anderer Frauen: Sie sind homosexuell. In Uganda und mehr als 30 weiteren afrikanischen Ländern verstößt das gegen das Gesetz.

In München muss nun der Bayerische Gerichtshof darüber entscheiden, ob den Asylanträgen von lesbischen Frauen, die in ihrer Heimat diskriminiert, bedroht und misshandelt werden, stattgegeben wird. Die lesbische Beratungsstelle „Letra“ in München spricht von mehr als 80 Frauen aus Uganda, die sich aktuell entweder in Klage- oder Asylverfahren befinden.

München: Lesbische Frauen aus Uganda beantragen Asyl

All diese Frauen haben Schreckliches erlebt, mussten teilweise ihre Kinder, Familien und Freunde verlassen, um ihr Leben zu retten. Modedesignerin Rachael erzählt davon, wie ihr Ehemann sie und eine andere Frau erwischte – und zeigt ihre Narben: „Dann hat er mir diese Stücke aus den Armen herausgeschnitten, weil er das Böse herausschneiden wollte. Mein Oberkörper sieht auch so aus.“

Die Gesetze, unter denen Homosexuelle in vielen afrikanischen Ländern leiden, stammen zum Teil noch aus der britischen Kolonialzeit. Obwohl seit Ugandas Unabhängigkeit im Jahr 1962 niemand mehr aufgrund seiner sexuellen Orientierung gerichtlich verurteilt wurde, sei es dort fast unmöglich, als LGBT-Person ein gutes Leben zu führen, so Neela Ghoshal von der „Human Rights Watch“ (HRW).

Angst vor Rückkehr nach Uganda: „Besser gleich im Sarg zurückschicken“

Laut Paragraf 3 des Asylgesetzes kann einem Antrag nur dann stattgegeben werden, wenn der betreffenden Person in ihrer Heimat aufgrund ihrer Sexualität schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen drohen. „Homosexualität war noch nie ein alleiniges Kriterium für die Zuerkennung eines Schutzstatus“, erklärt einer Sprecherin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die verantwortlichen Entscheider müssten „die vorgetragenen Fluchtursachen auf Glaubhaftigkeit prüfen“.

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Die eigene Homosexualität vor Gericht beweisen – wie soll man das anstellen? Grace will sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn ihr Antrag abgelehnt werden sollte. „Wenn wir zurückkommen, sind wir ja geoutet. Das ist unglaublich gefährlich für uns“, sagt sie. „Unsere Leichen werden dann womöglich nie gefunden. Es wäre besser, wenn sie uns dann gleich im Sarg zurückschicken.“ (at, mit dpa)

 
 

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