Kann das Coronavirus auf Obst, Chipstüten oder Süßigkeiten überleben?

Kann ich mich mit dem Coronavirus anstecken, wenn ich Süßigkeiten und Chipstüten im Supermarkt anfasse?
Kann ich mich mit dem Coronavirus anstecken, wenn ich Süßigkeiten und Chipstüten im Supermarkt anfasse?
Foto: imago images/Gerhard Leber/Waldmüller/ZUMA Wire

Die ganze Welt befindet sich im Kampf gegen das Coronavius. Auch Super- und Drogeriemärkte haben bereits aufgerüstet, die Hygienemaßnahmen sind höher denn je. An den Kassen befinden sich Abstandsmarker, Kassierer sitzen hinter Plexyglasscheiben, Sicherheitsdienstmitarbeiter kontrollieren die Anzahl der Kunden im Laden.

Doch wie sieht es eigentlich mit den Produkten aus, die ich im Geschäft anfasse oder mit zu mir nach Hause nehme? Schließlich kann das Coronavirus auch auf Oberflächen eine Zeit lang überleben, wie auch Thomas Preis (61) vom Apothekerverband NRW weiß: „Diese Form des Coronavirus gibt es erst seit gerade mal drei Monaten. Deshalb gibt es noch keine aussagekräftigen Studien, aber es deutet einiges darauf hin, dass es relativ haltbar auf Oberflächen ist. Das reicht von wenigen Stunden bis hin zu einigen Tagen.“

Coronavirus: Kann ich mich im Supermarkt infizieren?

Am Supermarkt angekommen geht für viele Kunden der erste Weg zu den Einkaufswagen. Die Griffe sind meist aus Kunststoff – einem Material, auf dem Viren besonders lange infektiös bleiben können. Zwei bis drei Tage sind es in etwa nach aktuellem Kentnissstand.

„Aber: Entscheidend für die Übertragung ist zum aller größten Teil die Tröpfcheninfektion, nicht die Kontaktinfektion. Die Kontaktinfektion hat insgesamt eine deutlich geringere Bedeutung, insbesondere wenn man sonstige Hygienemaßnahmen, wie Hände waschen und sich nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, einhält“, so der Sprecher des Verbandes.

Deutlich kurzlebiger sind sie hingegen auf Kupferoberflächen. Dort sind es nur etwa vier Stunden. Die Stabilität hänge jedoch immer von Umgebungsfaktoren wie die Temperatur oder Luftfeuchtigkeit ab, teilt das Bundesamt für Risikobewertung auf seiner Webseite mit.

Bislang keine Infektionen bekannt

Dennoch: Bislang, so die Behörde, sei keine Infektion bekannt, bei der sich ein Patient durch Berührung von Einkaufswagen, Bargeld, Kartenterminals oder seines Smartphones angesteckt hat. Wenn ein Corona-Patient auf den Einkaufswagen hustet und sich der nächste Kunde mit dem Wagen mit seiner Hand durch das Gesicht fährt, ist es eine Ansteckung aber theoretisch möglich. Deswegen gilt: Regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht!

Das betont auch Thomas Preis: „Die Diskussion darüber, wie lange sich so ein Virus auf Oberflächen hält, hat eigentlich keine wirkliche Relevanz, wenn man eine ordentliche Handhygiene einhält. Dennoch empfiehlt es sich, Gegenstände, mit denen man häufig Kontakt hat, etwa Türklinken, Mobiltelefone, Tastaturen oder Fernbedienungen, regelmäßig zu reinigen.“

Chips, Weingummi und Obst als Infektionsquelle

Was Einkaufswagen und Kartenterminal angeht, scheint eine Corona-Infektion also eher unwahrscheinlich. Zumal man sich bei der Rückkehr in die eigenen vier Wände gründlich die Hände wäscht. Aber wie sieht es mit den Verpackungen der Lebensmittel aus, die ich mit zu mir nach Hause nehme?

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Schließlich bestehen Chips- oder Weingummitüten aus Plastik – jenes Material, auf dem die Viren bis zu drei Tage infektiös bleiben können. Was besonders alarmierend scheint: Chips, Weingummi und andere Süßigkeiten wie Schokolade werden im Regelfall direkt mit der Hand in den Mund geführt. Ähnliches gilt auch für Obst und Gemüse. Droht hier also erhöhte Ansteckungsgefahr?

„Eine Vire macht da noch kein Corona“

Eher nicht – meint Thomas Preis. Er sagt: „Die Wahrscheinlichkeit, sich über eine Chipstüte anzustecken, würde ich als gering erachten. Im allgemeinen ist eine starke Virenbelastung auf solchen Verpackungen eher unwahrscheinlich. Und es kommt ja auch immer auf die Expositionsdichte an. Salopp gesagt: Eine Vire macht da noch kein Corona. Und diese eine Vire müsste dann ja noch auf Schleimhäuten in Mund, Nase oder Augen aktiv in den Organismus eintreten.“

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Auch das Bundesamt für Risikobewertung schätzt die Gefahren durch eine Ansteckung durch Lebensmittel oder ihre Verpackungen eher gering ein: „Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben.“

„Vorsicht ist immer gut. Wenn ich die Tüte selbst oder meine Hände nach dem Öffnen nochmal abwasche ist es natürlich noch sicherer“, ergänzt Preis die Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung. Auch für Obst und Gemüse reiche gründliches Abwaschen aus: „Sie müssen nicht jedes Obst schälen. Da gibt es auch keine Empfehlung aus den Fachkreisen zu.“

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Trotz der geltenden Vorsichtsmaßnahmen mahnt der 61-Jährige auch zu einer gewissen Portion Gelassenheit: „Denn ohne diese Gelassenheit können wir jetzt nicht genug Energie tanken für die Bewältigung der aktuell schon ganz besonderen Herausforderungen und Vorsichtsmaßnahmen, die der Alltag uns zur Zeit bereitet.“

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