Hanau: Zehnfach-Mörder Tobias Rathjen – Unfassbares Detail! Diese Legende war einst sein Fußball-Trainer

Hanau: Mann erschießt elf Menschen in Hessen
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Hanau. „Wir waren eine Gruppe von fast 30 Jugendlichen, die coolste Multikulti-Truppe von Hanau“. Das sagt ein Jugendfreund von Tobias Rathjen. Der Mann, der neun Menschen mit Migrationshintergrund am Mittwochabend auf brutalste Art und Weise erschossen hat.

Hanau: Tobias Rathjen kickte einst bei Eintracht Frankfurt

Wie konnte aus dem Teil der „coolsten Multikulti-Truppe“ ein Mann mit „zutiefst rassistischer Gesinnung“ werden? Es ist eine der Fragen, die die Ermittler in den nächsten Tagen und Wochen klären müssen.

Die Videoaufnahmen und das wirre Manifest geben ein Stück weit Auskunft, wie Tobias Rathjen vom „rassistischen Gift“ befallen wurde. Rathjen, 1977 in Hanau geboren, behauptet darin, sich „schon an etliche Sequenzen aus meinem ersten Lebensjahr erinnern“ zu können.

Schon als Baby sei ihm der Gedanke gekommen, dass er überwacht werde. Er habe eine nicht freundliche Frauenstimme in seinem Geist vernommen.

Vater war gefürchtet

Rathjen wächst in Hanau auf. Vater Hans-Gerd arbeitete als Betriebswirt, kandidierte für die Grünen im Ortsbeirat Kesselstadt. Er soll in der Nachbarschaft gefürchtet gewesen sein, schreibt der „Hanauer Anzeiger“. Rathjen Senior habe sich mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky angelegt und Nachbarn drangsaliert. Seine Mutter Gabriele sei Hausfrau gewesen. „Beide lebten für ihren Sohn“, berichtet Jugendfreund Felix Steppe (Name geändert) gegenüber „Bild“.

Rathjen spielte für Eintracht Frankfurt

Tobias Rathjen war großer Fußball-Fan. In einem seinen kruden Schreiben erklärt er, wie durch seine Strategie nach der schwachen EM 2004 die deutsche Nationalmannschaft wieder auf Kurs gekommen sei.

Rathjen selbst spielte einst bei der Jugendmannschaft von Eintracht Frankfurt, jenem Verein, der sich so lautstark gegen Rassismus und Fremdenhass ausspricht.

Rathjen spielte laut eigener Aussage von seinem 10. bis 15. Lebensjahr bei den Adlern. Sein damaliger Trainer war wohl kein geringerer als die heutige Trainer-Legende Jürgen Klopp. Klopp studierte in Frankfurt und kickte 1987/88 bei den Eintracht Frankfurt Amateuren. Zugleich trainierte der damals 21-Jährige die D-Jugend des Vereins - darunter der Attentäter von Hanau.

Die Fußball-Karriere von Tobias Rathjen wurde durch eine Knieverletzung beendet. „Das war ein schwerer Schlag für ihn“, erinnert sich ein Freund.

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„Die kriegen wir alle“

In der Folge soll er sich verändert haben. „Er ist mit dem Auto durch Hanau gerast, hat eine Schreckschusspistole aus dem Handschuhfach geholt, auf Leute gezielt und gesagt: ,Die kriegen wir alle‘“, sagte Jugendfreund Felix Steppe in „Bild“.

Schon damals sei er ein „innerlich zerrissener Typ“ gewesen, der sich anderen überlegen fühlte. „Frühere Mitschüler äußerten, er sei schon damals mit Arroganz und seltsamen Vorstellungen aufgefallen. Das machte ihn unsympathisch. Ich kann mir vorstellen, dass das ein Grund war, warum es zwischenmenschlich nicht so funktionierte“, erklärt Kriminalpsychologin Lydia Benecke im Gespräch mit dieser Redaktion. „Er deutet das um und sagt, dass er überlegen war. Aber vermutlich war die Realität ganz anders.“

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Mischung aus Wahn und Narzissmus

Benecke sieht eine Mischung aus Wahn und Narzissmus. Die Ermittler gehen von einer „schweren psychotischen Krankheit“ aus. Anzeichen dafür blieben offenbar unentdeckt.

 
 

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