Hund: Tierheim schlägt Alarm – „Werden an diesen Punkt kommen“

Hunde-Drama im Tierheim Bochum

Schäferhund Nestor ist ein absoluter Spaßhund, sagt sein Tierpfleger. Doch im im Tierheim Bochum vergeht ihm die Lebensfreude.

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Auf den Hund gekommen? Das tun in Deutschland immer mehr Menschen. Doch leider sind sich viele ihrer Verantwortung für das Tier nicht vollends bewusst, meint der Tierschutzverein Zweibrücken (Rheinland-Pfalz).

Das sorge für unhaltbare Zustände in den Tierheimen, unter denen Hund und Mensch am Ende gleichermaßen leiden. Deswegen wenden sich die Tierschützer jetzt mit einem dringenden Appell an alle Tierfreunde.

Hund: Tierheim stößt an seine Grenzen

„Wir können nicht mehr“, gibt das Tierheim auf seiner Facebook-Seite zu. „Aktuell beherbergen wir 20 Hunde im Tierheim. Von diesen 20 Hunden trägt die Hälfte einen Maulkorb beim Spaziergang“, heißt es weiter.

Einige dieser Hunde seien tot, hätte man sie nicht aufgenommen. Einige von ihnen würden das Tierheim auch nicht mehr lebend verlassen – weil kaum ein Halter richtig mit ihnen umzugehen wisse.

Umgängliche und gut vermittelbare Hunde seien dieser Tage eine Seltenheit. Doch was tun mit den Maulkorb-Hunden? „Nicht selten kommen Aussagen wie 'der gehört eingeschläfert'“, berichtet das Tierheim. Das führe allerdings zu einer ganzen Reihe von unangenehmen Fragen.

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Hund: Tierheim mit furchtbarer Vermutung

„Wo fängt man an, wo hört man auf? Soll es Listen geben mit Stichtagen wann eingeschläfert wird, weil zu lange da? Soll eingeschläfert werden, wenn zu heftig gebissen? Zu dies? Zu das?“ Eine schreckliche Vorstellung – doch „wir werden in Deutschland über kurz oder lang an diese Punkt kommen“, meinen die Tierpfleger.

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Der Haushund als Begleiter des Menschen:

  • Domestizierung fand vor etwa 15.000 bis 100.000 Jahren statt
  • die wilde Stammform ist der Wolf
  • weltweit gibt es etwa 500 Millionen Haushunde
  • allein in Deutschland leben 9 Millionen als Haustiere

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Denn immer stärker drohe dieses Schicksal, weil die Tierheime voll von ihnen seien. „Die Reihen von Hunden, die schwierig sind, werden immer dichter. Die Zeit für jeden Einzelnen, mit dem gearbeitet werden müsste, wird immer knapper. Man kann ja nicht jeden Zwinger mit einem Unvermittelbaren füllen.“

Hund: Das fordert der Tierschutzverein Zweibrücken jetzt

Deswegen fordert das Tierheim jetzt klare Regeln für die Anschaffung von Hunden. Schließlich sei nicht jeder Hundefreund ein geeigneter Halter für etwa Kampf- oder Herdenschutzhunde.

Diese besonderen Tiere erfordern nicht nur die solide Führung durch ein erfahrenes Frauchen oder Herrchen. „Hunde haben eine Genetik und die gilt es nicht wegzureden. Aufzucht und Erfahrung spielt ebenso eine Rolle, aber ich kann aus dem eigenständigen Zentralasiaten kein dressiertes Zirkuspony machen.“

Heißt: Nicht jedes Frauchen oder Herrchen passt zu jedem Hund. Es sei schlichtweg eine falsche Annahme, „dass JEDER Hund mit nur genug Liebe zum braven Familienhund wird.“

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Weil viele Menschen diese falsche Hoffnung hegen, würden ebenso viele einen für sie unpassenden Hund aufnehmen – und der lande früher oder später beim Tierschutz. Dort sorgen sie dann für dauerhaft besetzte Zwinger und verursachen hohe Kosten, etwa durch geduldige und kostspielige Hundetrainer. „Muss halt wieder das blöde Tierheim gucken wie es klarkommt“, kommentieren sie die Situation.

Hund schützen: Tierheim fordert Reaktion der Politik

Weil das auf Dauer untragbar sei, müsse die Politik reagieren. Die aktuellen Hundeverordnungen seien „Müll“. Sie bedürfen einer dringenden Überholung durch Experten, „die die Problematik im Hundebereich täglich erleben, die seit vielen Jahren den Wandel der Zeit im Tierschutz miterleben und aus erster Hand mitreden können.“

Bei den Fans stößt der emotionale Beitrag auf viel Zustimmung. Eine Frau schreibt: „Ich habe beim Lesen Gänsehaut bekommen, weil mir so klar vor Augen geführt wurde, wie es wirklich ist und was noch unvermeidlich kommen wird. Da muss sich ganz dringend was tun!“ (vh)

 
 

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