Hund: Tierschützer schleusen sich heimlich in Labor ein – schrecklich, was sie dort entdecken

EInfach furchtbar! Ein Hund sitzt in seiner Blutlache in dem Versuchslabor.
EInfach furchtbar! Ein Hund sitzt in seiner Blutlache in dem Versuchslabor.
Foto: SOKO Tierschutz
  • Blutende Hunde, verängstigte Affen: In einem Tierversuchslabor bei Hamburg sollen schwere Missstände herrschen
  • In ihrem Kampf gegen den abgeschotteten Betrieb haben sich Aktivisten verdeckt neues Material verschafft

Es ist eine unglaubliche Zahl: Jedes Jahr sterben 2,8 Millionen Tiere jährlich an Tierversuchen - allein in Deutschland. Auch Hunde und Katzen sollen ihnen zum Opfer fallen. Diese Zahl liefern nun Tierschützer in einem erschütternden Bericht.

Ein Tierschützer der Organisationen „SOKO Tierschutz“ und „Cruelty Free International“ wurde für ein paar Monate bei einem norddeutschen Versuchslabor eingeschleust: Er dokumentiert grausamste Bedingungen, bei denen beispielsweise Hunde in ihrem Zwinger entsetzlich in ihrer eigenen Blutlache verendeten.

Hunde brutal gequält - Furchtbare Bilder aus Tierversuchslabor veröffentlicht

Von Dezember bis März 2019 habe der Undercover-Ermittler in dem Versuchslabor der Firma LPT bei Hamburg recherchiert. Jetzt erheben die Tierschützer schwere Vorwürfe wegen der angeblichen Misshandlung von Versuchstieren in dem kommerziellen Labor.

Dem Bericht nach werden Hunde bei Versuchen mit giftigen Substanzen nicht richtig versorgt, einige hätten blutend in ihren Käfigen gesessen. Die Käfige der Laboraffen seien zu eng, es fehle das vorgeschriebene Material zum Spielen. Die Affen würden brutal behandelt. „Ein Mitarbeiter schlug einen Affen absichtlich krachend gegen die Türkante“, schrieb die Soko Tierschutz in ihrer Mitteilung.

Und weiter: „Es ist erschütternd zu sehen, wie sich diese Hunde nach Zuneigung und Fürsorge verzehren und dann so erbärmlich in ihrem Blut sterben müssen", beschreibt der Ermittler Friedrich Mülln.

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Auch gab der verdeckte Ermittler an, dass das Personal nicht aus Tierpflegern bestehe. Lediglich einer der Angestellten könne diese Ausbildung nachweisen. Ansonsten sei er unter anderem auf Schlachter, Mechaniker oder Militärmusikanten getroffen.

Der Landkreis Harburg bestätigte am Montag, dass die LPT-Außenstelle im Neu Wulmstorfer Ortsteil Mienenbüttel nach Bekanntwerden der Vorwürfe erneut kontrolliert worden sei. Die Affenkäfige seien - wie von den Tierschützern berichtet - zu klein, sagte ein Sprecher. Den Hinweisen auf Misshandlungen werde nun nachgegangen.

Bei früheren Kontrollen, angekündigt oder unangekündigt, seien derartige Verstöße nicht registriert worden, sagte Kreissprecher Bernhard Frosdorfer.

Am Mittwoch hieß es dann, dass das Land Niedersachsen den Widerruf aller Genehmigungen für Tierversuche in dem privaten Labor prüfe.

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Strafanzeige gegen das Labor

Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) habe schon vergangene Woche Strafanzeige gegen das Labor gestellt, sagte eine Sprecherin. Bei der jüngsten behördlichen Prüfung der Versuchsanstalt einen Tag zuvor seien Ungereimtheiten aufgefallen, ein schriftlicher Bericht dieses Besuchs liege aber noch nicht vor.

Die Firma äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen

Die Firma Laboratory of Pharmacology and Toxicology mit Hauptsitz in Hamburg-Neugraben äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht. Tierschützer fordern seit langem eine Stilllegung des Betriebs. 1981 befreiten Aktivisten 48 Beagles aus dem Labor in Mienenbüttel. Für diesen Samstag sind eine weitere Demonstration in Hamburg-Neugraben und eine Mahnwache in Mienenbüttel angekündigt.

LPT teste im Auftrag von Pharma- und Chemieherstellern chemische Stoffe an den Tieren, sagte Friedrich Mülln, Leiter der Soko Tierschutz. Der Gesetzgeber schreibe solche Tests vor. In staatlichen Laboren müssten solche Tierversuchsreihen aber genehmigt werden. In kommerziellen Labors wie LPT würden sie nur angezeigt.

„Die angeblichen Sicherheitstests bringen keine Sicherheit für den Menschen und Tieren nur einen grausamen Tod“, sagte Mülln. Er erinnerte daran, dass ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland laufe, weil Tierschutzrecht hier nicht umgesetzt werde.

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Die Soko Tierschutz habe wegen der Missstände in Mienenbüttel Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Stade erstattet, sagte Mülln. Die Organisation hat in Niedersachsen bereits Tierquälereien beim Transport und Schlachten von Rindern aufgedeckt.

„Wir fordern die sofortige Schließung“

„Wir fordern keine Scheinlösungen, sondern einen sofortigen Schutz der Tiere, und das geht nur durch die Schließung des Tierlabors“, sagte Mülln. „Das System Tierversuch ist unmoralisch und gefährlich“.

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Petitionen, die die Schließung des Tierversuchslabors fordern. Mehrere hunderttausend Unterschriften hat die Petition bereits.

Am Mittwoch wurden neue Vorwürfe laut. Die Soko Tierschutz entdeckte in der Affenhaltung ein Tier, dessen Tattoo-Nummer nicht zu dem Etikett auf dem Käfig passte. Mehrere Mitarbeiter berichteten den Angaben der Tierschützer nach, dass der Affe ausgetauscht wurde.

"Wenn sich der akute Verdacht bestätigt, dass im LPT eine gewaltige Primatenstudie auf diese Art und Weise manipuliert wurde, dann stellt das alles in Frage, und dem Labor muss sofort die Betriebserlaubnis entzogen werden. Das bedeutet dann nicht nur Qualen für Tiere, sondern auch ein Medikament für Menschen, dessen Entwicklung auf unterschlagenen Daten und einem verfälschten Studienablauf beruht", so Mülln.

(js mit dpa)

 
 

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