Hartz 4: Empfänger bekommen bald mehr Geld – doch die Erhöhung stößt auf mächtig Kritik

Der Regelsatz für Hartz 4 soll im kommenden Jahr 2021 erhöht werden. Doch das Vorhaben stößt auf Kritik. (symbolbild)
Der Regelsatz für Hartz 4 soll im kommenden Jahr 2021 erhöht werden. Doch das Vorhaben stößt auf Kritik. (symbolbild)
Foto: imago images

Hartz 4-Empfänger bekommen schon bald mehr Geld. Der Regelsatz bei Hartz 4 steigt zum 1. Januar 2021 – doch die neuen Maßnahmen stoßen auch auf Kritik.

Denn die Erhöhungen der Beträge bei Hartz 4 um sechs bis 39 Euro gehen einigen nicht weit genug.

Hartz 4: Erhöhte Regelsätze lösen Kritik aus – „lächerlich niedrig“

Realitätsfern, nicht bedarfsgerecht, „gerade zu lächerlich niedrig“ – es sind deutliche Worte, mit denen der Paritätische Wohlfahrtsverband die neu angepassten Regelsätze kritisiert. Der Verband wirft der Bundesregierung „statistische Trickserei und unverschämtes Kleinrechnen“ vor.

Fehler und Schwächen der umstrittenen Methodik zur Regelbedarfsermittlung würden einfach fort- und festgeschrieben.

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Hartz-4-Beträge ab 2021:

  • Alleinstehende Erwachsene: 439 Euro (+ 7 Euro)
  • Partner in Bedarfsgemeinschaft: 395 Euro (+ 6 Euro)
  • Kinder im Haushalt bis 25 Jahren: 351 Euro (+ 6 Euro)
  • Kinder von 14 bis 17 Jahren: 367 Euro (+ 39 Euro)
  • Kinder von 6 bis 13 Jahren: 308 Euro (keine Änderung)
  • Kinder bis 5 Jahren: 279 Euro (+ 29 Euro)

(Quelle: hartziv.org)

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+++ Hartz 4: Trotz Erhöhung der Regelsätze! Warum DIESE Studie Alarm schlägt +++

„Es ist ein Trauerspiel und für die Betroffenen einfach nur bitter, wie wenig die Bundesregierung im wahrsten Sinne des Wortes für arme Menschen übrig hat. Was wir bei der Berechnung der Regelsätze erleben, ist keine Statistik, sondern ihr Missbrauch“, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

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Das ist „Hartz 4“:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II
  • Es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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„Es darf nicht sein, dass...“

Besonders rigide zeige sich die Bundesregierung bei allem, was im weitesten Sinne mit sozialer Teilhabe zu tun hat: „Teilhabe am soziokulturellen Leben in der Gemeinschaft wird praktisch nur so weit bei der Regelbedarfsermittlung berücksichtigt, wie es außerhalb der Gemeinschaft stattfindet", heißt es in einer Stellungnahme.

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„Es darf nicht sein, dass Armut in Deutschland für weitere fünf Jahre regierungsamtlich festgeschrieben wird. Anstatt sich hinter umstrittenen Statistiken zu verstecken, sollte sich die Politik endlich den Menschen zuwenden“, fordert Schneider daher mit Blick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren.

Kritiker wollen neuen Hartz 4-Regelsatz vorlegen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband kündigt an, noch im September eigene Berechnungen für einen bedarfsgerechten Regelsatz vorzulegen. (at)

 
 

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