„Hartz 4“-Empfängerin in Tränen: „Ich vermisse meinen Sohn wahnsinnig“

„Hartz 4“-Empfängerin Alana M. wünscht sich nichts mehr, als ihr Kind bei sich zu haben. (Symbolbild)
„Hartz 4“-Empfängerin Alana M. wünscht sich nichts mehr, als ihr Kind bei sich zu haben. (Symbolbild)
Foto: imago images / Westend61

München. „Ich vermisse meinen Sohn wahnsinnig“, sagt Alana M.* als Gesprächseinstieg mit unserer Redaktion. Die zweifache Mutter ist verzweifelt. Seit Jahren lebt die „Hartz 4“-Empfängerin nach eigenen Angaben ohne ihren erstgeborenen Sohn.

Der sei bei ihren Eltern untergekommen - zunächst nach Streitigkeiten zwischen ihr und ihrem damaligen Partner. Die Frage, wer sich danach um das Kind kümmert, habe die Familie gespalten. Jetzt sucht die „Hartz 4“-Empfängerin dringend einen Job, um ihr Kind endlich wiederzubekommen.

„Hartz 4“-Empfängerin zieht zu Eltern: „Du kannst gehen, aber das Kind bleibt hier“

Die Lage, die Alana M. beschreibt, ist verzwickt. Zunächst habe sie noch eine Ausbildung bei ihrem Vater absolviert und dort jahrelang gearbeitet. Doch die Arbeit habe sie wegen familieninterner Probleme hingeschmissen. Die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt sei ihr schwer gefallen.

Dann wurde sie schwanger, bekam ihren ersten Sohn. Als der Vater des Kindes gewalttätig wurde, zog sie zu ihren Eltern - in der Hoffnung auf Hilfe. Die bekam sie auch. Doch hätten ihre Eltern vor allem das Wohl des Enkels im Sinn gehabt.

„Du kannst gehen, aber das Kind bleibt hier“, habe es geheißen, als sie bereit war, wieder in ihre Wohnung zurückzugehen.

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Fatales Schreiben

„Meine Eltern haben damals ein Schreiben aufgesetzt, dass sie sich darum kümmern dürfen, dass ich Unterhalt bekomme“, so die Münchnerin. Das habe sie voller Vertrauen unterschrieben.

Was die junge Mutter nach eigenen Angaben damals übersehen hatte: Eine Klausel im Schreiben, das den Eltern das Aufenthaltsrecht ihres Enkelkinds zusagt. Aus Angst das ihr Kind wegen der Streitigkeiten mit ihrem Ex ins Heim müsse, habe sie außerdem noch eine Vormundschaft abgegeben.

Kind kommt bei den Großeltern unter

Ein Richter habe dann entschieden, dass das Kind vorübergehend bei den Großeltern besser aufgehoben sei.

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Seitdem könne sie ihren erstgeborenen Sohn nur unregelmäßig sehen.

Umschulungen, Krankheit und Schwangerschaft

Um das zu erreichen, habe sie es unter anderem mit Umschulungen versucht. Die erste habe sie wegen einer Operation abbrechen müssen - zum Glück nur ein gutartiger Tumor. Die Umschulung für den Beruf der Bürokauffrau habe sie dann abgeschlossen.

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Danach wurde sie erneut schwanger. Ihr zweiter Sohn lebt bei ihr und ihrem neuen Partner.

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Das ist „Hartz 4“:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II
  • Es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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„Ich leide jeden Tag“

„Ich leide jeden Tag, dass ich dem Großen nicht das geben kann, was ich dem Kleinen geben kann“, sagt sie. Die zweifache Mutter hat die große Hoffnung, über einen neuen Job weg das Vertrauen der Eltern zurückzugewinnen.

Ihr Ziel: Eine Anstellung als Arzthelferin mit Verständnis für etwaige Lücken nach langer Praxisferne oder ein Ausbildungsplatz zur Bürokauffrau.

++ Update: Mittlerweile hat sich die Lage nach einem Gerichtsbeschluss geklärt ++

* Name auf Wunsch geändert. Identität ist der Redaktion bekannt.

 
 

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