Hamburg: Häftling begegnet ehemaligen KZ-Wachmann – und reagiert beeindruckend

In Hamburg sorgte Moshe Peter Loth für einen emotionalen Moment im Gerichtssaal.
In Hamburg sorgte Moshe Peter Loth für einen emotionalen Moment im Gerichtssaal.
Foto: Christian Charisius / dpa

Hamburg. In Hamburg läuft seit Mitte Oktober der Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann. Bruno D. soll zwischen 1944 und 1945 die grausame Ermordung von Juden im Konzentrationslager Stutthof unterstützt haben.

Dem 93-Jährigen wird Beihilfe zum Mord in mehr als 5230 Fällen vorgeworfen.

Hamburg: Emotionaler Moment vor Gericht

Am siebten Prozesstag kam es zu einem emotionalen Moment. Der Zeuge Moshe Peter Loth aus den USA sollte vor dem Hamburger Landgericht aussagen.

Die jüdische Mutter des 76-Jährigen hatte ihn 1943 in Gefangenschaft zur Welt gebracht. Ein Jahr später wurde sie mit ihrem Sohn ins KZ Stutthof im heutigen Polen gebracht. Dort trafen die beiden auf den damaligen SS-Wächter Bruno D.

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Zeuge geht auf Angeklagten zu

Moshe Peter Loth war am Dienstag als Zeuge und Nebenkläger geladen. Nach seiner Aussage ging Loth zu auf den im Rollstuhl sitzenden Angeklagten zu.

„Passen Sie alle auf!“, sagte er zu den Zuschauern gewandt. „Ich werde ihm vergeben.“

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Umarmung und Tränen

Dann umarmten sich die zwei Männer fest. Nach der Verhandlung weinten beide.

„Ich war voller Hass, bis ich gemerkt habe, dass ich vergeben muss“, so Loth. Der KZ-Überlebende hat inzwischen acht Kinder und 15 Enkel. (nr mit dpa)

 
 

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