Kindergarten schließt Jungen für zwei Wochen aus – der Grund macht Mutter (27) fassungslos

Kindergarten-Eklat in Hessen: Bianca Zelder hat eine dringende Botschaft.
Kindergarten-Eklat in Hessen: Bianca Zelder hat eine dringende Botschaft.
Foto: imago images / Panthermedia & Bianca Zelder

Vöhl. Es sind Erfahrungen im Kindergarten, die ihr Sohn (6) machen musste, die seine Mutter einfach nicht loslassen. Ihr Junge habe nun schon jahrelang gelitten, weil er dort nicht akzeptiert worden sei, nicht der Norm zu enttsprechen, sagt seine Mutter Bianca Zelder (27). Die Wut darüber habe sich aufgestaut.

Anfang des Jahres brach es schließlich aus ihrem Sohn heraus. Danach sei der Sechsjährige für zwei Wochen aus dem Kindergarten ausgeschlossen worden. Seitdem versucht die 27-Jährige aus Vöhl in Hessen sein Trauma aufzuarbeiten.

„Mama, da ist mir was passiert, aber ich werde es dir niemals erzählen, nicht mal, wenn ich so groß bin wie du“, soll der Junge gesagt haben.

Kindergarten beobachtet angebliche Störung – Mutter völlig irritiert

Schon in seinem zweiten Lebensjahr seien die Erzieher des Kindergartens auf Bianca Zelder zugekommen. Es sei aufgefallen, dass ihr Sohn sehr oft mit „Mädchen-Dingen“ spiele. „Das heißt, er ist oft in der Küche gewesen, in der Puppen-Ecke und hat sich viel verkleidet“, erklärt die Mutter.

Der Kindergarten habe im Gespräch darauf hingewiesen, dass sie deshalb Kontakt zum Jugendamt aufnehmen solle. „Es würde auffallen, dass er in seiner Geschlechtsidentität noch nicht entwickelt sei und er dadurch vermehrt Wutausbrüche hat“, habe es geheißen.

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Über das Urteil sei die Mutter sehr verwundert gewesen. Zuspruch erhielt sie von ihrem Kinderarzt. Der Mediziner bezeichnete es als völlig normal, dass sich der Junge gerne verkleide. Die Geschlechtsidentität bilde sich außerdem erst viel später aus.

Junge verkleidet sich als Prinzessin im Kindergarten

Bianca Zelder habe in die Entwicklung ihres Sohnes jedenfalls nicht eingreifen wollen. An Karneval in diesem Jahr sei er etwa als Prinzessin gegangen.

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10 Tipps für die Eingewöhnung im Kindergarten:

  1. Tipp: Gewöhnen Sie Ihr Kind an Ihre Abwesenheit
  2. Tipp: Erzählen Sie Ihrem Kind vom Kindergarten
  3. Tipp: Vereinbaren Sie einen Schnuppertag
  4. Tipp: Als Elternteil Sicherheit ausstrahlen
  5. Tipp: Erzieher immer miteinbeziehen
  6. Tipp: Eltern sollten sich aktiv an der Eingewöhnung des Kindes beteiligen
  7. Tipp: Dem Kind Zeit gönnen
  8. Tipp: Wählen Sie die richtigen Worte
  9. Tipp: Das Kind darf mitentscheiden
  10. Tipp: Kindergarten freie Tage erst nach der Eingewöhnung

Um ihren Sohn auf mögliche Reaktionen vorzubereiten, habe sie ihn zur Seite genommen: „Wenn du mit einem rosa Kleidchen in den Kindergarten gehst, dann gibt es viele Kinder, die das nicht verstehen können.“

Doch nicht nur die Kinder seien das Problem. Auch viele Erwachsene in dem kleinen hessischen Dorf hätten sich abschätzig verhalten. Auch von den Erziehern habe sie mehr Fingerspitzengefühl erwartet – in vielen Situationen. Eine Anfrage von DER WESTEN bei dem betreffenden Kindergarten blieb bislang unbeantwortet.

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Situation im Kindergarten eskaliert – Mutter hat dringende Botschaft

Das Ergebnis sei sein Wutausbruch Anfang März gewesen, der zu seiner Suspendierung geführt habe. Dabei sei ihm eine sozial-emotionale Störung attestiert worden, er sprenge den Rahmen.

Der Wut über diese Maßnahme brachte Bianca Zelder danach in einer Videobotschaft bei Facebook zum Ausdruck:

Kindergarten nach Vorfall geschlossen

Dann kam Corona, der Kindergarten musste geschlossen werden. Seitdem betreut die 27-Jährige ihren Sohn zuhause. Doch auch vier Monate nach der Suspendierung sei sie noch immer aufgewühlt.

Sie wolle sich nun öffentlich dafür einsetzen, dass ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfindet, „dass die Leute nicht denken: Ein Junge muss eine blaue und ein Mädchen eine rosa Hose tragen.“ Dieses Schubladen-Denken habe bei ihrem Sohn dazu geführt, dass er sich jahrelang missverstanden gefühlt habe.

Mutter ist mit ihrer Forderung nicht alleine

Mit der Forderung nach mehr Toleranz in der Gesellschaft ist Bianca Zelder nicht allein. Genau zu dem Thema veröffentlichte Riccardo Simonetti 2019 das Kinderbuch „Raffi und sein pinkes Tutu“.

Darin wirbt der erfolgreiche Blogger und Entertainer für eine tolerantere Gesellschaft, die Menschen so akzeptiert, wie sie sind und sich fühlen.

 
 

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