„Hartz 4“-Empfängerin führt Luxusleben – eine Sache macht besonders stutzig

Über 46.000 Euro hat Yasmin S. an „Hartz 4“ vom Jobcenter Berlin erschlichen. (Symbolbild)
Über 46.000 Euro hat Yasmin S. an „Hartz 4“ vom Jobcenter Berlin erschlichen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Jochen Tack / Revierfoto; Montage DER WESTEN

Berlin. Ein schickes Auto, Reisen, Brillanten – das dürfte ein „Hartz 4“-Empfänger sich wohl kaum leisten können. Doch eine Frau aus Berlin-Spandau hat dies alles. Nun steht die „Hartz 4“-Empfängerin vor Gericht wegen Sozialbetruges, berichtet die „Bild“.

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„Hartz 4“-Empfängerin streitet Besitz ab

Yasmin S. (39) aus Berlin bekommt „Hartz 4“. Doch so bedürftig scheint die Verlobte eines Sprosses des Remmo-Clans nicht zu sein. Seit Mittwoch sitzt die „Hartz 4“-Empfängerin vor dem Schöffengericht.

46.558,56 Euro hat die dreifache Mutter innerhalb von drei Jahren auf Kosten des Staates kassiert. Der „Hartz 4“-Satz war für den Lebensunterhalt der Familie und für Bildung und Teilhabe ihrer Kinder gedacht. Doch Yasmin S. hatte das alles offenbar gar nicht nötig.

Denn die „Hartz 4“-Empfängerin fährt laut Anklage einen schicken BMW 730d. Kostenpunkt: 35.000 Euro. Natürlich gebraucht gekauft und nicht beim Jobcenter angemeldet. Das flog auf, als die Polizei Yasmin S. zusammen mit ihrem Verlobten Najdat Remmo am Steuer erwischte. Seit 2005 sind die beiden verlobt. Remmo wurde mit einem Haftbefehl gesucht. Seit zwei Wochen sitzt er nun in der JVA Tegel im Knast.

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„Hartz 4“-Betrug: Auto soll Mutter gehören

Angeblich gehöre der BMW gar nicht ihr. Wegen des „schönen Kofferraums“ habe Yasmins Mutter den Luxusschlitten gekauft. „Vielleicht ging es mir nicht so schlecht, wie anderen. Weil ich Eltern habe, die mich unterstützen.“ 13.000 Euro habe die Mutter der betrügerischen „Hartz 4“-Empfängerin angezahlt. Ihr Vater habe den Rest überwiesen. Doch der Mutter sei die Lust am Fahren mit dem BMW vergangen. Deshalb fuhren Yasmin S. und ihr Bruder den Wagen. Jedoch unterschrieb aber die Angeklagte den Kaufvertrag. Ihre Mutter war angeblich gerade nicht da.

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Das Auto darf ihr Verlobter laut Yasmin S. nicht fahren. „Meine Eltern sahen es nicht gern“, erzählt sie gegenüber der Richterin und Oberstaatsanwältin Petra Leister. Auf die Frage warum, antwortet die „Hartz 4“-Betrügerin: „Vielleicht zu viele Strafzettel.“

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Auch an dieser Aussage kann etwas nicht stimmen. Ein Polizeizeuge gab nämlich vor Gericht an, dass ihr Verlobter Najdat Remmo nicht nur einmal am Steuer des BMWs erwischt wurde.

Wo sich die Papiere für den Wagen befanden und wer sie hatte, darüber waren sich Tochter und Mutter vor Gericht dann auch nicht mehr einig.

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Aber nicht nur das schicke Auto gehörte zu Yasmin S. Leben. Über 40.00 Euro sollen für Reisen, Hotel und Boutiquen draufgegangen sein. Wo das Geld herkam? Angeblich von ihrer Familie: „Meine Eltern meinten es eben gut mit mir.“

Oberstaatsanwältin Leister stellt im Prozess eine entscheidende Frage: „Ist Ihnen mal der Gedanke gekommen, dass die Reisen als Geschenke beim Jobcenter anzugeben waren?“ Die „Hartz 4“-Betrügerin: „Was soll ich darauf antworten?“

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Das ist „Hartz 4“:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II
  • Am 1. Januar 2005 wurde das Gesetz eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch
  • Das Hartz-Konzept wurde 2002 von der Hartz-Kommission entworfen

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Polizei findet Brillanten bei „Hartz 4“-Betrügerin

Es kommt noch heftiger: 2017 fand man bei einer Wohnungsdurchsuchung 60.250 Euro bei Yasmin S. Die Staatsanwältin will wissen, wo die viele Kohle herkommt. Natürlich gibt es auch dafür eine Erklärung: „Von einer Freundin. Die hatte Angst, nachdem bei ihr im Haus eingebrochen wurde.“ Ihr Verlobter sollte das Geld verstecken. Wo es sich befand, wusste Yasmin S. angeblich nicht.

Doch das ist nicht alles: Bei einer weiteren Durchsuchung fand die Polizei 37 Brillanten im Wert von 70.000 Euro. Im November 2018 entdeckten Beamte die Edelsteine in einem Schmuckkästchen ihrer Tochter. Die scheinen aus dem Nichts aufgetaucht zu sein. „Die hatte ich nie vorher gesehen“, beteuert die mutmaßlich Betrügerin. Auch Remmo und ihre Tochter wussten angeblich nichts von den Brillanten.

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Die Verhandlung wird nach Angaben von „Bild“ am 18. Dezember fortgeführt. Weitere Zeugen: Najdat Remmo, Polizisten und Jobcenter-Mitarbeiter. (ldi)

 
 

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