Ikea: Mann ohne Mundschutz soll sofort das Möbelhaus verlassen – „Diskriminierung“

Der Möbelgigant Ikea besteht in seinen Filialen auf die Einhaltung der Maskenpflicht – und macht dabei keine Ausnahme.
Der Möbelgigant Ikea besteht in seinen Filialen auf die Einhaltung der Maskenpflicht – und macht dabei keine Ausnahme.
Foto: imago images (Montage: DER WESTEN)

Ärger beim Möbelgiganten Ikea!

Als ein Mann ohne Mund-Nasenschutz im Ikea von einer Mitarbeiterin auf die Maskenpflicht hingewiesen wird, sagt er, dass er ein ärztliches Attest habe, das ihn von der Pflicht befreit. Die Mitarbeiterin will ihn trotzdem aus dem Ikea schmeißen. Jetzt unterstellt der Mann dem Möbelhaus Diskriminierung.

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Ikea: Streit über Maskenpflicht im Möbelhaus

Jörg T. wollte in einem Ikea-Einrichtungshaus in Frankfurt am Main eine neue Matratze für seine Tochter kaufen, wie er gegenüber DER WESTEN berichtet. Während seine Tochter das Möbelhaus mit einem Mund-Nasen-Schutz betrat, verzichtete er selbst auf einen solchen. Ein ärztliches Attest befreit T. nach eigener Aussage von der Maskenpflicht. Möglich sind solche Befreiungen etwa bei Personen, die wegen Asthma oder einer Lungenerkrankung ohnehin eine eingeschränkte Sauerstoffzufuhr haben. Auch für Gehörlose gibt es entsprechende Ausnahmen.

Kurios: Jörg T. wurde weder am Eingang vom Sicherheitsmann noch von einer Gruppe Mitarbeiter im Geschäft, die er um Hilfe bei der Suche nach einer Matratze bat, auf die fehlende Maske angesprochen. Erst nach einiger Zeit sei eine Mitarbeiterin auf ihn zugekommen und habe auf die Maskenpflicht bestanden. T. habe geantwortet, dass er ein Attest habe, das ihn von der Pflicht befreie. „Daraufhin wurde sie noch etwas forscher und meinte, ich müsse trotzdem eine Maske tragen. Andernfalls müsse ich den Laden verlassen“, erzählt er.

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Das ist Ikea:

  • 1943 in Schweden gegründet
  • Weltweit 433 Filialen
  • Verschiedene Franchisenehmer betreiben Ikea-Filiale in einzelnen Ländern
  • 211.000 Mitarbeiter weltweit
  • 38.8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2018
  • Ikea Deutschland 5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2018

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Es folgte eine Diskussion, während Jörg T. leicht habe husten müssen. Dieser Husten sei ein Symptom seiner Krankheit, deshalb achte er besonders darauf, den Mindestabstand zu seinen Mitmenschen einzuhalten, um diese nicht zu gefährden. Die Ikea-Mitarbeiterin habe nach dem Husten „einen Satz nach hinten“ gemacht und Jörg T. erschrocken angesehen. Im weiteren Verlauf der Diskussion zog sie dann sogar ihren Chef zu Rate.

Mann verlässt nach Diskussion das Möbelhaus

Dieser habe ebenso vehement auf die Einhaltung der Maskenpflicht bestanden. Jörg T. habe betont, dass er ein Recht auf den Maskenverzicht habe und „ein Verweis oder Hausverbot nicht gerechtfertigt ist und rechtlich sehr bedenklich“ sei. Auf die ihm angebotene Alternative eines „Faceshields“ wollte T. nicht eingehen, da diese keinen guten Schutz bieten würden. Tatsächlich verließ er also das Ikea-Möbelhaus – ohne die Matratze gekauft zu haben.

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Dabei beließ es Jörg T. aber nicht. In einer E-Mail an Ikea konfrontierte er den Kundenservice mit dem Vorfall. Er offenbarte, dass er sich „aufgrund einer Krankheit benachteiligt und diskriminiert fühle.“ In der Antwort versicherte Ikea, dass dies nicht die Absicht des Möbelhauses und seiner Mitarbeiter sei.

Ausnahmeregelungen laut Ikea „schwer umzusetzen“

Tatsächlich heißt es im Sicherheitskonzept des Unternehmens, dass ein Mund-Nasenschutz für alle Kunden verpflichtend sei. Auf Anfrage von DER WESTEN sagte eine Sprecherin, dass Ikea sich für diese Regelung entschieden habe, da Ausnahmeregelungen in der Praxis nur „schwer umzusetzen“ seien. Für die Sicherheitskräfte sei es „unmöglich, die Echtheit eines Attests zu überprüfen“. Ein solches hatte aber laut Jörg T.s Aussage keiner der Mitarbeiter überhaupt einsehen wollen.

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Ikea fügte hinzu: „Ob es in begründeten Einzelfällen Sinn macht, von dieser Regelung zur Maskenpflicht für alle Kunden abzuweichen, liegt im Ermessen des jeweiligen Einrichtungshauses.“ (the)

 
 

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