München: Mann regt sich über teure Leberkas-Semmel auf – dann reicht es dem Metzger

In München ist einem Metzger der Kragen geplatzt.
In München ist einem Metzger der Kragen geplatzt.
Foto: imago images

München. Der Corona-Skandal bei Tönnies hat vielen Menschen die Lust auf Fleisch vermiest.

An einem Mann aus München ist der Billigfleisch-Skandal offenbar spurlos vorbeigegangen, denn er motzt über den Preis von 2,10 Euro für die frische Leberkas-Semmel. Dem Metzger platzt deswegen der Kragen.

München: Streit um Leberkas-Semmel – Punktgewinn für Metzger

Im Internet hinterließ der Kritiker eine Bewertung mit nur drei von fünf Sternen, obwohl die Leberkas-Semmel „top“ schmeckte. Schlecht für die Metzgerei Marcus Bauch in Unterhaching bei München, die nun befürchtet, dass wegen der mittelmäßigen Bewertung weniger Kunden seinen Laden aufsuchen werden.

Doch in die Befürchtung mischen sich noch weitere Emotionen. „Wenn wir schlecht bewertet werden, weil eine Leberkässemmel 2,10 Euro kostet, dann ist dies kein Auslöser für Traurigkeit und Reue, sondern Empörung und Wut“, schreibt Marketingmanager Korbinian Rausch auf der Facebook-Seite der Metzgerei.

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Diese Schritte sind notwendig, bis du in die Leberkas-Semmel beißen kannst

Vielen sei vielleicht nicht bewusst, wie viel Arbeit in einer Leberkas-Semmel stecke, meint er – und zählt auf, was notwendig ist, damit der Kunde beherzt in den Snack hineinbeißen kann:

  • „Ein Schwein muss geboren, gefüttert (auch das Futter muss angebaut werden), aufgezogen und geschlachtet werden“
  • Am Münchner Schlachthof wird das Fleisch zerlegt
  • „Die Gewürze im Leberkäse müssen in verschiedenen Ländern angebaut, geerntet, getrocknet und zu uns transportiert werden“
  • „Ein Metzgermeister muss mit viel Erfahrung aus den richtigen Fleischstücken mit einem Fleischwolf und einem Cutter aus Gewürzen, Fleisch, Schwarte und Eis das Brät herstellen.“
  • „Von der Münchner Herstellung wird dieses Brät in unserer Metzgerei in Unterhaching geliefert, dort wird es von unserem Koch auf die Minute akkurat gebacken, um immer eine wunderbare Kruste zu haben.“

Doch das ist nicht alles. Auch die Brötchen stelle der Bäcker handwerklich her – nachdem zuvor der Bauer das Weizen angebaut, geerntet und verarbeitet habe.

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Und an der Metzgertheke ist noch lange nicht Schluss: „Erst auf Bestellung wird der Leberkäse dampfend heruntergeschnitten und auf eine frisch aufgeschnittene Bäckersemmel gelegt.“ Zudem erhielten die Verkäufer „einen fairen und würdigen Lohn“ für ihre Arbeit.

Darum bittet der Metzger seine Kunden

Damit die handwerklich gefertigte Leberkas-Semmel so lecker bleibt, wie sie ist, seien all diese Arbeitsschritte notwendig – und der Preis daher mehr als gerechtfertigt.

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Daher wendet sich Rausch mit einer dringenden Bitte an alle Leberkas-Fans: „Wenn 100g warmer Leberkäse in einer ordentlichen Bäckersemmel für 2,10Euro als zu teuer wahrgenommen werden, bitte ich inständig darum, sich diesen Text in Erinnerung zu rufen. Vielleicht relativiert sich die Wahrnehmung etwas.“

Rausch hofft, dass der Tönnies-Skandal zu einem Umdenken führt. Wenn die Kunden in Zukunft bereit sind, einen fairen Preis zu zahlen, würde sich ein solcher Skandal nicht wiederholen. (vh)

 
 

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