Karneval: Widerliche Büttenrede sorgt für Eklat! Witze über „Neger“ und „Asylanten“

Auf einer Karnevalsveranstaltung in Sachsen-Anhalt sorgte eine Büttenrede für einen Eklat! (Symbolbild)
Auf einer Karnevalsveranstaltung in Sachsen-Anhalt sorgte eine Büttenrede für einen Eklat! (Symbolbild)
Foto: imago images / Future Image

Süplingen. Wenn man die Worte dieser Büttenrede hört, traut man seinen Ohren kaum. Redner Holger Brauns trat an Karneval beim Narrenbund in Süplingen (Sachsen-Anhalt) auf die Bühne – und sorgte mit populistischen und rassistischen Phrasen für einen Eklat!

Das Online-Portal „Volksstimme.de“ berichtete von der Karneval-Veranstaltung im ausverkauften Saal des Süplinger Vereinshauses. Von Klatschen und Johlen, aber auch von Raunen und heftigen Diskussionen ist die Rede, wenn es um die Reaktionen auf Brauns Büttenrede geht. Der spricht auf der Bühne von „Negern“, „Asylanten“ und darüber, was zu Deutschland dazugehört und was nicht.

Rassistisch und geschmacklos – Brauns witzelt über „Neger“ und „Asylanten“

Brauns erwähnt in seiner Rede die Inschrift „Dem Deutschen Volke“ am Berliner Reichstagsgebäude – und schickt eine Forderung an die Bundesregierung: „Bitte mal Kopf hoch und Augen auf: Dem deutschen Volke steht da. Nordafrika gehört nicht mehr zu Deutschland. Das haben wir verloren.“ Der darin mitklingende Vorwurf, der Staat kümmere sich besser um Flüchtlinge als um deutsche Staatsbürger, findet sich nicht nur einmal in Brauns Rede wieder.

So erzählt er beispielsweise auch einen Witz über eine Fee, die einem „Asylanten“ drei Wünsche erfüllen will. Nach jedem geäußerten Wunsch blickt sie zuerst ins deutsche Gesetzbuch und entscheidet anschließend, ob der Wunsch des „Asylanten“ erfüllbar ist oder nicht. So bekommt der Mann Geld für sich, seine vier Frauen und seine 20 Kinder, wie Braun erzählt. Und eine Villa als Unterkunft schenkt man ihm auch noch. Doch als sich der Mann wünscht, Deutscher zu sein, zaubert die Fee das Geld und die Villa weg und sagt: „Jetzt bist du Deutscher, gehe gefälligst arbeiten, wenn du was willst.“

Plump, rassistisch, geschmacklos – spätestens, wenn er von einem „Neger“ erzählt, dem „Negerküsse“ aus der Hand fallen, woraufhin eine Oma schimpft „Du legst hier keine Eier, Freundchen, du nicht“, weiß man, auf welchem Niveau hier „unterhalten“ werden soll.

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Zuschauermeinungen sind geteilt

„Das war unter aller Sau, das hat im Karneval nichts zu suchen“, klagt ein Mann und wirft Holger Brauns Rassismus vor. Auch eine strafrechtliche Relevanz hält er bei der Büttenrede für möglich. Auch Ute Knels, die Mitbegründerin und Ex-Präsidentin des Narrenbundes, ist schockiert. „Für mich ist das widerlich“, sagt sie. „Das hätte man unterbinden müssen.“

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Andere zeigen sich wiederum weniger empört. Der Vizepräsident des Narrenbundes, Dirk Hebecker, sieht die Rede nicht problematisch: „Solange es keine Anfeindungen gegen irgendwelche Leute gibt, kann ich nichts dagegen sagen.“ Ein anderer entgegnet: „Nur weil ich Neger sage, bin ich noch lange nicht rechtsradikal.“

Der Inhalt der Rede war schon seit Tagen bekannt, wie „Volksstimme.de“ berichtet. Warum man sie dennoch vortragen ließ? Die Verantwortlichen rechtfertigen diese Entscheidung mit einem Verweis auf die DDR: Damals habe man im Karneval nicht alles sagen können, deswegen wollten sie den Leute heute ebenfalls nicht vorschreiben wollen, was erlaubt sei und was nicht. (at)

 
 

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