Kinderschokolade ändert Inhalt – SO werden die Kunden betrogen

Kinderschokolade und Yogurette gibt es seit Kurzem nur noch in kleineren Päckchen. (Symbolbild)
Kinderschokolade und Yogurette gibt es seit Kurzem nur noch in kleineren Päckchen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Manfred Segerer

Augen auf beim Süßigkeitenkauf! Mit einem Trick versucht Hersteller Ferrero bei zwei beliebten Produkten etwas mehr Geld zu ergaunern – sowohl bei der Kinderschokolade als auch bei der Yogurette.

Wer im Supermarkt nicht einfach blind nach der gewohnten Packung greift, sondern mal genauer hinsieht, kommt dem Schwindel auf die Schliche. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat das gemacht – und bei Kinderschokolade und Yogurette eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht.

Kinderschokolade dank „Füllmengenkarussell“ 30 Prozent teurer!

Die wahrscheinlich offensichtlichste Veränderung: Die Packungen sind kleiner. Statt der gewohnten zehn Riegel (125 Gramm) sind bei Kinderschokolade und Yogurette jetzt nur noch acht Riegel (100 Gramm) in der Schachtel. Der Hersteller argumentiert mit Marktforschungsergebnissen: „Bei Tafelschokolade hat sich gezeigt, dass die 100-Gramm-Packungsgröße von den Konsumenten als das klassische Tafelformat wahrgenommen und als solches auch erwartet wird.“

Doch beim Blick auf den Preis beginnen die Zahlenspielchen. Vor rund fünf Jahren kosteten acht Riegel Kinderschokolade 99 Cent, zehn Riegel kosteten 1,29 Euro. Heute werden diese 1,29 Euro bereits für die acht Riegel fällig – ein Preisanstieg um ganze 30 Prozent! Dass dabei auch die 125-Gramm-Version entsprechend teurer geworden ist, macht die Sache nicht automatisch wieder gerecht.

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Denn Ferrero nutz hier das so genannte „Füllmengenkarussell“. Dieses Phänomen können Hersteller nutzen, um feste maximale Preisgrenzen („Schwellenpreise“) für Lebensmittel in die Höhe zu treiben. Auf diesen Fall bezogen, bedeutet das: 2015 lag der Schwellenpreis für Schokolade bei 99 Cent pro 100 Gramm.

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Dann erweiterte Ferrero seine Packungen mit dem (mittlerweile gebrochenen) Versprechen „Dauerhaft mehr Inhalt“ auf 125 Gramm – und konnte so den Kunden dazu animieren, den höheren Preis von 1,29 Euro zu bezahlen. Mittlerweile hat Ferrero die Riegelzahl wieder auf acht reduziert, aber den erhöhten Preis beibehalten. Somit liegt der 100-Gramm-Preis also plötzlich bei 1,29 Euro.

Auch der Händler selbst kann den Preis noch anheben

Doch die Hamburger Verbraucherzentrale hat auch erkannt, dass die Händler ebenfalls ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Denn nur der Handel selbst darf die Verkaufspreise festlegen. In einem Drogeriemarkt in Hamburg kosteten zehn Riegel Yogurette bisher 1,49 Euro, also jede einzelne Riegel knapp 15 Cent. Die Achterpackung hat nun zwei Riegel weniger, müsste also dementsprechend rund 30 Cent billiger sein – sprich: 1,19 Euro für acht Riegel.

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Doch der Drogeriemarkt verlangt 1,29 Euro für die Riegel – und macht sie damit mehr als acht Prozent teurer, als sie eigentlich sein sollten. Laut Ferrero würden die Endverbraucherpreise „durch den Handel festgelegt und können von daher je nach Markt und Zeitpunkt variieren, worauf wir keinen Einfluss haben.“ Der Konzern betont, dass die Werksabgabepreise von 100 Gramm Kinderschokolade oder Yogurette im Rahmen der Packungsverkleinerung unverändert geblieben sind. (at)

 
 

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