Hartz 4 gestrichen: Mann lebt auf Friedhof – dann fasst er DIESEN Entschluss

Hartz 4: Ein Mann wurde obdachlos und lebte für Monate auf einem Friedhof. (Symbolbild)
Hartz 4: Ein Mann wurde obdachlos und lebte für Monate auf einem Friedhof. (Symbolbild)

Job weg, psychische Probleme, Hartz 4 gekürzt, Miete gestrichen – dann hieß es für Andre Bartsch (61): Raus auf die Straße.

Ein karges „Zuhause“ auf Zeit hat der 61-Jährige auf der Parkbank eines Friedhofs gefunden. Doch jetzt keimt für den Hartz-4-Empänger laut „Berliner Zeitung“ wieder Hoffnung auf – inklusive den eigenen vier Wänden!

Hartz 4: Mann lebt monatelang zwischen Gräbern – jetzt gibt es diese Hoffnung

Rund vier Monate lebte Bartsch mitten zwischen den Toten. Der Friedhof in Berlin bot ihm einen günstigeren Unterschlupf als die laute Berliner Innenstadt. Immerhin ist es dort still: „Ich kann nachts in Ruhe schlafen.“

Doch ein ruhiger Schlaf allein reicht nicht aus für ein angenehmes Leben. Vor allem im Winter kann das Wetter daußen in jeder Nacht lebensbedrohlich kalt werden.

Bartsch will das Risiko nicht eingehen, will sich stattdessen zurück ins Leben kämpfen. Träumt vom Wiedereinstieg ins Sozialsystem. Doch erst, als die lokale Presse auf den Friedhofsbewohner aufmerksam wird, beginnt sich das Blatt für den 61-Jährigen tatsächlich zu wenden.

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Das ist „Hartz 4“:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II (ALG II)
  • Es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden - Kritiker sagen: Das ist menschenunwürdig
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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Durch deren Berichte auf den traurigen Fall aufmerksam gemacht schaltet sich der Verein „Synergetik“ ein. Der stellt Suchtkranken und Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu Verfügung. Bartsch ist dort kein Unbekannter: Vor rund 30 Jahren hatte er selbst dabei geholfen, den Verein auf die Beine zu stellen, sich sogar im Vorstand engagiert.

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So kommt der 61-Jährige wieder auf die Beine

Nun hilft „Synergetik“ ihm wiederrum dabei, sich selbst zu helfen. Neben Dach, Bett und Badezimmer erhält er Unterstützung bei seinem neuerlichen Hartz-4-Antrag. Dazu ein Girokonto und einen Termin beim Jobcenter. Und das erste eigene Geld ist tatsächlich bereits auf seinem Konto gelandet.

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Bartsch' erster Einkauf fiel dennoch bescheiden aus: Fertiggerichte, Schokolade, Kaffee, Zigaretten. Luxus ist für den 61-Jährigen trotz des endlich regelmäßigen Geldeingangs eben nicht drin.

Doch der ehemalige Friedhofsbewohner schmiedet schon fleißig Pläne. Er will an einer Wiedereingliederungsmaßnahme teilnehmen, sich nebenbei kreativ austoben. „Ich will schreiben“, sagt der Sohn des Lyrikers Kurt Bartsch († 2010) der „Berliner Zeitung“.

Zu erzählen hat er durch seine bewegte Lebensgeschichte auf jeden Fall einiges... (vh)

 
 

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